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5,3 (1927) Dicotyledones : (IV. Teil), Sympetalae
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1948
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1948

und bis Ostpreussen (Osterrode) ; in Schlesien nur in der Umgebung von Breslau, Ohlau, am Zobten, beiStrehlen, Trebnitz und Gross»Strehlitz. Sonst vielfach kultiviert und verwildert. In Oesterreich verbreitetund häufig, nur in den höheren Mittelgebirgen fehlend und in den Urgesteinsalpen zerstreut, so in Salzburgnur auf Kalk verbreitet, in Steiermark in Mittel« und Untersteiermark verbreitet, dagegen in Obersteiermarknur um Aussee und sehr zerstreut in den Kalkvoralpen, in Kärnten zerstreut usw. In der Schweiz ver»breitet und häufig, nur in den Zentralalpen zerstreut und den höheren Lagen ganz fehlend.

Allgemeine Verbreitung: Europa, nördlich bis Südirland, bis zu den Kanalinseln,Belgien, bis in die Norddeutsche Tiefebene (s. o.), Norwegen (Kristianafjord), Schweden (Bohus,Dalsland, Westergötland), Ostpreussen, Polen, Bessarabien, Podolien, Cherson, bis zum süd=liehen Gouvernement Poltawa, Charkow, Jekaterinoslaw und bis zum Unterlauf des Don,westlich bis Nord« und Zentralspanien; Nordafrika; Westasien. In Nordamerika verwildert.

Als Abänderungen sind zu nennen: var. sempervirens Loud. (= L. Itälicum Mill.). LaubblätterWintergrün. Blüten grünlichweiss, spät erscheinend. So im südlichen Gebiete in günstigen Lagen.f. microphyllum Murr. Laubblätter nur 8 bis 15 mm lang und 6 bis 8 mm breit. Form trockener, sonnigerStandorte, z. B. bei Bludenz im Vorarlberg, bei Sennwald im St. Galler Rheintal, im Wallis. f. rupicolum Rikli.Wuchs zwergig. Laubblätter schmäler, derber. Blütentraube auffällig verkürzt. So an trockenen, unfruchtbarenOrten in der Schweiz an der Lägern ob Bussberg und auf dem Burghorn ob Baden und Wettingen und wohlnoch anderwärts. f. triphyllum H. Lüscher. Laubblätter in 3»zähligen Quirlen. Im Kanton Aargau zwischenLeidikon und Rüttenen, bei Mettau. Häufiger in Gärten. var. auriflörum Hoefk. (= f. flaviflörum J. Murr).Blüten gelb. Laubblätter oft rundlich. So z. B. in Tirol bei Hall, in Vorarlberg bei Bludenz (zwischen Hinterplärsdiund Latz). Hierzu gehört wohl auch die von Th. J. Stomps in den Berichten der Deutschen Botanischen Gesell«schaft, Bd. 35, 1917 beschriebene und besprochene Mutation Ebbing6nse mit kleinen, schmalen, gelbgrünenLaubblättern, die 1916 von W. Posthumus Meyjes in den Dünen zwischen Harlem und Zandwoort(Holland) unter zahlreichen weissblühenden Ligustrum vulgare.Sträuchern aufgefunden wurde. var. leueo«cärpum Loud. Frucht weisslich. var. xan thocär pum Loud. Frucht gelblich. var. chlorocarpumLoud. Frucht gelblichgrün, lang erhalten bleibend. So z. B. in Tirol an der Martinswand und bei Pians.Für die Gärten kommen namentlich in Betracht: var. pyramidale Dippel. Wuchs pyramidal; Aeste aufrecht. var. pöndulum Dippel. Zweige hängend. var. densiflörum Dippel. Blütenstand dicht, ährig.Blüten meist sitzend. var. insu 16nse Decne. Laubblätter hängend. var. glaücum Höfk. (= var.glaücum.albomarginätum Rehd.). Laubblätter graugrün, bereift, oft sehr klein, mit weissem Rande. var.aüreum Dippel. Laubblätter goldgelb. var. aüreo»variegdtum hört. Laubblätter gelbgefleckt.var. albo»variegätum hört. Laubblätter weissgefleckt.

Ligustrum vulgare gehört dem eurasischen Elemente an und stellt in Mitteleuropa eine der Charakter»pflanzen der sommergrünen Laubmischwälder vom Typus des Querceto»Tilietum dar (vgl. Bd. V/1, pag. 440).Häufig tritt der Strauch auch in Eichenwäldern (Karpaten, Sudeten, Illyrische Gebirge, Alpen, Pyrenäen), inlichten Gehölzen von der Art der Quercus-Ostrya carpinifolia.Buschwälder (vgl. Fraxinus Ornus) der Südalpen,der Corylus=Buschwälder des Karstes auf. Etwas seltener findet er sich in Erlenwäldern auf Flussalluvionen,in Föhrenwäldern, in den immergrünen Gebüschen der Adriaküste und im Wacholdergestrüpp der Karpatenund der Ungarischen Tiefebene usw. Gelegentlich stellt er sich auch auf sonnigen Felsen, an Steilküsten (z. B.an der Ostsee) und anderen Orten ein. Ausserdem verwildert er vielfach aus der Kultur, wo er als Hecken«pflanze gehalten wird. Durch Verschleppung der glänzend schwarzen Beeren durch Vögel (Elstern, Nebel,krähen) erklärt sich sein Vorkommen in Dünentälern, auf Feldsteinhaufen zwischen Aeckern, an Waldrändern,in Waldschlägen, an Böschungen, an Hecken (z. T.), auf alten Mauern. Bei der Wiederbewaldung trockenerGrashänge stellt er neben Prunus spinosa, Cornus sanguinea und Viburnum Lantana einen der wichtigstenPioniere dar. Durch das von ihm entwickelte dichte Netz feiner Wurzeln, die den Boden derartig durch«wirken, dass kaum eine andere Pflanze mehr in ihrem Bereiche zu gedeihen vermag, ist der Liguster aller»dings sehr unduldsam und tritt daher herdenweise auf. Die massig grossen, aber stark duftenden, durchihre Häufung in Rispen an den Zweigenden auffälligen Blüten sind homogam und sondern den vom Frucht»knoten abgeschiedenen Honig am Grunde der Kronröhre ab. Die Staubblätter spreizen entweder auseinander,so dass die besuchenden Insekten Fremdbestäubung vollziehen müssen oder aber sie neigen über der Narbezusammen, wobei die Besucher Selbstbestäubung hervorrufen. H.Müller beobachtete auf den BlütenDipteren, Coleopteren, Hymenopteren und Lepidopteren, Knuth Falter, Musciden und Bombusterrester. Die Imker schätzen den Strauch als Bienenpflanze. Die Samen ertragen grosse Kältegrade; ihreKeimung wird durch Frosteinwirkung gefördert. So stellte Kinzel fest, dass nichtdurchfrorene Samen erstim 2. Jahre zur Keimung gelangen, während nach Frosteinwirkung der Austrieb bereits im 1. Jahre erfolgt.Auch Belichtung verursacht eine schwache Keimbeschleunigung. Vegetative Vermehrung kann nach Siegrist