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5,3 (1927) Dicotyledones : (IV. Teil), Sympetalae
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1947
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1947

Ein= bis 5 m hoher Strauch, selten kleiner Baum mit reichverzweigtem, Ausläufertreibendem Wurzelstock und mit aufrechten, grau berindeten Aesten. Jüngere Zweige kahloder meist gegen die Spitze zu fein kurz behaart, olivgrün oder bräunlich, mit hellen, rund=liehen, etwas warzig vorstehenden Lenticellen, die Kurztriebe häufig quirlig stehend. Knospenei=kegelförmig, gekielt, die Endknospe grösser; Schuppen (2) 4 bis 6, an der Spitze braunschwarz,im unteren Teile grünlich, zerstreut feinhaarig, feinbewimpert. Laubblätter kahl, kurz (3 bis10 mm lang) gestielt, lanzettlich bis verkehrt=eilänglich, spitz oder stumpf oder seicht aus=gerandet, ganzrandig, oberseits dunkelgrün, im Herbst sich violett verfärbend, unterseits hell-grün, nach den ersten Frösten abfallend oder (besonders in den wärmeren Gebieten von Süd=Westdeutschland, der Südalpen, von Mähren,

Niederösterreich usw., in milden Wintern auchin nördlichen Gebieten) Wintergrün und erstwährend der Entwicklung der neuen Laub=blätter abfallend. Blüten in endständigen,mit schmalen, lanzettlichen, kleinen Hoch*blättern versehenen, 6 bis 8 cm langen,pyramidenförmigen, feinbehaarten Rispen.

Kelch meist sehr undeutlich 4=zähnig, bleich*grün, etwa 1 mm lang, erhalten bleibend.

Krone trichterförmig, etwa 5 mm lang,grünlich'weiss oder weiss; Zipfel 4, flachausgebreitet, an der Spitze grünlich, kahl.

Staubblätter 2, nicht aus der Krone hervor»ragend, auf etwa 1,5 mm langen, derKronröhre aufsitzenden Staubfäden; Staub»beutel etwa 2,5 mm lang, mit den Staub»fäden gleichgerichtet (nicht quer zu ihnenstehend). Fruchtknoten 2=fächerig, in jedemFache mit 2 hängenden Samenanlagen;

Griffel dünn, an der Spitze mit einer2=lappigen Narbe. Frucht eine kugelige,

5 bis 10 mm lange, schwarze, glänzendeBeere. Samen 1 bis 2 in jedem Fache,elliptisch=eiförmig, etwa 6 mm lang, braun (Taf. 213, Fig. 4c und 4d); Keimling etwasgekrümmt, in reichliches Nährgewebe eingebettet. (V) VI, VII.

Ziemlich verbreitet und häufig gesellig auf frischen bis ziemlich trockenen, etwashumösen Böden, in lichten Laub« (seltener Nadel») Wäldern, Gebüschen, an sonnigen Hängenund Rainen, in Hecken, an Ufern, auf Waldschlägen, in Weinbergen, an Mauern; vielfachauch in Anlagen aller Art gepflanzt. Von der Ebene bis in die Bergstufe: in den Herzy»nischen Gebirgen bis 400 m (auf Muschelkalk im Werragebirge noch höher), in den Nordalpenin Tirol bis 1100 m, im Prättigau bis 1400 m, in den Zentralalpen im Wallis bis 1500 m,in den Südalpen in Südtirol bis 1264 m (Klobenstein), im Tessin bis 1525 m; im Kaukasusbis 1500 m. Auf Kalk häufiger als auf Urgestein.

In Deutschland verbreitet und ziemlich häufig in den südlichen und mittleren Landesteilen, aber in denhöheren Lagen fehlend, nördlich bis zum Niederrheinischen Hügelgebiete, bis Westfalen (Hagen, Lelmatke, Iserlohn,Sundwig, Attendorn, Kühkampsberg bei Wevelsburg an der Alme, Weldaer Berge bei Warburg), bis zum Harz,Magdeburg, bis zum Mecklenburgisch. Pommerisih.Westpreussischen Höhenrücken (das Vorkommen bei Schweizin Westpreussen ist wie das von Cotoneaster melanocarpa [Ed. IV, pag. 6S4[ nach Abromeit zweifelhaft)Hegi, Flora. V, 3. 326

Fig. 2929. Ligustrum vulgare L., blühend. Phot. E. R.Pfenninger, München.