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5,3 (1927) Dicotyledones : (IV. Teil), Sympetalae
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1943
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1943

Jahre 1911 13529 dz (Doppelzentner) Oliven und 2122 hl Oel, für Spanien 22195164 dz Oliven und 4217826 dz Oel,während 1912 in Italien nur 6097 dz Oliven und 958 hl Oel, in Spanien 3553310 dz Oel und 630012 dz Oel gewonnenwurden. Die durchschnittliche Welternte beläuft sidi auf 8 Millionen hl, von denen 7 in den Erzeugungs«ländern selbst verbraucht werden und nur der Rest in den Welthandel kommt. Die Einfuhr nach Deutsch«land und Oesterreich beträgt rund Je 3 Millionen kg. Das Olivenöl wurde schon im Altertum in mannigfaltigsterWeise als Genussmittel, Brennöl, zum Einfetten der Haut, zu sakralen Handlungen (Salben der Könige) usw.verwendet. Es galt ferner auch als vielseitiges Heilmittel in Form von Wundpflastern, Salben, Wund» undSamariterbalsam, gegen verhärtete Geschwüre, schlechtes Gehör und als Purgativum. Gegenwärtig dient esbesonders als Speiseöl, technisch als Brenn, und Maschinenöl, zur Bereitung von Seifen (Venetianische, MarseillerSeife) zur Herstellung gewisser Webstoffe, des Türkischrotöls (namentlich des Tournantöl), usw. Offizineil istdas vollkommen reine Olivenöl (D. A. VI, 1927, Pharm. Austr. et Helv.) unter dem Namen Oleum olivärum(O. Olivae s. Oleum olivarum öptimum). Es dient innerlich als ein»hüllendes Mittel bei Magen« und Darmentzündungen und Vergiftungendurch ätzende und kaustische Salze usw., als schwaches Abführ«mittel, bei Hämorrhoidal« und Gallensteinleiden, äusserlich als reiz«milderndes, deckendes und erweichendes Mittel, ferner zur Bereitungvon Salben, Linimenten und Pflastern. Neben Kalilauge (7 Teile), Wein»geist (30 Teile) und Wasser (17 Teile) bildet Olivenöl (6 Teile) einenBestandteil des gleichfalls offizineilen Seifenspiritus (Spiritus sapo»nätus). Früher wurde im D. A. auch das Baumöl (Oleum olivärumcommune, das Gemeine oder Grüne Baumöl) geführt, das aber nuräusserlich Anwendung findet. Eine andere, vielfach in ihrer Bedeu»tung unterschätzte Verwendung finden die Olivenfrüchte als unmittel»bares Nahrungsmittel. Am bekanntesten ist die Benützung als Salz«oliven (Oliven pikles), die bereits von den Römern sehr geschätztwaren und die z. B. Horaz Jedem anderen Leckerbissen vorzog. InKalifornien wird gegenwärtig fast die ganze Ernte in dieser Weiseverarbeitet. Weit grösser noch ist die Menge, die nach einer künst«liehen Vorbereitung (zur Entfernung des bitteren Geschmackes)besonders von den ärmeren Volksschichten des Mittelmeergebietesgegessen wird. Die Oliven werden um so wohlschmeckender, Jetrockener sie sind. In Algerien gibt es sogar gewisse Sorten, dieohne vorausgehende Vorbereitung genossen werden können. InTunesien werden Tafeloliven (mellahi genannt) gezogen, die dieGrösse von Aprikosen besitzen. Die besten Salzoliven stammenaus Andalusien, besonders aus Sevilla. Sie kommen in kleinen,aus Eichenholz gefertigten Tonnen in den Handel. Auch in Essigeingelegte Oliven werden versandt.

Das Holz des Oelbatimes ist schön blass=braungelb gefärbt,sehr fest und hart, feinfaserig, wenig elastisch und gut politurfähig.

Sein spezifisches Lufttrocken.Gewicht beträgt 0,92. Es wird vielfachals Brennholz verwendet, eignet sich aber auch vorzüglich zu feinenTischler«, Drechsler« und Bildhauerbeiten. Nizza, Sorrent, Bellaggio,

Florenz und Arco sind bekannte Stätten solcher Verarbeitung. Auch gute Holzkohle wird daraus bereitet.Die Rinde enthält das Glykosid Oleuropein, ein phenolartiges Olenitol (Ci iHioOe), Ipuranol (C23H40O4), Penta«triacontan, Phytosterin (C27H10O + HsO), Alkohol (CssHcsOi) und Säuren. In den Jungen Zweigen wurdenachgewiesen Mannit, eine paraffinartige Substanz und ein Glykosid mit blauer Fluorescens (?) Die JungenSchosse wurden früher besonders in Algerien zu Spazierstöcken verarbeitet. Durch die Lebenstätigkeit einesBakterium, das nach T r a b u t durch Insekten übertragen wird und im Cambium lebt, soll die Manna=Aus«Scheidung hervorgerufen werden, in welcher Mannit und Glukose festgestellt worden sind. Die dem typischenHartlaubblatt«Typus entsprechenden Laubblätter führen Mannit (nur vom November bis zum Februar?), denBitterstoff Olivamarin, wachsartige Substanzen, Harz, Säuren, fettartige Verbindungen, Carotin, ätherischesOel, Gerbstoffe usw. Sie wurden früher gegen Skrofulöse und Malaria benutzt, dienen aber gegenwärtignur noch frisch ausgezogen in Form von Tinkturen bezw. Extrakten als Febrifugum, Antiperiodicum undbesonders als Tonicum. Im Mittelmeergebiete werden sie häufig verfüttert.

An Missbildungen wurden beobachtet! Verbänderung der Zweige, Spaltung der Laubblattspreiten(2« und 3«spitzige Laubblätter), die besonders an Stockausschlägen auftritt, Uebergangsbildungen zur quirligen

Fig. 2926. Spross eines krebskranken Oelbaumes(Olea Europaea L.) mit den durch die Krebs-bakterie Pseudomonas Savastanoi hervor-gerufenen Oelgallen.