1944
Laubblattstellung und Zwillingsknospen in den Achseln gespaltener Laubblätter, die zu am Grunde verwachsenenZweigen auswachsen. Die Bakterie Pseudomönas Savastänoi (= Bacterium Savastanoi, = Bacillus Öleae)ruft an den Stämmen und Aesten die als „Oelgallen" (ital. s Rogna) bekannten Krebsknoten (Oelbaumtuber»kulose) hervor (Fig. 2926). Als Schmarotzer tritt in Palästina, Marokko und im südlichen Spanien die Oelbaum»MistelViscum cruciätum Sieb. auf. Von Pilzschädlingen sind namentlich hervorzuheben; Gloeospörium oliväriumd'Almeida und Cylindrospörium Olivae L. Petri, die Fledcenbildungen und Schrumpfungen der Früchtehervorrufen, Cyclogönium oleagineum Cast., das besonders auf den Laubblättern, aber auch auf den Frucht»stielen und Früchten eine ähnliche Erscheinung hervorruft, Capnödium salicinum, ein Russtaupilz und StictisPanizzei De Not., welch letzteres die Brusca.Krankheit hervorrufen soll. Polyporus fülvus Scop. var. ÖleaeScop. verursacht bisweilen ein vorzeitiges Faulen des Holzes. Näheres vgl. L. Degrully (L'Olivier. Montpellier1907). Als tierische Schädlinge sind in erster Linie zu nennen: Däcus Öleae F., die Oelfliege (Mucha dell'ulivo, Mosca olearia, Mouche), deren Larven im Fruchtfleisch leben und bei zahlreichem Auftreten dieErnte in Frage stellen können. Auch verleihen sie dem Oele einen unangenehmen Beigeschmack. Man dürftemit der Annahme nicht fehl gehen, dass die starke Vermehrung dieser Fliege in engem Zusammenhang mitdem bekannten Massenmord der kleinen Singvögel zu Speisezwecken steht. Technische Bekämpfungsmittelsind bisher nicht bekannt. T i n 6 a o 1 e 611 a Fabr. (Motte) greift die Kerne an, Pysdlla öleae Forsk. dieBlüten. Hyl6sinus oleip6rda Fabr. und Phloeotribus öleae Fabr. (zwei Käfer) leben im Holze.
Näheres vgl. Paoli a Tagliaferri, La Mosca delle olive ed il modo di combatterla, Firenze, 1909. In Kali«formen sind besonders Lecänium öleae und eine Meliola=Art gefährlich geworden.
DXCI. Ligüstrum 1 ) L. Liguster, Rainweide. Franz.: Troene; engl.: Privet;
ital.: Ligustro.
Sträucher oder kleine Bäume mit sommer», winter» oder immergrünen, gegenständigen,ungeteilten Laubblättern. Blüten in breitrispigen, rispentraubigen oder ährenrispigen end=ständigen und daneben auch blattachselständigen Blütenständen, weiss oder gelblich. Kelchkurz, glockig, mit 4 in der Regel sehr kurzen Zähnen. Krone tellerförmig bis fast radförmig,länger oder kürzer als die Röhre, mit 4 Zipfeln. Staubblätter 2; Staubfäden kurz; Staub»beutel Seiten» und auswärtswendig. Griffel meist kurz, selten verlängert, mit ausgerandeteroder 2=lappiger Narbe. Frudit eine kugelige bis länglich * eiförmige Beere. Samen mitfleischigem Endosperm. Keimling mit flachen Keimblättern und kurzem Stämmchen.
Die Gattung bewohnt vorwiegend das östliche Asien von Japan und China bis Ostindien und denIndischen Archipel und erstreckt sich — immer artenärmer werdend — bis Europa, wo als einziger VertreterLigustrum vulgare L. zu finden ist. Sie umfasst etwa 50 Arten, ist aber systematisch nur ungenügend bekannt(Vorarbeiten zu einer Monographie vgl. Joh. Mattfeld in Englers Botan. Jahrbücher. Bd. 69, 1924 und C.K.
Schneider, Handbuch der Gehölzkunde. Bd. II, 1912) und spielt auch wirtschaftlich nur eine geringe Rolle.
Auf dem chinesischen L. lucidum Axt. (s. u.) wird in der Heimat eine Schildlaus (Cöccus ceriferus Fabr.) gezogen,von der das seit alten Zeiten in der chinesischen Heilkunde verwendete weisse Chinesische Insektenwachs(Pelawachs, Chinesisches Baumwachs, Cire d'insectes) gewonnen wird. In Südjapan verwendet man in ähn«licher Weise eine auf L. Iböta Siebold lebende Schildlaus. Eine kleine Zahl von Arten wird bisweilen inGärten gepflanzt. Genannt seien:
1. Junge Zweige und Laubblätter kahl; letztere lederig, immergrün oder wenigstens Wintergrün. 2.
1*. Junge Zweige und Laubblätter behaart oder wenigstens die jungen Zweige, bezw. die Laub»
blätter i behaart; letztere weich, meist sommergrün
2. Laubblätter immergrün. Blütenstand kahl. Kronröhre 2» bis 3»mal so lang als die Kronzipfel. 3.
2*. Laubblätter Wintergrün, spitz. Blütenstand deutlich behaart. Kronröhre kürzer oder kaum
länger als die Kronzipfel L. ovalifolium.
3. Strauch von aufrechtem Wuchs, im Frühling bräunlich austreibend. Laubblätter gross, bis 8 cm lang,wenig zugespitzt, unten wenig abgerundet, dick.lederig, glänzend. Blüten erst im September erscheinend, in
') Name des Ligusters bei den Römern, wohl abgeleitet von lat. ligäre = binden. Den gleichen Ur.sprung hat das griechische, von Theophrast benützte Wort aniQaia [spiraia], das von aneiqäu) [speiräo]
= winde abzuleiten ist. Die lateinische Bezeidinung kommt z. B. bei Mattioli, desgl. bei Thal vor.
Im Hortus Eystettensis (1597) findet sich die deutsche Bezeichnung Kleines Weidenwundholz. .