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5,3 (1927) Dicotyledones : (IV. Teil), Sympetalae
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1915
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1915

in den Gärten wird, aber alljährlich reichlich Früchte trägt. Gradmann glaubt (wohl mit Unrecht) aus der»artigen Verhältnissen die Urwüchsigheit des Flieders auch in den Karpaten verneinen zu können. Der Ein»bürgerung in gewissen Gegenden Mitteleuropas ist besonders dadurch Vorschub geleistet worden, dass esfrüher vielerorten üblich war, an Stelle der Mauern als Einfassung von Gärten und Grundstücken lebendeZäune zu verwenden, zu denen neben Craetaegus=Arten, Berberis vulgaris, Lycium halimifolium, Sambucusnigra, Ligustrum vulgare, Prunus spinosa, Prunus Mahaleb, Carpinus Betulus usw. auch der Flieder wegenseiner starken Ausbreitungskraft gewählt wurde.

Syringa vulgaris wurde nach W. J. G o v e r t s (Mitteilungen der Deutschen Dendrologischen Gesell»schaft, 1920) etwa 902 durch die Araber (woher?) nach Spanien gebracht (Spanischer Flieder"), scheint abervon dort aus zunächst nicht nach Mitteleuropa gelangt zu sein. 1544 berichtet der Leibarzt Kaiser Karls V.und Ferdinands II., Pierandrea Matthiolus, über den Flieder. In einer deutschen Uebersetzung schreibt er;Diese Pflanze hat der berühmte Augerius von Busbecq (der kaiserliche Gesandte an der Hohen Pforte),unter der Bezeichnung Lilak mit sich herge»bracht. Es ist nicht möglich, die lebende Pflanzezu sehen, wohl aber die kunstgerecht und sorg»sam gemalte. Gleichwohl hat er mir in diesemJahre aus Padua ein ganz frisches Reisleindieser Pflanze gemalt, das mit reichlichen Blütenversehen, und danach ein anderes mit Früchten.

Jacobius Antonius Cortusus hat geschrieben!

Diese Pflanze sei ihm aus Aphäa (auf Kreta)zugesandt, wo sie ungeheuer reichlich vor«kommt i sie wird ihm mit dem heimischenNamen Seringa benannt." Um dieselbe Zeitwird er von Caesalpini aus dem Este'schenGarten genannt. Seine Hauptverbreitung soller von 1557 an durch Quekelbeen erlangthaben. Bereits Camerarius führt ihn alshäufig in Deutschland aufshorti plerique Ger»maniae." B e 11 o n i u s bezeichnet ihn alsFuchs»schwänz", Zwinger alsSyringsbaum". ImJahre 1597 soll der Strauch in Mitteleuropa zumersten Male zum Blühen gebracht worden sein.

1598 soll er nach Bauhin in Württembergim herzoglichen Garten zu Göppingen in einerweissblühenden und in Kirchheim im Garten desApothekers Lutz in einer rotblühenden Formzu sehen gewesen sein. Im selben Jahre wurdeder Flieder auch in England von Joh. Ge«rar de gezogen. 1600 war er in Breslau be»kannt. In den Horti Schulziani wurde er Fig. 2904. Syringa vulgaris L., kultivierte, blühende Sträucher.

als Lilac Turicum bezeichnet. C. Schwenck» Ph °t- Aloys Trottmann, Miesbach-Engelberg.

feld nennt ihn S. coerulea im Gegensatz

zu S. alba, unter welchem Namen er Philadelphus coronarius verstand. Im allgemeinen blieb derStrauch aber ein Ziergewächs der vornehmen Gärten und hat erst allmählich seine allgemeine Ausbreitungund Beliebtheit erlangt. Vor 1809 fand er sich auch im Karthäusergarten zu Eisenach. Gegenwärtig wird erin den allbekannten, oft prächtigen, weissblütigen bis tiefpurpurnen Kulturformen überall gezogen, ist aberdurch seinen starken, von einem ätherischen Oele stammenden Duft für empfindliche Personen unangenehm(vgl. auch die deutschen Volksnamen). Infolge der Leichtigkeit, mit der sich die Zweige im Winter zur Blütebringen lassen, spielt er seit neuerer Zeit für die gärtnerischen Betriebe eine bedeutende Rolle. Das Austreibenkann auf sehr verschiedene Weise angeregt werden. Verbreitet sind das Aetherisierungsverfahren (H, N, Oa, NO ü ,auch stark acetylenhaltige oder an Formaldehyddämpfen reiche Luft führen zum selben Ziele) und das Warmbad,verfahren, mit welch letzterem sich namentlich H. Molisch eingehend befasst hat (Das Warmbad alsMittel zum Treiben der Pflanzen, Jena 1909). Mehr theoretische Bedeutung kommt den Treibversuchen vonF.Weber (Quetschen der Knospen durch einen Quetschhahn), Jesenko (Baden in verdünnten Säuren,Einpressen von alkoholischen Lösungen in die Schnittfläche), Portheim und Kühn (Entschuppen von Knospen),P. Reiss (Bestrahlung mit X=Strahlen), O.Richter (Benutzung von konzentrierter Schwefelsäure) usw. zu.

He gi, Flora. V, 3. J>24