1912
lanzettlich oder verkehrt»eiförmig»lanzettlich, 5 bis 7 cm lang, 3 bis 4 cm breit, am Grunde zusammen«gezogen, gegen die Spitze zugespitzt, kahl, mit 1,5 cm langem Stiel. Blütenstände gross, ausgebreitet. Kelch2 mm lang, i unregelmässig, 4»teilig. Kronröhre zylindrisch, 7 bis 8 mm lang, lila; Kronzipfel eiförmig,zugespitzt oder abgerundet. Früchte selten entwickelt und dann denen von S. Persica gleichend. Diese alsBastard angesprochene Pflanze ist nach Goverts 1795 durch Williams nach Kew gebracht worden. Nachanderen Quellen soll sie 1777 von dem Handelsgärtner Varin in Rouen aus Samen der S. Persica var.laciniata erzogen worden sein. Auch späterhin will man dieselbe Entstehung festgestellt haben.
1. Kronröhre lang, den Kelch weit überragend. Staubblätter Im Schlund der Blüte eingeschlossen(Untergattung Eusyringa K. Koch) 2.
1*. Kronröhre kaum länger als der Kelch. Staubblätter aus dem Schlund der Krone hervorragend
(Untergattung Ligustrina [Rupr.] Maxim.) S. Amurensiss. pag. 1909.
2. Blütenstände aus den End«knospen der vorjährigen Zweige her»
vorgehend 3.
2*. Blütenstände aus Seitenknos»pen der vorjährigen Zweige hervor,gehend (Sektion Vulgäres) ... 5.
3. Laubblätter unterseits ohnePapillen 4.
3*. Laubblätter unterseits mit Pa«pillen .... S. Emodi pag. 1910.
4. Kronröhre 15 bis 18 mm lang;
Kronzipfel während der Blütezeit auf«recht. Frucht spitz. S. J o s i k a e a pag. 1909.
4*. Kronröhre im Mittel 11 mmlang; Kronzipfel während der Blüte»zeit abstehend. Frucht stumpf S. vi 11 osa pag. 1910.
5. Laubblätter gross, bis 16 cmlang und 8 cm breit, stets ungeteilt. 6.
5*. Laubblätter klein, bis 5 cmlang und 3 cm breit 7.
6. Laubblätter am Grunde herz«
Fig. 2901. Syringa vutgarisL. a Zweig mit noch nicht erblühtem Blütenstand. oder nierenförmig. Kronzipfel ib zu»b Blühender Zweig einer gefüllten Kulturform, c Gefüllte Blüten, d und e Laubblätter. gespitzt . . . S. o b 1 a t a pag. 1911.
6*. Laubblätter am Grunde zu«
gespitzt oder halb herzförmig. Kronzipfel ^ abgerundet S. vulgaris nr. 2221.
7. Laubblätter gefiedert oder ungeteilt und dann nicht über 3 cm lang und 1 cm breit. Blüten»
stand klein S. Persica pag. 1911.
7*. Laubblätter ungeteilt, meist 5 bis 7 cm lang und 3 bis 4 cm breit. Blütenstand gross, lockerausgebreitet S. P er sica X S. vu 1 garis pag. 1911.
2221. Syringa vulgaris L. Gemeiner Flieder, Spanischer Flieder (fälschlich Holunder).
Fig. 2897 bis 2907.
Die vielfach für den Strauch üblichen Bezeichnungen Flieder, Holler (Holunder) gelten ursprüng.lieh für den einheimischen Holunder (Sambucus nigra; vgl. Bd. VI/1, pag. 237) und sind erst später (oft mitZusätzen wie spanisch, türkisch, welsch, um die fremde Herkunft anzudeuten) auf Syringa übertragen worden,z.B. Fliider, Flirra (plattdeutsch, Flider (Schweiz)■, spaensche Ellhoern [= Holunder] (Schleswig),Holunder (z. B. Braunsch weig, Sachsen), (b 1 a u e r, türkischer) H o 11 e r (bayrisch.österreidiisch), (blauer,spanischer) Holder(e) (Schwaben, Schweiz), Baure»Holder (Franken), Schmeckholler [nachdem angenehmen Duft] (Oberfranken). Die duftenden Blüten gleichen in ihrer Form etwa den Naglein,Gewürznelken [Knospen von Caryophyllus aromaticus; vgl. auch „Nelke", Bd. III, pag. 319], daherNiägelken, Nagel(ke)bom (plattdeutsch), Nagelkes, Nägelchesblume, Nälchesblume,Nägelcher (fränkisch), Groffensnal [von „caryophyllus"] (Aachen), Nägala (schwäbisch),Nägeli«, Essnägeli(bluost) (Schweiz). Auf die Blütezeit (Mai, Pfingsten, Christi Himmelfahrt)weisen hin: Maiblöm (bergisch), Maibluem (Elsass), Maierösli (Baden), Maiebluest (Schweiz),