1911
biälter aus dem Kronschlund hervorragend. Frucht walzlich, zugespitzt. Heimat i Zentralasien von Afghanistanbis zum Nordwest.Himalaya und Neapel. Die 1828 von Wallich entdeckte Art wurde 1840 nach Europagebracht und ist, wenn auch nicht häufig, namentlich in einer gelbbunten Form in Kultur. —Von den Vulgaresseien ausser S. vulgaris L. (s. u.) genannt: S. obldta Lindl. 2 bis 4 m hoher Strauch oder (wenigstens inder Heimat) kleiner Baum mit aufrecht ausgebreitet verzweigten
Aesten und kahlen oder anfangs kurzhaarigen Zweigen. Knospen iSÖÄ
kugelig, eiförmig, braun.purpurn. Laubblätter so lang wie breit,rundlich.herzförmig bis rundlich-eiförmig, plötzlich kurz zugespitzt,
lederig, kahl. Blüten in einfachen oder gegabelten, grossen, lockeren, oä*
fein drüsig behaarten Rispen. Kelch fein behaart, kurz buchtig ^
gezähnt oder fast stumpf. Krone etwa 10 bis 12 mm lang, mit
ausgebreiteten Zipfeln. Frucht fein zugespitzt. Heimat i Nord«
Chinai Tschili, Schensi, Schantung, Korea. Seit 1859 in Europa
in der gross« und kahlblättrigen var. typica Lingelsh. in Kultur
und sehr beliebt, da sich die Blütenknospenzweige schon nach
3 1 /»- bis 4-wöchentlidiem Treiben zum Blühen bringen lassen. ^
Infolge der etwa 14 Tage vor S. vulgaris einsetzenden Blüte 10^^~y-..
leidet aber der Strauch in Mitteleuropa unter Spätfrösten und ist "
daher für kalte, frostreichere Lagen nicht empfehlenswert. Nur ausGärten bekannt ist die klein« und behaartblättrige var. affinis(Henry) Lingelsh. — S. P & r s i c a L. Fig. 2899.1 bis 2 m hoher, breit aufrechtverästelter Strauch mit kantigen, kahlen oder kaum drüsig behaarten,jungen Zweigen. Laubblätter kahl, über 5 mm lang gestielt, einfachoder 3« oder fiederteiligen (var. laciniäta Alt.), 2 bis 4 cm lang,die einfachen eilanzettlich bis länglich«lanzettlich, vorn allmählich zu« ff/*
gespitzt, in den Blattstiel verschmälert, ganzrandig, häutig oder leicht p'f
lederig. Blüten in endständigen oder aus den obersten, seitlichen
Knospen sich entwickelnden, lockeren Rispen. Kelch 4«zähnig, oft y,f
tief in 2 Teile gespalten. Krone 12 bis 14 mm lang, helllila oder Ii]
weiss (f. alba [Ait.]). Frucht etwa 1 cm lang, fast geflügelt, 4«kantig,
, o .. . , , tt . . « n <■ < < .1* 1 Fig. 2899. Syringa Persica L.
an der Spitze gestutzt. Heimat nicht vollständig bekannt; wild nach Blühender Zweig.
Lingelsheim in Persien, Afghanistan, Kaschmir, West«Himalaya,
Tibet. C. K. Schneider hält wohl mit Unrecht die Art für einen seit altersher in Persien kultivierten Bastard,
als dessen Eltern S. vulgaris und die afghanische S. Afghänica C. K. Schneider oder eine der letzteren nahe
Verwandte in Frage kommen sollen (vgl. auch Knapp,
C fD Ml//) J- A., Die Heimat von Syringa Persica. Oester. Botan.
V ( V w Zeitschrift, 1880). In England wurde der Strauch durch
11) I' SÄ/ [tes Joh. Tradescant 1640 eingeführt. In Schlesien fand
MM c . \ JA _ er sich (auch weissblühend) zur Zeit der Renaissance,
y l~39 auch im Hortus Cliffortianus. Seitdem ist er über
^ ganz Europa verbreitet worden und häufig in Kultur.
li/ IÄ~J§C^k 3 Nach H.L.Späth entwickelt die schlitzblätterige var.
Qt Q/ijimK©f \ laciniata an Johannistrieben ganzrandige Laubblätter,
d Y schlägt dabei also zur Stammform zurück. Verwildert
wurde die Art bei Halle an der Burg Giebichenstein,
am Schlossfelsen bei Ried unweit Bozen und am Fuss
- j der Festung Aarburg (Schweiz) festgestellt. — Ausser
' dem oben erwähnten Bastard S. Josikaea Jacq. X S.
*' _■*_.> villosa Vahl (= S. Henry i C.K.Schneider) werden
»wj WlB R»? von weiteren Hybriden kultiviert > S. obldta Lindl
tPßfF' x S. vulgaris L. ( = S. hyacinthif 1 öra Reh.).
und häufig auch S. Persica L. X S. vulgaris L.
Fig. 2900. Syringa vulgaris L. « Blühender Zweig. (_ §. Chin6nsis Wiild. X S. Rothomagdnsis A. Rieh.b Längsschnitt durch die Bliite. c Narbe, d Fruchtkapsel v _ . _ _ ., t „ vr^o
geöffnet. = S. correläta A. Braun, = S. dubia Pers.). Der S.
Persica meist näher stehend, von S. vulgaris abweichenddurch kleinere, schmälere Laubblätter und zfc kantige Zweige. Zwei bis 3 m hoher, breitbuschiger, von Jugendan ganz kahler Strauch, mit hackig «hängenden, gelben oder graugelben Zweigen. Laubblätter eiförmig.