1905
F. suspensa, F. viridissima und der zwischen ihnen stehende, sehr formenreidie Bastard werdenhäufig gezogen, während die wenig ansehnliche F. Europaea fast nur in Botanischen Gärten anzutreffen ist.Der letztgenannten Art eng verwandt und ebenfalls nur selten (z. B. in der Pfalz) kultiviert wird die chinesischeF. Giraldidna Lingelsh., die sich durch langgeschnäbelte Kapseln unterscheidet. F. Europaea wurde 1893in Albanien im Distrikt Orosi bei Simoni und Kalyvaria von Baldacci entdeckt und 1902 von O. Froebelin die Gärten eingeführt. Die Art ist pflanzengeographisch von hoher Bedeutung, da sie gleich AesculusHippocastanum (Bd. V/2, pag. 303), Picea Oraorica, Haberlea Rhodopensis ein tertiär.boreales Relikt darstellt,deren Verwandte in China heimisch sind. Der Strauch bildet in den albanischen Bergländern, in denen erin neuester Zeit häufiger festgestellt worden ist, dichte, zusammenhängende Gebüsche (so z. B. an den Nord,und Osthängen des Grossen Bardaniolt auf Serpentin). Die dem Lichte unmittelbar ausgesetzten Laubblätterstehen darin in regelmässig dekussierter Stellung und sind derb und oft rötlich überlaufen, die Schattenblätterhingegen ordnen sich durch Drehung der Stiele 2-zeilig an, sindweicher und dabei lichter grün. — 3. Olefneae. Frucht eine ^
Steinfrucht. Aus dieser 12 Gattungen umfassenden Tribus kommen \\ «
für die mitteleuropäische Flora als einheimisch oder wenigstenssubspontan in Betracht die Gattungen Phillyr6a L., Olea L.
und Ligüstrum L. (s. u.). Ausserdem werden hie und da \
Vertreter folgender Gattungen in Gärten gezogen- Osmdnthus \
frägrans Lour. (= Ölea fragrans Thunb.). Ein» bis zu 2 m v
hoher Strauch mit immergrünen, didclederigen, ganzrandigen oder
gezahnten, oberseits glänzend dunkelgrünen Laubblättern. Blüten . ^/J'zwitterig oder 1 »geschlechtig, in armblütigen Blütenständen, weiss T fj f/hL ,)
oder rötlich. Frucht eine meist 1 .sämige Steinfrucht. V, häufig l /;&</,
nochmals im Herbst (bis XI). Heimat! Ostasien vom Himalaya !A
bis China und Japan. Die Laubblätter enthalten ein Phillyrin» ') /(vJ'i
ähnliches Glykosid. Die Blüten dienen zum Parfümieren des t \\\ ffi \V )\
chinesischen Tees 1 ). In Russland wird der Strauch gern als \ \i \JfkM.
Zimmergewädis gehalten. — Aehnlich und völlig an einen Ilexerinnernd ist O. A q u i f ö 1 i u m Sieb, et Zucc. mit kleineren, kaum bis5 cm langen, ganzrandigen oder mit 1 bis 4 groben Stachelzähnenbesetzten Laubblättern. Blüten wie bei der vorigen Art, abergrösser, grünlichweiss. Heimati Süd» und Mittel-Japan. Seit langemin Kultur. In der Veränderlichkeit der Laubblattform schliesst sichdieser kleine Strauch an Hex Aquifölium an, d. h. an älteren TTj M
Pflanzen werden die Laubblatter meist ganzrandig (var. myrti» d \\ t
fölia Baill.), während die Jüngeren Sträucher stachelspitzige Laub»
< ... .r.t. d ii \ l. •. r>- AI. r i- i Fig' 2895. Forsythia suspensa Vahl.
blätter (var. ilicifölia Baill.) bes.tzen. Die Altersform lasst a 8 Bluhender Zweig . ^ Zwei g mit Laubblätter, c Kurz-sich vegetativ vermehren. — Aehnlich sind der hinsichtlich seiner griffelige Blüte, d Langgriffelige Blüte.Herkunft unbekannte und vielleicht als Bastard aufzufassende
O. Fortun6i Carr. (Laubblätter mit 8 bis 12 stechenden Zähnen. Kelchzähne gezähnelt, nicht ganzrandig),sowie der vor allen übrigen Arten durch unterseits dunkelpunktierle Laubblätter ausgezeichnete O. DelaväyiFrandiet aus dem Yünnan. — Aus der mit etwa 14 Arten von Nordamerika bis Brasilien verbreiteten GattungAd61ia P. Br. (= Forsttera Poir.) findet sich in Kultur A. acuminata Michx. (= F. acuminäta Poir.), 1 bis3 m hoher Siraudi mit kahlen, beidseitig scharf zugespitzten und meist nur über der Mitte schwach entferntsägezähnigen Laubblättern aus den südlichen Unionsiaaten und A. 1 igustrina Michx. mit ± behaarten, kurzzugespitzten und am Rande ringsum i scharf gezähnten Laubblätter aus etwa demselben Gebiete wie die vorige Art.— Aus der Gattung ChionänthusL. (mit 2 Arten) wird besonders gepflanzt i C. V i r g i n i c a L. Aufrechter, bis3 m hoher Strauch oder bis 10 m hoher, kleiner Baum mit grau-olivgrünen, fein behaarten Zweigen. Laubblättereiförmig, länglich bis breit lanzettlich, bis 26 cm lang und 9 cm breit, zugespitzt oder spitz, in den Grund ver»schmälert, oberseits glänzend dunkelgrün, unterseits ± graugrün. Blüten auf langen, schlanken Stielen in nickendenoder hängenden Rispen, zwitterig oder vielehig. Kelch mit 4»spa!tigem Saum. Staubblätter 2, selten 3 bis 4. —V, VI. Heimat ■. Nordamerika von Pennsylvanien bis Florida und Texas. Die winterharte Pflanze wird ihrerschönen, weissen Blütenrispen, sowie der in ein lichtes Hellgelb verfärbenden Laubblätter wegen gern gezogen ;Ihre Wurzelrinde wird als Cörtex Chionänthi virginicae rädicis (Chionanthusrinde, Fringe»treebark, White tringe bark, Poison»ash bark usw.) in neuerer Zeit hie und da aus Amerika nach Europa ein»
') In Indien, besonders auf Ceylon, ist eine derartige Parfümierung streng verpönt.