1894
boden bleiben die Köpfe kleiner, manchmal nur 1. bis 3.blütig. Schon die Tatsache, dass die Früchte imWasser sofort untersinken, spricht gegen die Annahme einer rezenten Herabschwemmung aus den Alpen.Die Rosetten arbeiten sich bei Ueberschüttung mit Sand und Schlamm durch Wachstum des Wurzelstocks■wieder heraus. Die durch alljährlich 2 bis 4 Monate dauernde Ueberflutung schlaff und bleich gewordenen
Rosettenblatter werden im August durch neue ersetzt, die denUl li ffi ar Winter überdauern. — Möglicherweise ist die aus dem tiefern Friaul
MM Ii (Castions di Strada), von Bergamo und aus der Lombardei ange»
rJIJI m I gebene .Armeria vulgaris var. elongata* mit purpurea identisch.
2219. Sfatice plantagi'nca All. (= St. arenaria Pers., = Ar=meria plantagineaWilld., = A.rigidaWallr., = A. arenariaEbel, = A. montdna Wallr. non St. montana Miller, = A.allidcea Ebel non Cav., = Statice Armeria var. elon=gäta Murith non auct. plur.). Wegerich = Sandnelke.
Franz.: Armerie plantain. Fig. 2891 und 2885.
Rosettenstaude mit sehr kräftiger Pfahlwurzelund kurzem, verzweigtem, von zerfasernden Blattrestenumhülltem Erdstock. Rosettenblätter sehr zahlreich, +6 bis 12 cm lang und 3 bis 8 mm breit, im oberenDrittel am breitesten, spitz oder abgerundet, am Grundscheidig verbreitert, meist völlig kahl, mit 3 bis 7 pa=rallelen Nerven, bleichgrün. Schaft 1 in der Rosette,aufrecht, 2 bis 5 dm lang und l 1 /^ bis 2 1 /s mm dick,kahl. Köpfe kugelig, i 2 cm breit. Hüllblätter inmeist 4 Reihen, die äusseren ganz trockenhäutig, ± 1 bis2 1 /a cm lang, allmählich lang zugespitzt, viel länger alsdie inneren, mit zu einer i 3 bis 4 cm langen, denoberen Schaftstiel umschliessenden, unten zerschlitztenRöhre verwachsenen Spornen. Innere Hüllblätter breitabgerundet, mit kurzer, den fast farblosen Hautsaumkaum überragender Spitze. Kelch mit enger, den Stielan Länge nicht oder wenig überragender, auf den10 Rippen vorwärts ausgedrückt behaarter Röhre undvon den 5 verlängerten, aussen behaarten Grannenausgespanntem, farblosem Hautsaum. Kronblätter längerals der Kelch, deutlich ausgerandet, hell karminrot.Frucht geschlossen bleibend. Samen 2 1 /» mm lang,2=kantig, glänzendbraun. — VI, VII.
Nur auf trockenem Sand in Heidewiesen (beson»ders in Weingaertnerieten) und Föhren Wäldchen im mitt=leren Rheintal zwischen Mainz, Budenheim und Nieder*ingelheim (Mombacher Heide) und bei Oberstein (hiersicher als Gartenflüchtling oder absichtlich angesät), früherauch bei Sandtorf (1902 durch den Bahnbau vernichtet)
Fig.2891. Statice pl an tag i ne a AU. a Habitus.b Rosettenblatt. c Blütenstand. d Hüllblätter.e Kronblatt. / Junger Wickel (nach M a u r y),g alter Wickel mit den Deckblättern, h Blüte, i Kelch.k und l Krone präfloral.
und ferner in trockenen Magerwiesen der Penninischen Alpen : in der Schweiz nur imEringertal zwischen Evolene und Ferpecle, besonders an kleinen Felsgräten zwischen LaForclaz und Sepey im Val de Ferpecle (hier von Chenevard und Pannatier entdeckt)}häufiger erst auf der italienischen Seite (z. B. zwischen Breuil und Valtournanche und imVal d'Ollomont am Südhang des Grossen St. Bernhard).