1889
des Schaftes durch Gallinsekten und Nematoden hervorgerufen (näheres hierüber in der Dissertation Petris,Berlin, 1863, bei J. Mattfeld in Verh. Bot. Ver. Prov. Brandenburg. Bd. XLV1II, 1917 und Grüning inSitzungsber. Schles. Ges. f. vaterländ. Kultur, 1913).
2. var. elongäta (Hoffmann als Art) DC. (= Armeria elongata Koch, = A. campestris Wallroth).Rosettenblätter oft über 8 bis 12 cm lang, 1 bis 2 mm breit, l»nervig, am Rand oft gewimpert. Schaft i 2 bis5 dm lang. Köpfe ± l'/ a bis 2 cm breit. Aeussere Hüllblätter meist zugespitzt, ± ganz hellbraun. Kronblättermeist blassrosa. Die im Binnenland verbreitetste Form ist f. vulgdris (Willd.) (= A. campestris Willd. var.Hoffmänni Wallr.) mit hohem, kahlem Schaft (verkürzt bei f. breviscapa Uechtr., flaumig behaart beif. pubescens Detharding vix Lam.), derben, lang zugespitzten Hüllblättern, nur an den Kanten behaartemKelch, meist gestutzten, blassenKronblättern (lebhafter rot beif. persicina Bolle (= Ar«meria campestris var. KöchiiWallr., = A. vulgdris var. pur»pürea Rchb. p. p. non A. pur»purea Koch).
Auf Sandheiden inder weiteren Umgebung derOstsee, östlich bis Südfinnland,
Estland, Livland, Smolensk,
Westgalizien und Nordwest»
Ungarn.
In Deutschlandim nordöstlichen Flachland sehrverbreitet und häufig, westlichvereinzelt bis an die Weser,
Westfalen (zwischen Müsenund Litfeld, früher auch beiPaderborn), Rheinprovinz (beiMechernich und Roggendorf,ganz vereinzelt bei Düsseldorf,
Aachen und Saarbrücken, früher bei Coblenz), Rheinpfalz (Dürkheim, Ellerstadt, Landau, Godramstein, Blies»kastei) und Nordbaden (um Wertheim, Rheinebene), südlich bis ins fränkische Keupergebiet (in Württembergnur Deufstetten bei Crailsheim, in Nordbayern z. B. um Nürnberg mehrfach, bis Oberkotzau am Fichtel»gebirge und vereinzelt bis in den Braunjura ausstrahlend, südlich der Donau bei Sehrobenhausen, Abensberg,Vohburg und Regensburg, vorübergehend eingeschleppt bei Augsburg), ferner im obern Elbe» und Odergebiet(Fig. 2885). — In Oesterreich nur in den Sudetenländern, in Niederösterreich nördlich der Donau von derPulka bis zur Thaya und March, sonst nur noch im steirischen Murtal von Kraubath (Gulsen, Tanzenleiten»graben) bis Kaisersberg und zum Lobingtal auf Serpentin in 700 bis 800 m Höhe (mit Asplenium adulterinumund A. cuneifolium, Alyssum montanum var. Preissmanni, Sempervivum Pittoni). — Fehlt sonst den Alpen, wieauch fast dem ganzen Jura, Vogesen, Schwarzwald, Bayerischen» und Böhmerwald.
Die var. elongata ist somit die kontinentalste Sippe der sonst atlantischen Gattung. Sie wächst ausserin Calluna» und Sarothamnus.Heiden und mageren Weiden mit Festuca rubra, Agropyron repens, Koeleriacristata, Brachypodium pinnatum, Pimpinella saxifraga, Achillea Millefolium usw. ganz besonders in verschiedenenGrasheiden, in denen sie fleckweise dominieren kann (, Armeria=Triften"), sowohl in den atlantischen Deschampsfaflexuosa.Heiden, wie in den z. T. kontinentaleren Festuca ovina» und besonders Weingaertneria canescens»Heiden (mit Trifolium arvense, Astragalus Danicus und A. arenarius, Dianthus arenarius und D. Carthusianorum,Jasione, Heiichrysum usw.), auch in Sieglingia»Cladonia»Heiden (mit Carex ericetorum, Pulsatilla u. a.) und selbstin den pannonischen Steppenheiden Südmährens und Niederösterreichs mit Festuca sulcata und Stipa capillata.
3. var. Hallöri') (Wallroth) (= Armeria Halleri Wallr., = A. vulgdris var. hümilis Rchb. vix Meyer).Fig. 2882 g und 2885. Rosettenblätter rinnig, stumpf, am Grund deutlich 3>nervig. Schaft oft nur 7 bis 20 cmhoch, meist kahl. Aeussere Hüllblätter fast ganz krautig, meist nur etwa halb so lang und halb so breitals die breit abgerundeten inneren, kurz zugespitzt, zuweilen aber auch grösser. Krone meist lebhafter gefärbtals bei var. elongata. — V, VI.
') Benannt nach Albrecht von Haller, der die Pflanze auf seiner Harzreise 1738 fand, ohne siefreilich als besondere Form zu beschreiben. In Thals Flora Hercynica von 1577 wird sie nicht erwähnt.
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Fig. 2884. Statice Armeria L. var. elongata (Hoffm.). In der Weingaertneria-Heide anWegrändern bei Dresden-Laubegast. Phot. Prof. Dr. Fr. M e i g e n , Dresden.