1887
2. Rosettenblätter meist spitzlich und 1.nervig, höchstens 2 mm breit, am Rand oft gewimpert. Hüll«blätter meist bleich. Strand und Sandpflanzen St. Armeria nr. 2217.
2*. Rosettenblätter stumpf, 1. oder j.nervig, ± 2 bis 3 (selten bis 4) mm breit, höchstens am Grundgewimpert. Hüllblätter meist lebhaft braun. Kalkpflanzen des Alpengebiels . . . St. montana nr. 2218,
2217. Statice Armeria 1 ) L. (= Armeria vulgaris Willd., = A. armeria Karsten, = A.elongäta Koch s. lat.). Grasnelke, Sandnelke. Franz.: Gazon d'Espagne, gazon d'Hollande,gazon d'Olympe; engl.: Thrift, sea pink, sea gilliflower; dän.: Faarelege, Engelskgraes; nor»wegisch: Strandnellik; isländisch: Geldingahnappur. Taf. 213, Fig. 1 und Fig. 2882 bis 2886.
Die var. maritima heisst in Ostfriesland Pingstblöme, Grasfilette [vgl. Dianthus Caryophyllus,Bd. III, S. 519], bei Bremen Strohblume, bei Butjaden Seegras. Volksnamen der var. elongata sindKranzrusen (Friesland), Hungerkrolle (desgl., weil auf den magersten Sandböden wachsend), Feder»hau sehe (Eifel), Pingster.blome (Ostfriesland), Strohblume, Drahtblume [zäher Stengel!],Semmelblume, Pissblume [gegen Blasenleiden], roter Hasenkopf (Anhalt), Paddenblume[Padden«Frösche] (Mark).
Ausdauernde Rosettenstaude mit kräftiger, senkrechter Pfahlwurzel und kurzem, ästigem,dicht von ßlattresten umhülltem Erdstock. Rosettenblätter lineal, ± 5 bis 10 (bis 15) cm langund l bis 2 (selten 3) mm lang, ± rinnig, dicklich, meist 1 »nervig oder mit 2 schwachenSeitennerven, am Grunde etwas scheidig verbreitert und oft mehrnervig, am Rand oft kurzgewimpert, bleichgrün. Blütenschäfte zu 1 oder 2 in der Rosette, i 1 bis 3 dm lang, aufrecht,stielrund, glatt, hell blaugrün, oft hohl, der obere, von der Spornhülle geschützte Teil langwachstumsfähig. Köpfe kugelig, i l 1 / 2 bis 2 cm breit,aus vielen, dicht gedrängten, 1= bis 3=blütigen Wickeln mittrockenhäutigen Deck» und Vorblättern gebildet. AeussereHülle aus ± zahlreichen, spiralig gestellten, meist breit»eiförmigen und (wenigstens die äussersten) zugespitzten,i hellbraunen, rötlichen oder grünlichen Deckblätterngebildet, deren 4 bis 6 äusserste, ± 1 bis 2 cm langezu einer den Schaft eng umscheidenden Röhre verwachsensind. Blüten kurzgestielt, 7 bis 11 mm lang. Kelch mitnur auf den 10 Nerven oder auf der ganzen Fläche auf»recht abstehend behaarter, derbhäutiger Röhre und trichter»förmigem, wie die Vorblätter zarthäutigem und meist färb»losem Saum mit 5 meist purpurnen, in haarfeine Grannenauslaufenden Nerven, dazwischen gefältelt und am Randgezähnelt. Kronblätter spatelig, nur am Grund unter»einander und mit den Staubblättern verbunden, kurz zu»gespitzt, abgerundet oder ausgerandet, die Kelchspitzenetwas überragend, zarthäutig, bleich fleischrosa bis hellkarminrot, in der Knospenlage undbeim Verblühen einwärts eingerollt, nicht abfallend. Staubblätter und Griffel ± so lang wieder Kelch. Staubbeutel gelb oder karminrot. Griffel bis zum Grund frei, zart bewimpert,mit walzlichen Narben. Frucht mit dem Kelch abfallend, vom Blütenstiel sich ablösend, amGrunde aufreissend und den walzlichen, 3 mm langen, an beiden Enden zugespitzten,glatten, graubraunen Samen entlassend. — V bis IX.
An kalkarmen Felsen, auf Geröll» und Sand der Meeresküsten und der Mittelgebirge,im Binnenland besonders auf den Sandheiden der Flusstäler bis zum Oberrhein und zurDonau weit verbreitet, im Alpengebiet nur im äussersten Osten unter 800 m. Häufig alsRabattenpflanze in Gärten und in Friedhöfen kultiviert.
*) Ein älterer Name ist z. B. Caryophyllus montanus minor Bauhin.
Fig. 2882. Statice Armeria L. var. mari-tima (Miller), a Habitus, b Blütenstand, c Blü-tenknospe. d Fruchtkelch, e Aeusseres und/ inneres Hochblatt. — g Blütenstand der var.
Halleri (Wallroth).