1886
Beilr. z. Botan. Bd. 12, 1845) und F. Petri(De genere Armeria, Diss., Berlin 1865); eine Neubearbeitung wäresehr erwünscht. Die Gattung umfasst 2, nach O. Kuntze kaum berechtigte Sektionen: Plagiöbasis Boiss. Kelchungespornt. Hieher unsere und sämtliche amerikanischen Arten, —Macroc^ntron Boiss. Kelche ähnlichwie die Hüllblätter mit abwärts gerichteten Spornen. Von den ausschliesslich mediterranen Arten wirdSt. Mauritänica [Wallr.] (= St. cephalötes Poiret non Ait., = St. Pseudo»Arm6ria Desf.non Murr., = ArmeriaMauritänica Wallr., = A. cephalötes hört, non Alton nec Lam.) aus Oran mit eiförmig.lanzettlichen, 3» bis7.nervigen Rosettenblattern und 3 bis 6 dm hohen Schäften mit 4 bis 5 cm breiten Köplen bisweilen als Topf,pflanze kultiviert. — Die weitaus meisten Arten beider Sektionen besitzt das westliche Mittelmeergebiet, beson.ders die portugiesische Küste. Von den 45 aus Europa bekannten Arten, Unterarten und Abarten der Gattungkommen 23, davon 12 ausschliesslich, in Portugal vor. Von den iberischen Arten der Sektion Plagiöbasis werdendie beiden folgenden ähnlich wie zahlreiche Formen von St. Armeria als Rabattenpflanzen kultiviert, verlangenjedoch gleich St. Mauritanica frostfreie UeberwinterungSt. cephalötes Alton (= St. Pseudo.Armeria Murr,non Desf., = Armeria latifölia Willd., = A. cephalötes Lam. et Hoffm., = A. globösa und scorzonerifölia Lam.,= A. formösa hört., = A. Mauritänica hört, non Wallr.) aus Portugal. Rosettenblätter spatelig, i 2 bis 4 cm breit.Aeussere Hüllblätter so lang wie die inneren, scharf zugespitzt. Krone lebhaft karminrot. — St. palliaceaCav. (non Willd., = Armeria allioides Boiss., = A. juncea Wallr.) aus Spanien. Laubblätter lineallanzettlich,3»nervig. Unterste Hüllblätter schon im Knospenzustand deutlich kürzer als die oberen Blüten, rein weiss.
Die immergrünen Laubblätter sind bei den meisten Oekotypen des Binnenlandes, die mehr chamee«phytischen als hemikryptophytischen Charakter tragen, ziemlich flach, bei der var. maritima halbstielrund, undsind auf beiden Seiten mit Spaltöffnungen und Schleimdrüsen besetzt. Das Mesophyll ist viel weniger inPalisaden und Wassergewebe differenziert als bei Limonium.
Die Bildungsweise und Funktion der die Wachstumszone am obern Schaftende umscheidenden Spornröhrewar lange Zeit strittig. Ebel, A. de Candolle und Boissier hielten sie für eine anfänglich das ganze obere Schaft»ende umgebende und von dieser emporgehobene Hülle, die etwa der Calyptra der Laubmoose und der Volvamancher Blätterpilze zu vergleichen wäre. Dass sie aus Auswüchsen der Hüllblätter hervorgeht und ähnlichwie die Blattscheide der Gräser einen Schutz für die intercalare Wachstumszone bildet, haben u. a. West er»maier (Ueber die mechanische Bedeutung der von den Involucralblättern bei Armeria gebildeten Scheide.Verh. bot. Ver. Prov. Brandenburg Bd. XXII, 1890), Schwendener, Maury (in Ann. Sc. nat. Jahrg. XVIII,Bd. IV, 1886) und P. Romano (Ricerche sulla formazione e sulla funzione della guaina delle Armerie.Malpighia Bd. XIX, 1905, pag. 153/62) dargetan. Die Wachstumszone des Schaftes ist infolge des Fehlens jedermechanischen oder Turgorversteifung so weich, dass die Köpfe bei künstlicher Entfernung der Scheide nicken.Die Entwicklung der Blüten ist von Mirbel, Payer, Maury, van Tieghem u. a. genau untersuchtworden. Unsere Arten zeichnen sich durchwegs durch eine sehr lange Blütezeit aus. Die schwach nach Cumarinduftenden Blüten sondern auf der Spitze des Fruchtknotens und angeblich auch am Grund der KronblätterNektar ab, der durch die Haare der Griffel geschützt wird. Die Staubbeutel reifen gleichzeitig oder etwasvor den Narben. Zuerst biegen sich die Staubblätter nach innen, nachher die Antheren nach aussen, wodurcheinerseits Fremdbestäubung durch die zahlreichen Blütenbesucher (Fliegen, Immen, Schmetterlinge, auch Käfer)sehr erleichtert, andrerseits aber auch Selbstbestäubung möglich wird. Solche tritt bei ausbleibendem Insekten»besuch regelmässig dadurch ein, dass sich am Schluss der Anthese Staubblätter und Griffel zu einem vonden schrumpfenden Kronblättern umschlossenen Knäuel verschlingen. Die Samenverbreitung der mit denKelchen, jedoch ohne die häutigen Vorblätter ausfallenden Früchtchen erfolgt wohl ausschliesslich durch denWind. Der wie bei den Dipsacaceen als Fallschirm wirkende Kelchsaum und die Haare der Kelchröhre verringerndabei die Fallgeschwindigkeit. Die Keimung erfolgt nach den Unter» und Abarten von Statice Armeria unter sehr ver.schiedenen Bedingungen. Bei der var. maritima wird sie durch Salzwasser begünstigt! bei einem Versuch Ro»s trup's keimten von 36 Tage im Salzwasser gelegenen Samen 36°/o, von nicht gebadeten nur 13°/o. Bei der var.Hallen und einigen andern Formen scheinen Schwermetallsalze, bei St. montana Kalksalze eine ähnliche Wirkungauszuüben. Die am Bodensee regelmässig mehrere Monate unter Wasser vegetierende var. purpurea scheintsich ähnlich zu verhalten, da sie nur auf dem Trodcenen blüht und fruchtet. Die Keimung erfolgt epigäisch.
Von Parasiten sind 3 Pilze bekannt: der Rostpilz Uromyces limönii (DC.) L6v. und der Schlauch»pilz Ciböria stätices Rehm auf den Blättern und Pleöspora herbärum (Pers.) auf den Stengeln.Vergrünungen und Durchwachsungen der Köpfe werden durch Aeichen (Tylenchus ?) und Insektenlarven(Gallwespen?) erzeugt.
1. Rosettenblätter 3 bis 8 mm breit, 3» bis 7»nervig. Aeussere Hüllblätter meist den Kopf über-ragend, mit 3 bis 4 cm langer Spornröhre. Nur am Mittelrhein und in den Westalpen
. St. plantaginea nr. 2219.
1*. Rosettenblätter meist unter 3 mm breit, 1» bis 3»nervig. Aeussere Hüllblätter den Kopf meistnicht überragend, mit 1 bis 2 cm langer Spornröhre 2.