1879
P. pulch^lla DC. aus Mexiko mit lila Krone und zwei strauchige Arten aus Ostindien: P. Zeylänica L. (= P.fläccida Moendi, = P. scändens Lara.) mit weisser und P. rösea L. (= P. coccinea DC.) mit scharlachroterKrone. — Ceratostigma ') plumbaginoides (Bois.) Bunge (= Valorädia plumbaginoides Boiss., = PlumbägoLarp^ntae Lindley). Halbstrauch mit ästigen, kurz behaarten, reich beblätterten Stengeln und grossen, in dichtenBüscheln stehenden Blüten mit fast bis zum Grund freien Kelchblättern und himmelblauer, später violetterKrone. Heimat: Nördliches China. Empfehlenwerte, auf lockeren Böden bei guter Winterbedeckung auch inDeutschland fortkommende, im Herbst blühende Zierpflanze. Als Gartenflüchtling 1909 bei Ilvesheim inBaden beobachtet.
Während die genannten beiden Gattungen mit 2 weitern die Linterfamilie Plumbagineae bilden,gehört die folgende mit unseren beiden Gattungen zu den Staticeae, die grösstenteils Rosettenstauden mit ±zusammengesetzten Blütenständen umfassen. Acantholimon 5 ) Boiss. „Igelpolster''. Kugelpolster mit nadel«förmigen Laubblättern in den Steppen» und Wüstengebieten Zentralasiens und des östlichen Mittelmeergebiets.Als Topfpflanze oder zur Bekleidung von Felsanlagen wird gelegentlich kultiviert: A. venüstum (Fenzl)Boiss. (= Stätice venusta Fenzl, = St. dianthifölia Jaub. et Späth, = Armeriästrum dianthifolium O. Kuntze)aus Kleinasien, Persien und Mesopotamien. Blüten in unverzweigter, lockerer, einseitswendiger Aehre, mit1 1 /ü cm langem, am Saum purpurnem Kelch und purpurner Krone.
1. Stengel schaftartig, nur mit Hochblättern. Blütenstände meist zusammengesetzt. Griffel frei odernur am Grunde verwachsen. Linterfamilie Staticeae 2.
1*. Stengel mit Laubblättern. Blütenstand meist einfach. Im Gebiet nur kultiviert. UnterfamiliePlumbagineae 3.
2. Blütenwickel zu Köpfen auf unverzweigten Schäften vereinigt. Krone meist rosa. Griffel behaart. Statice DLXXXV.
2*. Blütenstand in grossen Doldenrispen. Krone meist lila. Griffel meist kahl
Limonium DLXXXIV.
3. Kelchblätter verwachsen, drüsig Plumbago s. pag. 187S.
3*. Kelchblätter i frei, drüsenlos Ceratostigma s. oben.
DLXXXIV. Limönium ) Miller (= Stätice L. em. Willd. non Miller). Wider-stoss, Strandnelke. Franz.: Lavende de mer, immortelle bleue; engl.: Sea la-vender, wild marsh-beet; ital: Limonio, butola d'aequa; ungar.: Lelleg; russ.: Kermek.
Halophile, 1» bis mehrjährige Rosettenkräuter und Halbsträucher mit zu einer grund*ständigen Rosette vereinigten, derben, meist spateiförmigen, bei einzelnen Arten fiederlappigenoder ganz verkümmerten Laubblättern. Stengel nur mit sdiuppenförmigen Hochblättern,einfach oder häufiger sympodial verzweigt, mit dem meist grossen, einseitig=rispigen, ausSdiraubeln oder Fächeln zusammengesetzten Blütenstand endend. Blüten sitzend, ± 3 bis8 mm lang, mit meist 2 ungleich grossen Vorblättern. Kelch röhrig, meist trockenhäutig, mit5, oft in Grannen auslaufenden Zähnen. Kronblätter meist nur am Grund unter sich und mitden Staubblättern kurz (selten länger) verbunden, meist spatelig, violett oder rosa, seltenerweiss oder gelb. Honig im Blütengrund abgesondert. Griffel vom Grund an frei, meist kahl,mit linealen, seltener (Sektion Goniolimon) kopfigen Narben. Frucht meist nicht aufspringend,seltener unregelmässig aufreissend oder mit einem Deckel sich öffnend.
Die Gattung ist mit über 100 z. T. unsicher begrenzten Arten über die Küsten«, Steppen« undWüstengebiete aller Kontinente, vor allem der altweltlichen verbreitet, in Nordamerika vorwiegend an derOstküste durch L. Caroliniänum (Walt.) Britton (= Statice Limonium var. Carolinianum A. Gray) vertreten.Die Arten werden auf 13 Sektionen verteilt, von denen in Mitteleuropa nur Eulimönium Pax vertreten ist.
*) Griech. xeoai (k6rasl = Horn und ariyfia [stigma] = Narbe; wegen der gestielten Papillen aufden Narben.
') Griech. (ixavOu [dkantha] = Dorn und 'ktiuiuv [leimön] = Wiese, vgl. Limonium.
8 ) Griech. Ii/uon'/op [leimönion] von Xufimv [leimön] = Fettwiese, Marsch, also Wiesenkraut. Derim Altertum anscheinend für sehr verschiedene Pflanzen, u. a. auch Compositen gebrauchte Name wurde z. B.von Fuchs 1542 auch für Pirola und später für verschiedene Plumbaginaceen gebraucht. Limonium vulgareheisst bei Dioskurides iqino^iov [tripölion], vgl. Aster Tripolium Bd. VI, pag. 423.