angeschlossenen Lentibulariaceae) durch Vermittlung der (allerdings einen hochspezialisierten Seitenzweigdarstellenden) Plumba^inaceae an die Centrospermen (enger an die Aizoaceae und Nyctaginaceae als an dieCaryophyllaceae) anschliessen. — Näheres über Stellung, Verbreitung und Morphologie der Familie besondersbei Maury, P. Etudes sur l'organisation et la distribution geographique des Plombaginacees. Annalesd. sc. nat., botanique 7. ser. Bd. IV, 1886.
Die Wurzeln vieler Arten sind sehr reich an Gerbstoff und finden daher technische Verwendung(vgl. Plumbago). Die Laubblätter sind häufig ± isolateral gebaut, mit Wassergewebe und dicker Cuticulaversehen (z. B. bei Limonium), bei Acantholimon zu stechenden Nadeln reduziert.
Allen Plumbaginaceen gemeinsam ist das Vorkommen von 4» oder mehrzelligen, ursprünglich wohlaus Wasserspalten hervorgegangenen Sekretionsorganen auf den Laubblättern und Achsen, die Wasser, Schleimund Kalziumsalze absondern und besonders von G. Licopoli (daher „LicopolisOrgane" genannt), de Bary,Volckens (in Ber. Deutsch, bot. Ges. Bd. II, 1884 pag. 334), Woronin, Maury, J.Wilson (in Annaisof Botany Bd. IV, 18901, L. Schtscherback (in Ber. Deutsch. Bot. Ges. Bd. XXVIII, 1910) und W. Ruhland (inPringsheims Jahrb. für wissenschaftl. Bot. Bd. LV 1915, pag. 407) untersucht worden sind (Fig. 2878c, 2880c undFig. 2886e). Sie entstehen aus einer Epidermiszelle, die sich durch zweimalige Teilung in 4, bei manchen Artenauch in 8 und mehr Zellen teilt, von denen aber nur 4 als Drüsen wirken. Während diese bei unseren Artennur Wasser, Schleim und wenig Kalziumkarbonat absondern, kommt es bei Steppen« und Wüstenpflanzen, wienordafrikanischen Limonium« und Limoniastrum.Arten (nach Schtscherback auch bei L. Tataricum undL. Gmelini in Südrussland) zur Bildung einer eigentlichen Kruste von Karbonat und hygroskopischem Kalzium»nitrat, die Stengel, Laub« und Blütenvorblätter in i dicker Lage überzieht und anscheinend nicht nur dieTranspiration herabsetzt, sondern auch durch ihre Hygroskopizität Wasserdampf aus der Luft kondensiert.Zudem sind bei diesen Arten die Drüsen und Spaltöffnungen oft eingesenkt und bei manchen Arten durchAuswüchse der benachbarten Epidermiszellen besonders geschützt. Ruhland weist nach, dass der Pflanzedurch Beseitigung des Kalks und Freiwerden von Oxalsäure ein Vorteil entsteht. Von sonstigen anatomischenEigentümlichkeiten sei noch das häufige Vorkommen mark« und rindenständiger Leitbündel genannt. — DieKronblätter wurden von Ebel, Grisebach u.a. irrtümlicherweise für petaloide Staminodien, die Blütenalso für apetal gehalten. Die Pollenexine zeigt eine netzige Skulptur. Der Pollenschlauch dringt, wie zuerstMirbel 1828 gefunden hat, durch einen von der Fruchtknotenwand in die Mikropyle hineinwachsendenGewebepfropfen in diese vor. Neue Untersuchungen über die Blütenökologie (z. B. die Heterostylie vonPlumbago und Ceratostigma), Cytologie und Embryologie liegen von K. V. O. Dahlgr en vor (K. SvenskaVetensk.«Akad. Handl. Bd. LVI 4, 1916 und Svensk Bot. Tidskr. Bd. XII, 1919). Das äussere Integument schliesstsich erst nach der Befruchtung. Die trockenhäutige Frucht bleibt von dem sich meist postfloral trichter« oderradförmig vergrössernden Kelch gekrönt, welcher als Fallschirm wirkt. Bei Limonium Thouini und andernnordafrikanischen Wüstenarten bleiben mehrere Früchtchen mit Teilen der breitgeflügelten Blütenstandsachsenverbunden und bilden so grössere Verbreitungseinheiten (Synaptospermie nach Murbeck).
Als Zierpflanzen, besonders für Trodcensträusse („Immortellen"), werden ausser Arten von Limoniumund Statice noch Vertreter folgender Gattungen kultiviert!
Plumbago 1 ) L. Bleiwurz, Zahnwurz; franz. Dentelaire, malherbe; ital. Caprinella, piombaggine.Halbsträucher mit wohl entwickelten Stengelblättern, ährigen oder traubigen Blütenständen, mit Drüsen besetztenKelchen (epizoische Verbreitung!), ansehnlichen Kronen und ganz freien Staubblättern. Von den 10 oder12 Arten kommen die meisten nur in den Tropen und in der südlichen gemässigten Zone vor. Im Mittel»meergebiet ist auf steinigem Boden sehr verbreitet (nördlich bis zur Riviera, Venetien, Istrien und Bulgarienbis zum Quietotal) : P. Europaea L. (= P. angustifölia Spach). Sehr ästiger, ± 3 bis 12 dm hoher Halbstrauchmit stengelumfassenden Laubblättern und erst im September sich entfaltenden Blütentrauben mit dicht stiel»drüsigen Kelchen und violetten Kronen. Die dicke, holzige Wurzel (Radix Dentdriae oder R. Dentillärlae) enthältGerb» und Bitterstoff s sie wirkt blasenziehend, dient als Ersatz für Cantharidenpflaster und wird auch beiZahnleiden, Geschwüren, sowie innerlich als Emeticum benützt. Ausser dieser in den wärmsten GegendenMitteleuropas mit guter Winterbedeckung auch im Freien zu kultivierenden und selten (Mannheim 1891, 1899)adventiv gefundenen Art werden noch einige aussereuropäische gezogen, die krautige, durch Samen und Steck»linge leicht zu vermehrende und auch fürs Freiland geeignete P. C a p 6 n s i s Thunberg (= P. grandiflöra Ten.,= P. auriculata Lam., = Plumbagidium auriculatum Spach) mit himmelblauer Krone aus dem Kapland, sowiemehrere höhere Temperaturen fordernde, nur in Kalt» und Warmhäusern zu ziehende Arten, wie die krautige
') Von lat. plümbum = Blei (plumbägo bedeutet auch Graphit). Die im Altertum (z. B. bei Dios»kurides und Plinius) molybdaena genannte P. Europaea wurde zur Heilung eines Plumbum genanntenAugenleidens angewandt. Auch erzeugt der Wurzelsaft bleigraue Flecken. Rondelet und Gesner zähltenPlumbago zu den Dentarien (vgl. Bd. IV/1, pag. 321).