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5,3 (1927) Dicotyledones : (IV. Teil), Sympetalae
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1877
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1877

Die Keimpflanzen erscheinen durch seitliche Verwachsung der Kotyledonen pseudo.monokotyl. DieErneuerung erfolgt durch Sprosse aus den basilären Laubblättern des Stengels, welche frühzeitig Wurzel schlagen.Die Blüten sind homogame Pollenblüten mit Sdieinnektarium (Fruchtknotenring); doch ist der Insektenbesuchausserordentlich spärlich. Da die Antheren und Narben in der Kronröhre gleich hoch stehen und sich gleich«zeitig entwickeln, ist spontane Selbstbestäubung unvermeidlich. Die Keimung der Samen vollzieht sich aus»schliesslich im Licht; in den Versuchen von Kinzel erreichte die Keimung innerhalb S Monaten 100°/o, aufwarmem Salzboden reifen in der Natur Samen von grösserer Keimungsgeschwindigkeit. Nicht völlig ausgereifteSamen keimen schlecht. Nach den Untersuchungen von P r e u s s werden die Samen durch das Liegen imSalzwasser geschädigtj nach 36»tägigem Lagern im Salzwasser keimten überhaupt keine Samen mehr, währendim Kon troll versuch unter normalen Verhältnissen 91 °/o keimten. Deshalb glaubt Preuss, die Einwanderungdieser Art in das Ostseegebiet (er verlegt es in eine postglaziale äquilonare Steppenperiode) sei (wie bei Glaux)durch das Binnenland erfolgt, mit Benutzung der Solstellen, wobei ihr als bedingtem Halophyt auch salzarme Stand«orte zur Stütze dienen konnten. Von Höck wird sie als Strand»Steppenpflanze bezeichnet. Die Pflanze dürftedurch Vögel epizoisch verbreitet werden. Am Genfersee soll sie sich nur an Stellen finden, wo Zugvögelzu lagern pflegen. P.Vogler nimmt auch Windverbreitung an. Das Kraut findet als Antiscorbuticum Ver«wendung; die jungen Blätter werden als Salat und Spinat gegessen. Auf den Blättern wurde als Schmarotzereine Ustilaginee, Entylöma Henningsidnum Syd., beschrieben, beobachtet auf der Insel Rügen, fernernach Oudemans ein Ascomycet Pleöspora herbärum Rab. und ein Deuteromycet PhyllostictaValerändi Brun.

105. Fam. Plumbaginäceae. Strandnelken- oder Bleiwurzgewächse.

Bearbeitet von Dr. H. Gams (1926).

Ausdauernde (wenige 1 »jährige) Rosettenstauden, Halbsträucher und Sträucher mit unge»teilten, ganzrandigen, seltener gelappten, meist zu einer grundständigen Rosette vereinigten,i dicht mit mehrzelligen Wasser», Schleim» oder Kalkdrüsen besetzten Laubblättern. Blüten»stände einfach oder zusammengesetzt, ährig, kopfig oder rispig und dann mit dichasialen oderwickeligen Zweigen, stets mit 1 oder 2 meist trockenhäutigen Vorblättern vor jeder Blüte.Blüten radiär, 5»zählig, zwitterig (Fig. 2878 e). Kelchblätter meist hoch verwachsen (selten i frei),meist trockenhäutig, zwischen den Zipfeln gefältelt, bleibend. Kronblätter 5, ± hoch verbunden,selten ganz frei, meist ± rosa oder violett, selten gelb, in der Knospenlage klappig eingerollt.Staubblätter 5, vor den Kronblättern stehend, meist am Grunde mit diesen verbunden.Fruchtknoten oberständig, aus 5 verwachsenen Fruchtblättern gebildet, wovon 4 steril undnur 1 mit einer grundständigen Samenanlage. Griffel in 5 i lange Narbenäste geteilt. Samen»anlage fast in der Mitte des Fruchtknotens, mit einem sehr langen, fast die ganze Samenanlageumziehenden Funiculus, 2 Integumenten und nach oben gerichteter Mikropyle, in die einGewebezapfen vom Griffel her hineinwächst. Frucht eine 1 »sämige Schliessfrucht mit papier»dünner Wand oder eine mit einem Deckel sich öffnende Kapsel. Samen mit mehligem Endo»sperm und geradem Embryo.

Die zuerst von Jussieu als solche erkannte Familie ist mit gegen 300 auf 9 oder 10 Gattungenverteilten Arten über die Küstengebiete aller Erdteile verbreitet, weist jedoch die grösste Artenzahl im Mittel«meergebiet, besonders auf den westmediterran.lusitanischen Gebirgen und in den Salzsteppen und WüstenNordafrikas und Westasiens auf. So besitzt die Pyrenäenhalbinsel 31 Limonium« und 40 Statice«Arten, wovonungefähr die Hälfte endemisch sind. Die Stellung der oft als besondere Reihe Plumbagindles bewertetenFamilie hat, da sie Centrospermie (mittelständige Samenanlagen) mit Sympetalie vereinigt, zu vielenErörterungen Anlass gegeben. Grisebach und Boissier rechneten sie neben die Plantaginaceae, diemeisten Autoren jedoch entweder zu den Centrospermen oder neben die Primulaceae. Schon 1633 hatteC. B a u h i n Statice neben Caryophyllus gestellt. B e n t h a m und H o o k e r erkannten Beziehungen zu denPolygonaceae, andere Autoren solche zu den Caryophyllaceae (D. Oliver 1858, neuerdings besondersHa Iii er) und hauptsächlich auf Grund des Frucht« und Samenbaues zu den Basellaceae. Die Verwandtschaftmit den Sympetalen Primulaceae betonten dagegen schon 1719 Tournefort, 1763 Adanson, dann Brong«niart, Boissier, Maury, Pax u. a. Wettstein stellt die Plumbaginales an die Spitze der Sym«petalen. Auf serologischem Weg fand Malligson (Bot. Archiv. Bd. I, 1922), dass beiderlei Ansichtenzurecht bestehen, indem sich die Primulales (mit den nächstverwandten, bisher an die Scrophulariaceen