Druckschrift 
5,3 (1927) Dicotyledones : (IV. Teil), Sympetalae
Entstehung
Seite
1875
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

1875

DLXXXIII. Sämolus 1 ) L. Bunge.

Ausdauernde Stauden, oft am Grunde halbstrauchig. Laubblätter wechselständig,seltener in eine lodcere, grundständige Rosette zusammengedrängt. Blütenstände traubig oderrispig, endständig. Kelch am Grunde oder bis zur Mitte dem Fruchtknoten angewachsen,oben 5=spaltig, bleibend. Röhre der Krone kurz, glockenförmig; Saum 5=teilig, abstehend.Fruchtbare Staubblätter 5, in der Kronröhre eingefügt, den Kronzipfeln gegenübergestellt undmit 5 etwas höher zwischen den Zipfeln eingefügten Schuppen (Staminodien) abwechselnd.Fruchtknoten halbunterständig (Fig. 2876d) kugelig; Griffel kurz; Narbe stumpf oder köpf*förmig. Samenanlagen zahlreich, halbanatrop, auf gestielter Plazenta. Kapsel eiförmig oder kugelig,am Scheitel mit 5 Zähnen sich öffnend (Fig. 2875 c). Samen mit bauchständigem Nabel.

Die Gattung umfasst 9 Arten, davon die unserige kos»mopolitisch, 2 im südlichen Nordamerika, die übrigen zerstreut inden extratropischen Teilen der südlichen Halbkugel.

2215. Samolus Valerändi") L. (= S. aquäticus Lam.,

= S. beccabünga=fäcie Gilib., = S. bracteätus Stokes,

= S. caulescens Willd., = S. geniculätus Dulac, = S.parviflörus Rafin, = Anägallis aquatica Erndl., = Ana»gällis maritima J. G. Gmel.). Gemeine Bunge, Salz»punge. Franz.: Mouron d'eau; engl.: Brookweed; ital.:

Lino d'aqua. Fig. 2875 und 2876.

Ausdauernd. Wurzelstock kurz, reichfaserig. Blüten»

Stengel einzeln oder zu mehreren, aufrecht, 15 bis 50 cmhoch, stumpfkantig, hohl, glänzend, beblättert, meist ver=zweigt. Ganze Pflanze kahl, nur vereinzelt kurze Köpfchen»haare mit mehrzelligen Köpfchen tragend. Laubblätterblaugrün, ganzrandig, stumpf oder kurz bespitzt; diegrundständigen rosettig stehend, spatelig, in den langen,geflügelten Blattstiel verschmälert, 2 bis 6 cm lang und0,5 bis 2 cm breit, die stengelständigen wenig kleiner,verkehrteiförmig, kurz gestielt, die obersten sitzend.

Blüten gestielt, in endständigen Trauben. Blütenstiele dünn,steiflich, aufrecht abstehend, zirka 1 cm lang, über der Mittemit einem lanzettlichen, spitzen Hüllblatt versehen und ober» Fig. 2875. samoius Vaierandi l. «Habitus.

1 n 1 11 1... 4. 1 1 r » x Lw u ^ v 1 t ^ Blüte, c Frucht mit Kelch, d. Keimpflanze.

halb desselben plötzlich nach aufwärts abgebogen. Kelch e Samen.

glockenförmig=halbkugelig, etwa 2 mm lang, bis zu */3,

selten mehr geteilt, mit breit =eiförmigen, spitzlichen Zipfeln. Krone weiss, von 3 bis 4 mmDurchmesser; Kronröhre so lang wie der Kelch; Kronlappen rundlich«verkehrteiförmig,stumpf. Schlundschuppen so lang wie die 3=eckig=pfriemlichen Staubfäden. Kapsel kürzer alsder Kelch, vielsamig (Fig. 2276 e, f). Samen 3=kantig, braun, 0,3 bis 0,4 mm lang. VI bis IX.

Stellenweise häufig und gesellig auf Strandwiesen, an Grabenrändern, Ufern, inDünentälern, in austrocknenden Gräben, in halbausgetrockneten Sümpfen; mit Vorliebe,doch nicht ausschliesslich, auf salzhaltigem Boden, deshalb besonders in den Küstengebieten undbei Salzquellen, Salinen und Gradierwerken im Binnenlande.

') Bei Plinius (Nat. hist. 24, 104) Name einer an feuchten Stellen wachsenden Pflanze, die von dengallischen Druiden mit einem Zauberritus gesammelt wurde. Der Name ist vielleicht keltischen Ursprungs.

') Benannt nach Douvez Valerand, einem Botaniker aus dem 16. Jahrhundert.