1872
ästelt. Laubblätter kreuzweise gegenständig, in eine Ebene gestellt, genähert, kreisrundlich,bespitzt, von 5 mm Durchmesser, kurzgestielt, ohne Punktierung. Blüten blattachselständig,
auf 1 bis 3^2 cm langen,fadendünnen, zur Frucht»zeit zurückgebogenen Stie=len. Kelchzipfel 3 bis 4 mmlang, schmal = lanzettlich,grannig zugespitzt. Kroneglockenförmig, zirka 8 mmlang, rosenrot mit dunk=leren Adern, beinahe biszum Grunde geteilt. Kron=läppen schmaManzettlich,an der Spitze stumpf oderetwas ausgerandet, kahl.Staubblätter von etwas un=gleicher Länge (2 längere,3 kürzere), kürzer als dieKrone; Staubfäden langund dicht bebärtet, bis aufüber V 3 der Länge in einefreie Röhre verwachsen,Antheren ellipsoid. Griffeletwas länger als die Staubblätter. Kapsel klein, ungefähr so lang als der Kelch, von dempfriemlich verlängerten Griffel gekrönt. — VII, VIII.
In Sümpfen und Torfmooren, sehr selten.
In Deutschland in Westfalen in Salzkotten,Thiele, Ibbenbüren, Bockraden, in Dorsten und Schermbecknicht mehr festzustellen, doch neuerdings nichtsehr entfernt bei Dinslaken beobachtet; Rhein»lande bei Cleve, Kliedbruch, Wesel, Kleinbruckbei Krefeld (verschwunden), St. Hubert, Orbroi«eher Bruch, Egelberg bei Traar, Stenden, Hüls,
Gangelter Bruch; im benachbarten Luxemburgbei Etalle und Virton; in der badischen Rhein*ebene (adventiv [?]: St. Leonerbruch [1894,1903],
Waghäusel [ 1881 bis 1905]); im südlichen Schwarz»wald zahlreiche Standorte bis zu 800 m Höhe,noch bei Säddngen und Kleinlaufenburg. — InOesterreich in Tirol bei Kitzbühel an einerquelligen Stelle am Waldsaume oberhalb Grün«berg und am Ufer des Schwarzsees, hier ohneZweifel durch Vögel verschleppt (Dalla Torre )jSalzburg früher bei Saalfelden. — In derSchweiz im Kanton Freiburg (marais de Biordazprfes d'Attalens) und Kanton Waadt bei Vevey(Charnex, Brent, Chailly, Chaulens, Blonay, Co»nelles, Champ de Ban, Chardonne, Lac deBret); wird ferner angegeben für Martigny(Wallis) und für das rechte Ufer des Lago Maggiore (wohl nicht mehr in der Schweiz). Beide Standorte sind zweifelhaft.
Allgemeine Verbreitung (vgl. Fig. 2873) : Atlantisches Westeuropa und westlichesMittelmeergebiet: Färöer, Grossbritannien, Holland, Belgien, Frankreich, Deutschland, Spanien,
Fig. 2873. Verbreitung von Anagallis tenella (L.) Murr. Orig. von Dr. W. Lüdi, Bern.
Fig. 2874. Anagallis tenella (L.) Murr«, in Oberbaden. Phot. Prof. Fr.Meigen, Dresden.