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5,3 (1927) Dicotyledones : (IV. Teil), Sympetalae
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1870
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1870

Allgemeine Verbreitung: Europa mit Ausnahme des hohen Nordens,gemässigtes West» und Mittelasien, Arabien, Nordafrika, Abessinien, Kapland, VereinigteStaaten von Nordamerika, Mexiko, Südbrasilien, Westaustralien, Tasmanien.

Aendertabs f. viridiflöra Stan., mit vergrünten Blüten. Eher als Monstrosität zu werten. Stockera inNiederöstereich hin und wieder. Ferner nadi der Kronfarbe: fleischrot (f. cdrnea [Schrank}z. B. Trient und Tisensin Südtirol), violett (f. decipiens Uechtr.), lila (f. lilacina Alefeld, Neratowitz, Böhmen), blau (f. caerülea Lüdi,Westpreussen bei Gollub), weiss (f. ä 1 b a Lüdi) oder hellschwefelgelb und hochrot berandet (f. bicolor Lüdi).

2. subsp. caerülea (Sdireb.) Schinz und Keller (= A. fcemina Mill., = A. verticilläta All.). Krone himmel«blau, kahl oder spärlich bewimpert. Blütenstiele meist wenig länger als die Laubblätter. Samen (nach Pospichal)

glänzend, schwarz. Laubblätter dunkelgrün, spitzlich.Haare am Rande der Petalen 4=zellig ; Staubfadenhaare10» bis 13=zellig, mit länglich»ellip tischer Endzelle.

Ebenfalls durch das ganze Gebiet verbreitet,aber viel seltener und nicht ins Gebirge eindringend.Häufiger in Westfalen, Mittel» und Oberrhein, bei Jenaauf Kalk häufiger als die andere Unterart, Rhöngebiet aufBuntsandstein und wohl auch auf Muschelkalk, Frank«furt a. d. Oder, Donautal in Württemberg und Bayern,Niederösterreich, südlichstes Tirol (im Kardaun beiBozen eingeschleppt 1923), Küstenland, Kanton Wallisbis Brig, Jurarand, Kanton Aargau. Steigt im Wallisbis 1200 m, im Bündner Oberland bis 1250 m, inSt. Moritz adventiv auf Schutt bei 1800 m.

Allgemeine Verbreitung: Ge»samtes Mittelmeergebiet, Mittleres Europanach Norden bis ins südliche Schweden, Vor»derasien bis zum Indus, Ceylon, Nilagiri,Japan, Abessinien, Kapland, Mexiko, mittleresund südliches Brasilien, Westaustralien.

Die beiden Unterarten bilden einen Bastard (A. cärnea Sehr., = A. Dörflöri Ronn., = A. amoenaHeldr.), der aber ziemlich selten beobachtet wurde, so in Thüringen, Rheinprovinz, Hannover, Harz, St. Ludwigund Hüningen im Elsass, Bayern (Buchberg und Nymphenburg auf der Hochebene, mehrfach in Oberfrankenund in der Oberpfalz), im Botan. Garten zu Innsbruck, sehr häufig bei Gross-Hadolz im Pulkatale (Niederöster«reich), Cejc in Mähren, in Basel, Solothurn. Der Bastard wurde von E. Rundkwist in Südschweden nebenbeiden Eltern gefunden und darauf hin künstlich gezüchtet subsp. phoenicea ö" X subsp. caeruela Q. Es ergabsich in der Fi»Generation eine subsp. phoenicea«ähnliche Form mit rosenroten Blüten. In der F2=Generation trateine Spaltung in Individuen mit blauen, rosenroten und zinnoberroten Blüten ein. Weiss (England) erhieltbei der gleichen Untersuchung in Fi nur zinnoberfarbene Blüten, in Fz wieder die völlige Trennung in blaueund zinnoberfarbene Blüten ohne Zwischenfarben. Bei der Kreuzung von Blassrot mit Blau war blassrotdominant. Die widersprechenden Ergebnisse lassen noch kein sicheres Urteil zu über die Wertung derverschiedenen vom Normaltypus abweichenden Farbenvarietäten der subsp. phoenicea. Anagallis arvensis istwahrscheinlich mediterraner Herkunft und durch den Menschen so weit verbreitet worden (also Archaeophyt");denn sie folgt getreulich als Unkraut allen Gärten, Hack» und Saatkulturen (siehe Bd. III, pag. 205). In Mittel»europa ist sie kaum einheimisch. Wir finden sie hier nie in natürlichen Pflanzengesellschafien; wenn diemenschlichen Kulturen und die Schutthaufen von der natürlichen Pflanzenwelt überwachsen werden, so ver»schwindet das Gaudiheil wieder. Dabei besitzt die Unterart phoenicea eine wesentlich grössere Fähigkeit,ungünstige Klimaverhältnisse zu ertragen und ist infolgedessen im Gebirge und im Norden viel verbreiteter.Natürliche Standorte besiedelt Anagallis arvensis im österreichischen Küstenland, wo nach Pospicha 1 subsp.phoenicea auf den trockenen, dürren Kalkhängen (Garide) vorkommt, oft in Zwergexemplaren von kaum3 cm Länge. Aehnlich verhält sich die Pflanze im südlichsten Tirol, etwa von Trient abwärts und im trockenenWallis. Hier erweckt sie ganz den Eindruck einer einheimischen Pflanze. Im Mittelmeergebiet finden wir dieArt aber nicht nur als Unkraut in den Kulturen und auf trockenen Hängen, sondern auch an Wassergräbenund am schlammigen Meeresstrand in oft sehr üppigen Exemplaren (vor allem die subsp. caerulea).

Die Art ist durch das Vorkommen von hypokotylen Adventivknospen ausgezeichnet, aus denenbeblätterte Ausläufer hervorgehen (Wydler). Diese Adventivknospen sind nach Kamienski reine Epider«

Fig. 2871. Anagallis arvensis L. Phot. Meta Lutz und Dr. G.Hegi, München.