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5,3 (1927) Dicotyledones : (IV. Teil), Sympetalae
Entstehung
Seite
1736
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Fruchtansatz zu erklären. Miller vermutet, dass auch Nachtfalter als Bestäuber in Betracht kommen (Calocämpa,Phlogöphora und Cuctillia. Arten). Dies würde erleichtert durch die gelbe, des Nachts hell wirkende Blüten»färbe, durch die Färbung und Anordnung der Saftmale, sowie durch den des Abends stärker werdenden Duft.Perriraz beobachtete bei P. vulgaris meist Thrips und Bombylium medius, nie nächtliche Arten. In denhöheren Alpen treten die Falter mehr und mehr hervor; neben ihnen besuchen auch Fliegen die Blüten. Primulafarinosa ist nach H. Müller in den Alpen Falterblume, in Vorpommern Bienenblume (pag. 1758). Die homostylePrimula longiflora besitzt proterandrische Blüten, sodass auch bei ihr Fremdbestäubung die Regel bildet. Wegender langen Kronröhre ist sie auf langrüsselige Schwärmer (Tagschwärmer, z. B. Taubenschwanz) als Bestäuberangewiesen. Doch ist sie auch selbstfertil (pag. 1759). Die gelben Blüten von Primeln der Vernales.Gruppeverfärben sich beim Trocknen häufig grün. Dieser grüne Farbstoff ist nach Lingelsheim (Archiv der Pliar«mazie, 1925) wasserlöslich und lichtunbeständig und wird durch Säuren gelbgefärbt. Er ist von ausgesprochenemChlorophyllcharakter, aber weder im Benzin noch im reinen Alkohol löslich.

Die Fruchtstiele richten sich nach der Blütezeit steif auf und erhärten, sodass die Kapsel nach auf>wärts gerichtet ist (Fig. 2736 a). Letztere öffnet sich mit hygroskopischen Zähnen, welche sich bei trockenemWetter rückwärts rollen, bei feuchtem Wetter die Kapsel wieder verschliessen. Die Aussaat der Samenerfolgt durch Erschütterung des dürren, elastischen Blütenschaftes, also vor allem durch den Wind(ballistische Samenverbreitung). In den Alpen bleiben die Fruchtstände den ganzen Winter über erhalten(Wintersteher"), was die Nachreife der Samen und oft, namentlich an Felsen und Windecken, ihre Aussaat

begünstigt. Das gleiche berichtet Rutger Sernander für Skandinavien.In wärmeren Gebieten mit früherem Frühling ist die Samenausstreuungschon im Hochsommer beendigt. Eine Ausnahme von dieser Regelmacht Primula vulgaris (Fig. 2736 b), deren Fruchtstiele erschlaffen undauf dem Boden liegen. Das ist nach R. Sernander (Entwurf einerMonographie der europäischen Myrmekochoren. K. Svenska Vetensk.Handl. 41, 1906) durch die schwache Ausbildung des Stereommantels(Bastrings) bedingt. Dieser ist weiter gegen das Zentrum gerückt alsbei den verwandten Arten, das Rindenparenchym dagegen ist stärker ent»wickelt. Da letzteres durch seine Turgeszenz tragen hilft, so genügen diefestigenden Elemente wohl zum Aufrechthalten der Blüte-, sobald abernach dem Verblühen die Turgeszenz abnimmt, bleibt als mechanischesElement nur noch der Bastring übrig, der bei Primula vulgaris zum Tragender Frucht nicht ausreicht, sodass sich die Fruchtstiele auf den Bodenniederlegen. Die Samenverbreitung der stengellosen Primel geschiehtdurch die Ameisen, was Sernander durch Beobachtung und experi»mentell festgestellt hat. Die eckigen Samen sind auf der Unterseitestumpf pyramidenförmig abgeschrägt und endigen mit dem Samenstrang.Dieser ist klein und unregelmässig geformt, hyalin«weissschimmernd undölhaltig, also ein Elaiosom. Auch die Samenschale besitzt in ihrengrossen, leicht berstenden Zellen einen geringen Oelgehalt. Bei den Ver»suchen von Sernander wurden die Samen von den Ameisen (Läsiusniger, Formica exs^cta) stets rasch verschleppt, sobald sie aber desSamenstranges und der Samenschale beraubt waren, liegen gelassen odernur langsam und zufälligerweise verschleppt. Primula elatior besitztim Samenstrang und in der Samenschale kein oder nur sehr wenig Oel.Ihre Samen wurden von den Ameisen mehr zufällig verschleppt, nach-dem diejenigen von Primula vulgaris längst alle fortgetragen wordenwaren, sodass man bei dieser Art kaum von Myrmekochorie reden kann. Sonst ist Myrmekochorie von keinenanderen Primeln bekannt (siehe auch Ulbrich, E. Deutsche Myrmekochoren. Berlin/Leipzig 1919).

Zur Keimung benötigen die meisten Primula.Samen eine starke Belichtung, zum Teil auch eineTemperaturerniedrigung. So haben Primula Auricula und P. hirsuta, sowie ihr Bastard die Gartenaurikel (P.pubescens) ein anhaltendes Durchfrieren notwendig, um zu keimen. Schon Vilmorin schreibt für P. Auriculavor, dass deren Samen auf den Schnee ausgesät werden sollen. W. Kinzel stellte fest, dass P. pubescens»Samen zum vollständigen Auskeimen (87°/o) einer 4 Winter hindurch wiederholten Frostbehandlung bedürfen;nach dem ersten Winter keimten überhaupt keine Samen. Bei Zimmertemperatur belichtete Samen keimteninnerhalb 4 [ahren nur zu 26 °/o aus, im Laufe von 7 Jahren 49 °/o. Es lässt sich also die Frostwirkung durchlangdauernde Lichtwirkung ersetzen. Das beste und rascheste Ergebnis liefert Frost verbunden mit Licht.Primula elatior.Samen aus nördlichen Gegenden benötigen einen 2=jährigen Frost. Andere Schlüsselblumen können

Fig. 2737. Primula elatior Schreb. X P.vulgaris Hudson. Gartenform, a Blüten-stand. b Blüte (gefüllt"), c Laubblatt.