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5,3 (1927) Dicotyledones : (IV. Teil), Sympetalae
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betrachten; sie gehören genetisch nicht zum Stamm der Flora von Mitteleuropa, sondern sind vermutlich inVorderasien (und im Balkan) entstanden und in Mitteleuropa eingewandert, vielleicht schon zur Tertiärzeit und dannwieder postglazial z. T. direkt von Osten, z. T. durch Vermittlung der Mittelmeerländer und sogar der atlan»tischen Küstengebiete, aber ursprünglich zu einer östlichen Wandergenossenschaft gehörend. Geographischzählen sie für uns zu einem europäisch»vorderasiatischen Element. Primula longiflora, die von Marie Jeroschzum mittel europäisch ^alpinen Element gerechnet wird, nach Kusznezow aber auch im Kaukasus und inArmenien verbreitet ist, wo die Farinosae«Gruppe mehrere endemische Arten besitzt, ist auch ein tertiärerOreophyt, der vielleicht in den Alpen, vielleicht in Vorderasien entstanden und in letzterem Falle schon früh indas Alpengebirge eingewandert ist. In Europa liegt jedenfalls das Zentrum ihrer Verbreitung in den östlichenAlpenteilen, in den Karpaten und im Balkan. Ganz sicher ist Primula farinosa, die andere Primel aus derFarinosae»Gruppe, genetisch den Alpen fremd;geographisch ist sie als arkto -altaisches Elementzu werten. In Hochasien hat auch diese Primula»

Sektion dasZentrum ihrer Verbreitung und findetAnschluss an verwandte Gruppen (Capitatae).

Die Gattung Primula ist mit derGattung Androsace nahe verwandt. Ursprüng-lich glaubte man Androsace durch die kleineKrone mit ganzrandigen Abschnitten, die kurze,oben verengte undmit Hohlschuppen versehene,unten bauchig erweiterte Kronröhre (Fig. 2725),die kugelige, von der Kronröhre eingeschlos»sene, wenigsamige Frucht, die mit 5 Zähnen auf»springt (Primula besitzt 10 Zähne) von Primulascharf trennen zu können. Je mehr neueArten aus Ostasien aber bekannt wurden,desto mehr zeigten sich Ausnahmen, die inden Merkmalen übereinander greifen, undheute besitzt kein einziges Merkmal mehrdurchgreifenden Wert. Aus praktischen Rück»sichten empfiehlt es sich aber, die beiden Gat«tungen getrennt aufrecht zu erhalten. Inunserer Flora ist die Unterscheidung leichtdurchzuführen, nicht nur durch die Blüten« undFruchtmerkmale, sondern auch durch denWuchs. Auch die Beziehungen von Andro»sace zu Gregoria und Dionysia sind sehr eng,während unsere noch bleibenden Gattungen derAndrosaceae.Unterfamilie, Hottonia, Cortusaund Soldanella, von der Primula«AndrosaceHauptgruppe durchgreifend verschieden sind.

Unsere einheimischen Schlüsselblumensind sämtlich Frühblüher. Die meisten Artenblühen, sobald die Frühlingswärme erscheintund während der Boden noch von der Winter«feuchtigkeit getränkt ist. Das Blühen der alpinen

Arten folgt ziemlich rasch der Schneeschmelze. Die Blütezeit ist daher nach Höhenlage und Expositionverschieden. Die hochsteigende Primula elatior blüht in der Niederung schon im März; auf den Alpen»höhen finden wir sie noch im August blühend. Aehnlich verhält sich Primula hirsuta. Gelegentlich blühenPrimeln, besonders die Gartenprimeln der Vernales»Gruppe (P. vulgaris), in milden Lagen schon im Herbstauf und überdauern mit halb» oder ganzgeöffneten Blüten den Winter. Stets sind die Blütenknospen im Herbstschon weit vorgebildet. Die Blüten aller unserer Primula»Arten sind mit Ausnahme von P. longiflora heterostylund homogam (vgl. pag. 1724). Als Bestäuber kommen langrüsslige Hymenopteren, Tag« und Nachtfalter seltenerFliegen (z. B. Bombyliden) in Betracht. Für die Vernales sind es vor allem Hummeln, die Biene Anthö»phora pilipes und unter den Tagfaltern der Zitronenfalter (Uebereinstimmung der Färbung 1) und der kleineFuchs. Selten werden auch Honigbienen beobachtet. Christy Miller stellte aber, wenigstens für die britischenInseln, fest, dass der Besuch von tagsüber fliegenden langrüsseligen Insekten zu gering ist, um den guten

Fig. 2736. a Primula elatior (L.) Schreb., im Fruchtzustand (nicht myr-mekochor). b P. vulgaris Huds. (myrmekochor).