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5,3 (1927) Dicotyledones : (IV. Teil), Sympetalae
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1737
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1737

zum Keimen des Frostes entbehren, werden durch starke Kälte sogar geschädigt (P. longiflora); dafür bedürfensie aber des Lichtes: P. minima keimte im Licht innerhalb 3 Jahren zu 99 °/o aus, im Dunkeln 0 °/o. Ebensoverhalten sich P. glutinosa und P. vulgaris, ähnlich, nur dass sie leichter und rascher keimen, P. longiflora, P.farinosa, P. spectabilis und P. veris aus südlichen Gegenden. Frost ist bei dieser Gruppe nur innerhalbgewisser Grenzen imstande, die Wirkung des Lichtes zu ersetzen. Bei P. vulgaris wurde festgestellt, dass dieSamen 7 Tage vor der Vollreife noch nicht zu l /z keimfähig waren. Wurden solche Samen innerhalb derKapseln einer 2 Tage dauernden Nachreife ausgesetzt, so war die Keimung gegenüber den Vollreifen Samenausserordentlich beschleunigt (nach S Monaten 60% gegenüber 10°/o). Interessant ist auch der Nachweis, dassdie Keimungszeit oft jahreszeitlich beschränkt ist. So beschränkte sich bei keimenden Samenproben der hoch»alpinen Primula glutinosa die Keimzeit auf die Monate Mai bis August. Die Samen der Primula obconica behaltenangeblich ihre Keimfähigkeit nur 8 Monate und galten also bisher nach Jahresfrist als wertlos, und als besteZeit zur Aussaat wurde 2 bis 4 Monate nach der Ernte angegeben. Nun stellte M. Ri voire fest (OffertenblattSchweizerischer Handelsgärtner 1924, Nr. 10), dass später die Keimfähigkeit zurückkehrt, vom 2. bis zum4. Jahr. Primula Auricula soll sich gleich verhalten.

Die Gattung Primula hat uns eine grössere Zahl hervorragender Zierpflanzen geliefert, sowohlTopf« als I reilandpflanzen. Die Freilandprimeln stehen an Bedeutung unter den Stauden, die im Frühlingunsere Gärten schmücken, an der Spitze. Die meisten von ihnen blühen im zeitigen Frühling. Da sie nachabgeschlossener Blütezeit unansehnlich werden, eignen sie sich zum Füllen ganzer Beete nur bei nachherigerVerpflanzung, dagegen eher als Beeteinfassung oder zur Belebung von Rasenflächen oder lichten Gebüschen.Die alpinen Primeln, mit Ausnahme der Aurikeln, gehören nur in das Alpinum, wo sie Stein« und Schutt«partien zieren. Anders verhalten sich die hochwüchsigen Schlüsselblumen aus Westchina, die erst im Vor«sommer blühen und im lockeren Stand über die Beete verteilt sehr hübsche Wirkungen erzielen lassen, besonderswenn sie in passenden Farbenmischungen gepflanzt werden.

Man hat wohl alle einheimischen Primeln in Gärten kultiviert-, aber die meisten alpinen Artensind im Tiefland Todeskandidaten, die langsam eingehen, oder bei guter vegetativer Entwicklung doch schlechtblühen. Gutes Gedeihen zeigen eigentlich nur Primula Auricula (pag. 1760), P. marginata (pag. 1766) und P. spec»tabilis (pag. 1773). Die Freilandprimeln lieben im allgemeinen einen freien, leicht sonnigen Standort, vertragen aberden grellen Schein der Mittagssonne nicht gut und bevorzugen einen etwas feuchten, lehmigen oder lehmig»humosenBoden, dem bei den kalkliebenden Arten etwas Kalk beizugeben ist, während kalkfliehende Arten wie Primulaviscosa, P. hirsuta, P. glutinosa, P. integrifolia, P. minima für Zusatz von Torfmull dankbar sind. Die meisten Primeln,vor allem die Aurikeln, wachsen durch Verlängerung des Wurzelstockes aus dem Boden heraus und müssen deshalbvon Zeit zu Zeit eingedrückt werden. Die Vermehrung geschieht durch Aussaat von Samen (siehe pag. 1736).Da aber mit Ausnahme der Verna!es=Gruppe die Keimung oft nur schwierig vor sich geht, so wird häufigdas Verfahren der Teilung von altern Stöcken angewendet, das bei den Kulturformen zudem die Sicherheitbietet, die Sortenmerkmale zu erhalten, bei den gefüllten Formen, die gewöhnlich unfruchtbar sind, sogar dieeinzige Möglichkeit der Vermehrung darstellt. Für die Gärten sind von den einheimischen Arten wichtig dieAurikeln (P. hortensis = P. Auricula X P. hirsuta, siehe pag. 1769) und noch mehr die leicht kultivierbaren Arten derVernalesaGruppe, mit zahlreichen Sorten, von denen viele hybriden Ursprungs sind (pag. 1746). Unter ihnensteht an Bedeutung wiederum Primula vulgaris und ihre var. rubra obenan, die sich gleichermassen zur Beet«einfassung und zur Bepflanzung von Rasenflächen eignet und in feuchtem, fettem Boden halbschattig am bestengedeiht. Sehr zahlreich sind die im Freiland kultivierten Primeln aus fremden Ländern. Zu einer bedeutendenZahl schon seit längerer Zeit bekannter und namentlich in englischen Gärten aus Samen erzogener Arten sind inden letzten 20 Jahren zahlreiche neue hinzugekommen, indem die in Westchina neuaufgefundenen Arten sogleichnach Europa gebracht und in Kultur genommen wurden. Diese sind sämtlich in bezug auf Boden nicht anspruchs-voll und gedeihen in gutem, etwas feuchten Gartenboden. Hingegen ist die grosse Mehrzahl von ihnen fürleichten Schnee« und Kälteschutz dankbar (Reisigdecke); wenige sind völlig frosthart. Aus der grossen Zahlder fremden Freilandprimeln wollen wir nur einige der wichtigsten herausgreifen. Die Sektion Vernäleshat vor wenigen Jahren in der Primula Jüliae Kuszn. aus Transkaukasien eine Art geliefert, die sich alsvorzüglicher Frühlingsschmuck zum Bepflanzen von Steinpartien aber auch der Rasen eignet. Sie ist der P.vulgaris verwandt, unterscheidet sich durch die kleinere, tief rötlichviolette Krone mit zitronengelbem Schlundund schmalen, tiefeingeschnittenen Kronzipfeln. Die Krone erhält dadurch ein sternförmiges Aussehen. Blüten»stiele und Kelch sind rötlich (feine Strichzeichnung). Der Kelch ist eng, mit spitzen Zipfeln und wird von derKronröhre überragt. Die Blätter sind langgestielt; der Blattstiel ist schmal und deutlich abgesetzt, die Blatt»spreite klein, rundlich «herzförmig, glatt, kurzdrüsig behaart, am Rande tiefgekerbt. Nur die Hauptnervensind sichtbar. Die Pflanze erzeugt durch starke Verzweigung der oberirdisch liegenden, mit lockeren Rosettenbesetzten Rhizome einen rasigen Wuchs und überzieht rasch grosse Flächen. Sie nutzt den Boden stark ausund muss von Zeit zu Zeit verpflanzt werden. Das Blühen ist sehr reich s die Vermehrung geschieht leicht