erhalten. Heute beruht der Hauptwert der Primulaceen auf ihrer Verwertung als Zierpflanzen. ZahlreichePrimula., Cyclamen», Androsace», Lysimachia» und Dodecatheon.-Arten sind zu weitverbreiteten und beliebten Topf»und Freilandpflanzen geworden (näheres bei den genannten Gattungen). Die in Nordamerika beheimatete GattungDodecdtheon 1 ), Götterblume, Riesenzyklamen, besitzt wie Cyclamen purpurrote (in der Kultur auch weisse)Blüten mit zurückgeschlagenen Kronzipfeln, die aber zu mehreren (3 bis 20) doldenartig auf dem aufrechten Schaftesitzen, die Laubblätter sind grundständig, eiförmig bis länglich. In Kultur befinden sich D. Meddia L., franz.:Gyroselle de Virginie, doux Dieux, engl.! Virginian Cowslip (1744 in London eingeführt), D. Jeffrey iL., D.Hendersönii A. Gray, D. frigidum Cham, et Schlech., D. integrifölium Michx., D. CleveländiiGreene, D. pauciflörum Greene usw., sowie hybride Formen, ebenso solche mit gefransten Kronzipfeln.
Wichtigste Literatur. Dem systematischen Teil wurde die Monographie von Pax und Knuthzugrunde gelegt: Pax F. und Knuth R., Primulaceae. Das Pflanzenreich, herausgegeben von A. En gier.
# 1905 (Sammelwerk, das auch weitere Literaturangaben enthält). Einzelne Spezial»literatur wird im Text erwähnt. Ferner sind hervorzuheben: Pax, F. Mono»graphische Uebersicht über die Arten der Gattung Primula. Leipzig 1S8S. —Widmer, Elise. Die europäischen Arten der Gattung Primula. Münchenund Leipzig 1891. — Hildeb r and, F. Die Gattung Cyclamen. Jena 1898. —W y d 1 e r, H. Kleinere Beiträge zur Kenntnis einheimischer Gewächse. Primu«laceae. Mitteil. Naturf. Ges. Bern Nr. 509 bis 510, 512 bis 515. — Kami6nski,Fr. Vergleichende Anatomie der Primulaceen. Abh. der Naturf. Ges. Halle,Bd. XIV, 1878 (141 bis 230). — Van Tieghem und Douliot, Groupementdes Primeveres. Bullet. Soc. bot. Franke. XXXIII. 1886. — Nestler, A.Hautreizende Primeln. 1904. — Penzig, O. Pflanzenteratologie. Bd. III2. Auflage, 1920. — Knuth, P. Blütenbiologie II. 1899. — Kinze 1, W. Frostund Licht als beeinflussende Kräfte bei der Samenkeimung. Stuttgart, 1913.
1. Laubblätter ungeteilt. Land» oder Sumpfpflanzen .... 2.1". Laubblätter kammförmig»doppelt gefiedert; die oberen quirlig
gestellt. Wasserpflanzen mit auftauchendem Blütenschaft. Blüten in überein»ander gestellten Quirlen Hottonia DLXXVI.
2. Laubblätter grundständig, oft rosettig gehäuft. Blüten einzeln,grundständig oder doldig auf einem blattlosen Blütenschaft 3.
2*. Laubblätter grund» und stengelständig. Blüten einzeln, blatt»winkelständig oder endständig in Trauben, Rispen oder Aehren .... 8.
3. Kronzipfel aufrecht oder ± abstehend. Wurzelstock nicht knollig . 4.3*. Kronzipfel zurückgeschlagen. Wurzelstock kugelig.knollig. Blüten
einzeln, gross, langgestielt. Laubblätter rundlich»herzförmig. Fruchtstiele meist
Fig. 2734. Primula farinosa L. schraubig eingerollt Cyclamen DLXXVII.
Monströser HerbstbliitenstandfDurch- . v ■ r i <■ i , ,. ,
wachsung und Fasziation). 4 - Kronzipfel ganzrandig oder ausgerandet. Kapsel 5» oder 10»
zähnig 5.
4*. Krone glockig, mit fransig zerschlitztem Saum. Kapsel walzlich, mit Deckel und Zähnen sichöffnend. Laubblätter rundlich»herzförmig, lederig Soldanella DLXXV.
5. Blattspreite (bei unseren Arten) gegen den Stiel zu ± verschmälert oder fast ungestielt. KroneStielteller« oder trichterförmig. Staubbeutel stumpf, in der Kronröhre befestigt 6.
5*. Blattspreite rundlich»herzförmig, gelappt, mit langem Blattstiel. Krone glockig. Staubbeutel langzugespitzt, am Grunde der Kronröhre befestigt Cortusa DLXXIV.
6. Krone mit langer Röhre. Griffel (bei der langgriffeligen Form) verlängert. Durchmesser desKronsaumes meist grösser als 15 mm. Ausdauernde Pflanzen 7.
6*. Krone mit kurzer, krugförmiger oder bauchiger Röhre. Griffel verkürzt. Durchmesser des Krön»saumes meist kleiner als 10 mm. Samen wenig zahlreich. Ausdauernd, von meist rasigem oder polsterförmigemWuchs oder einjährig Androsace DLXXIII.
7. Samen wenig zahlreich. Stengel niederliegend, rasenbildend. Laubblätter klein und linealisch,nicht über 1 mm breit, dicht gehäuft. Blüten einzeln auf sehr kurzem Stiel . . . . Gregoria DLXXII.
7*. Samen zahlreich. Pflanzen grösser, mit unverzweigtem oder wenig verzweigtem Rhizom. Laub»blät ter breiter. Blüten in Dolden auf einem Blütenschaft oder einzeln und langgestielt . . Primula DLXXI.
8. Kapsel mit einem Deckel aufspringend. Blüten einzeln, blattwinkelständig. Meist einjährige Kräutermit spindeliger Wurzel 9.
') Bei Plinius (Nat. hist. 25, 28) Name einer besonders heilkräftigen Pflanze (.Zwölfgötterblume" vongriech. dwifcxa [dödeka| = zwölf und ') t<k [theös] = Gott), die (jedenfalls mit Unrecht) für eine Primula gehalten wird.