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5,3 (1927) Dicotyledones : (IV. Teil), Sympetalae
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doch auch bei Glaux, Lysimachia nemorum und L. ciliata sind die Blüten häufig 4», bei L. Nummularia 4« bis6«zählig, bei Hottonia 6=zählig, selten ebenso bei Cyclamen Persicum; bei Primula wurden 3» bis 10»zählige,bei Primula Auricula sogar 25=zählige Blüten beobachtet. Ziemlich verbreitet treten vergrünte und verlaubteBlüten auf, so bei Primula, Cortusa, Lysimachia Ephemerum, Anagallis arvensis. In England wird schon seitalten Zeiten eine Primel mit grosser, grüner, kelchartiger Krone alsJack=in«the«green" bezeichnet. Sehr oftverlaubt nur der Kelch, wobei die Kelchblätter gewöhnlich bis auf den Grund getrennt sind. Audi die Kronblättersind in vergrünten Blüten häufig nicht verwachsen (f. dialypetala). In andern Fällen nimmt der Kelch Form undFärbung der Krone an (Calycanthemie) s Primula Auricula, P. Sinensis, P. vulgaris u. a., Soldanella pusilla, CyclamenPersicum, Anagallis arvensis. Dadurch erhalten wir den Eindruck zweier ineinanderstehender Kronen (wennPetaloidie der Staubblätter hinzukommt sind es sogar drei und die Blüten erscheinen gefüllt (hose»inhose»"Blüten). Füllung der Blüten durch Umwandlung der Staubblätter in Blumenblätter, mit oder ohne Verwachsungderselben zeigen Primula, Cyclamen, Soldanella minima. Füllung kannauch durch Verdoppelung der Blumenblätter entstehen, indem an Stelleeines Blumenblattes 2 oder 3 schmälere nebeneinander stehen (Primulavulgaris; bei Primula Sinensis nicht selten und meist röhrig zusammengefaltet;

Cyclamen), oder indem ausserhalb oder innerhalb des Blumenblattes sichdurch Abspaltung ein zweites Blumenblatt gebildet hat (Primula Sinensis,

P. Auricula, P. vulgaris, Cyclamen), ferner durch Einschaltung eines Blumen«blattquirls, der mit den regulären Blumenblättern abwechselnd steht (Cycla»men). Die Staubblätter können petaloid werden (siehe oben); bei ver-grünten Blüten sind sie meist steril, ohne ihre Form wesentlich zu ver»ändern-, in mehreren Fällen wurde beobachtet, dass sie am Rande (und aufder Fläche) Samenanlagen trugen, also zu Fruchtblättern umgewandelt waren(Primula vulgaris und P. Sinensis). Bei Primula Auricula wurden vonMarchand 6»zähligfc Blüten mit doppeltem Staubblattkreis beobachtet,wobei der äussere Kreis mit den Kronblättern abwechselte, der innereihnen gegenüber stand. Bei Primula vulgaris und P. Sinensis hat man sonstnormal gebaute Blüten gefunden, deren Staubblätter frei auf dem Blüten«boden standen; bei vergrünten Blüten von Lysimachia und Anagallis istdiese Erscheinung nicht selten. Am vielgestaltigsten sind die Missbildungendes Stempels. Bei vergrünten Blüten öffnet sich dieser oft an der Spitzeoder löst sich ganz auf; die Fruchtblätter werden frei, blattartig und ver»grünen, die Zentralplazenta verschwindet oder löst sich in kleine Blättchenauf, die an ihrem Rande und auf der Innenfläche Samenanlagen tragenkönnen. Auch die petaloiden Fruchtblätter können Samenanlagen tragen(Primula Sinensis und P. veris). Ausserhalb des normalen Fruchtblattkreisesist in einzelnen Fällen ein zweiter Kreis abwechselnd gestellter Frucht«blätter beobachtet worden. Nicht selten (z. B. Primula Auricula u. a., Anagallis arvensis, Lysimachia Ephe»merum, Cyclamen Persicum) ist die Blüte zentral durchwachsen. Wydler (loc. cit.) beschreibt proliferierendeBlüten von Anagallis arvensis, bei denen die einzelnen Blütenorgane isoliert an der verlängerten Achsestanden; der Fruchtknoten war im einen Fall beckenförmig, im andern in drei kleine Blättchen aufgelöst;die Plazenta fehlte gänzlich und an ihrer Stelle standen im Zentrum der Blüte in einem Fall 4, im anderenFall 1 kleiner Laubspross. Bei Cyclamen Persicum wird in sehr seltenen Fällen beobachtet, dass aus denAchseln der Kelchblätter 5 neue, unvollkommen ausgebildete Blüten entspringen. Mehrfach hat man beiPrimula Sinensis Blüten gefunden, bei denen die Glieder von Kelch und Krone nicht wirtelig, sondern spiraliggestellt waren. Bei Soldanella montana wurde eine Doppelkapsel beobachtet als Folge des Auftretens zweierFruchtknoten in einer Blüte. Diese Blütenmissbildungen, von denen hier nur die wesentlichen erwähnt wordensind, bieten zum Teil unerklärbare Wunderlichkeiten, zum Teil helfen sie aber mit, das Verständnis für dieEigenheiten des Baues der Primulaceenblüte zu eröffnen. So legen sie uns nahe, die Gegenüberstellung vonKronblättern und Staubblättern durch das Wegfallen des äusseren Staubblattkreises zu erklären (pag. 1723) unddie Zentralplazenta als die basalen Teile der Fruchtblätter aufzufassen, die an der Spitze der Blütenachseheraufgewachsen sind. Für die letztere Annahme spricht nach den Untersuchungen von Celakovsky und\ an Tieghem auch die absteigende Entwicklung der Samenanlagen und der umgekehrte Verlauf der Leit»bündel im Stiele der Plazenta.

In früheren Zeiten fanden zahlreiche Primulaceen medizinische Verwendung gegen die verschieden»artigsten Krankheiten (näheres bei Primula veris pag. 1753, Anagallis arvensis, Cyclamen Europaeum u. a.). Doch hatsich nur noch die Verwendung der Blüten von Primula=Arten, vor allem von P. veris (pag. 1753) in der Volksmedizin