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5,3 (1927) Dicotyledones : (IV. Teil), Sympetalae
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Die andern Blüten sind langgriffelig (dolichostyl): der Griffel reicht bis zum Kronschlund, und die Staubbeutelsitzen in der Mitte der Kronröhre. Staubbeutel und Narbe nehmen also in den lang» und kurzgriffeligenBlüten eine reziproke Lage ein. An der Stelle, wo die Staubbeutel eingefügt sind, ist die Kronröhre erweitert.Zu diesen primären Merkmalen gesellen sich noch sekundäre, indem die 1 anggriffeiigen Blüten kleinere Pollen«körner und grössere Narbenpapillen besitzen, die kurzgriffe»

Ilgen Blüten grössere Pollenkörner und kleinere Narben»

Papillen (Fig.2727). Perriraz (Etüde biologique et biome»trique de Primula vulgaris. Bull. Soc. Vaud. Sc. Nat. 1908)stellte ferner fest, dass sich bei den kurzgriffeligen Blütender Griffel relativ früher entwickelt, die Narbe eiförmig istmit sichtbarer Abplattung, die Pollenkörner mit 7 Längs»streifen versehen sind, während bei den langgriffeligen derStempel sidi mit dem Kelch zugleich entwickelt, die Narbezuckerbrotähnlich ist mit tiefer, durch die Papillen meistverdeckter Einsenkung an der Spitze und die Pollenkörner9 bis 11 Längsstreifen aufweisen. Die übrigen Teile derBlüte sind nicht merklich verschieden; doch wirkt die Er»

Weiterung der Kronmündung bei den kurzgriffeli»gen Blüten meist sehr auffällig (Fig. 2728). Dergleiche Stock trägt nur Blüten der gleichen Art.

NachBruycker ist für Primula elatior die Zahlder langgriffeligen und kurzgriffeligen Individuenim allgemeinen ungefähr gleich gross; doch er»geben sich an den verschiedenen Standorten bis»weilen beträchtliche Unterschiede. Ernst erhieltdas gleiche Verhältnis 1 s 1 in Fa des künstlich ge=zogenen Bastards Primula pubescens. Perrirazuntersuchte 1177 Pflanzen von Primula vulgaris.

Davon waren 37 °/o kurzgriffelig und 63% lang»griffelig. Eine gewisse Anzahl von Pflanzen zeigtekeine Heterostylie, was von dem Autor als Rück«kehr zur primitiven Homostylie gedeutet wird.

Auch Hottonia zeigt einen Ueberschuss von lang«griffeligen Blüten.

Fig. 2728. Primula elatior (L.) Schreb. X P-griffelig, c, d langgriffelig.

Die Heterostylie ist verschieden stark ausgeprägt. Währendnormalerweise die Entfernung zwischen Staubblätter und Narbendie halbe Kronlänge beträgt (was im Durchschnitt zirka 5 mm aus«machen dürfte), kann sie auch viel geringere Masse annehmen, beiPrimula farinosa nur etwa einen Millimeter (in der Sektion Farinosaeist sie überhaupt klein). Häufig ist die Heterostylie bei den Lang«und Kurzgriffeln nicht gleich stark, so nach den Untersuchungenvon Kuhn (berichtet von Loew in Verh. Botan. Ver. Branden#bürg. Bd. 48) bei Primula Clusiana. Langgriffel 8 bis 10 mm, Kurz»griffel 5 bis 6 mm, P. spectabilis 9 resp. 6 mm, Primula vulgaris6 bis 7 resp. 5 bis 6 mm. Dem gegenüber gibt Gain (Soc. Frang.pour 1'Avancement d. Sc. C. R. 1907) an, die Heterostylie seibei Primula veris und P. vulgaris in der kurzgriffeligen Form vielstärker ausgeprägt als bei der langgriffeligen Form. Als homostylwerden neben Primula longiflora angegeben die der P. farinosasehr nahe stehende Primula Scotica, ferner die ostasiatischenP. mollis Nutt. und P. denticulata Sm., P. imperialis Jungh. ausJava, I . \erticillata aus Südarabien und P. Boveana Decn. aus dem Sinai.

Wenn Insekten die Blüten nach dem im Krongrunde liegenden Honig absuchen, so werden sienormalerweise den Blütenstaub der kurzgriffeligen Blüten auf die Narben der langgriffeligen bringen. DaIsarben und Pollen zur gleichen Zeit reif sind, so tritt kreuzweise Befruchtung ein (Fig. 2730). Versuche vonDarwin und andern Forschern haben gezeigt, dass diese Kreuzbefruchtung die Regel bilden muss. Bei Insekten»abschluss haben sich die heterostylen Primeln als in hohem Masse unfruchtbar erwiesen. Die künstliche Bestäu»

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Fig. 2729. Primula obconica Hance. Kurzgriffelige Blüte. Kelch.