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lidikeit gegen andere hautreizende Stoffe, besonders gegen Heftpflaster. Durch die Anwendung immer stärkererGiftdosen liess sich eine teilweise Unempfindlichkeit erzeugen (Desensibilisation). Andererseits ist eine erworbeneEmpfindlichkeit beobachtet und auch experimentell hervorgerufen worden durch eine wiederholte und langandauerndeBerührung, eventuell verbunden mit Aufkratzen der Haut an den Stellen, die nachher mit Primelblaltstücken/5 ^ N oder dem Sekret belegt wurden. Immerhin zeigte sich, dass viele Menschen für
/>4^ die Sensibilisation nicht zugänglich waren; Bloch konnte nur etwa 40 °/o der
Versuchspersonen empfindlich machen, erreichte aber in einzelnen Versuchs,reihen mit besonders kräftigem Destillat auch höhere Prozentzahlen. Diese Idiosyn.krasie gegen Primelgift hat eine grosse Aehnlichkeit mit der Empfindlichkeit gegendas Berühren von RhusToxicodendron(Bd.V/1, pag. 220). Kerner gibt an, dass dieDrüsenhaare bei Primula hirsuta, P. villosa, P. viscosa u. a. aus angeklebtenKleintierchen stickstoffhaltige Substanz zu resorbieren vermögen, bei P. Sinensisim Wasser gelöstes Ammoniak rasch aufsaugen. Als weitere Form des Drüsen,sekrets bei den Primulaceen ist der sogenannte Mehlstaub zu nennen, der sich— czä*— bei mehreren unserer Primel «Arten der Auricula« und Farinosa.Sektion, sowie
Fig. 2722. Drüsenhaare vonPri- bei einer grösseren Anzahl ostasiatischer Primeln findet. Er wird von sehr kur»mula obconica Hance. zen D r üsenhaaren als kleine, kristallinische Schüppchen von weisslicher oder gelb»lieber Farbe abgesondert und besteht nach den Untersuchungen von H. Bruns«wich (Die Mikrochemie der Flavinexkrete bei den Primulinae. Sitzungsber. Akad. Wiss. Wien. Bd. 131,1922) aus Flavon, C15H10O2 mit etwas Wachs. Dieser Autor stellte Flavonkristalle bei 25 Primula« und3 Dionysia«Arten fest, ausserdem in flüs«siger Form im Drüsensekret von PrimulaSinensis und Cortusa Matthioli, währendes Primula obconica fehlt. Die Aus«
Scheidung des Flavons findet nur imJugendzustand des Drüsenhaares statt; dasVerschwinden der Bepuderung an älterenPflanzenteilen, besonders an Blättern, be»ruht nicht auf Verflüchtigung des Flavons,sondern auf mechanischer Abscheuerung(vor allem durch Regen).
Die Blüten erscheinen ent-weder in den Achseln von Laubblättern(Anagallis, Lysimachia z. T., Centunculus,
Glaux, schaftlose Androsace«Arten, Gre«goria) oder sind in endständigen Blüten«ständen von razemöser Natur vereintund ± deutlich vom vegetativen Teilegetrennt, am besten bei den Formen mitBlütenschaft (vgl. pag. 1716). Sie entspringen "8-2723. Hottonia palustris ^Wasserpflanze" in Blute. Phot. Dr. H. Paul,
in letzterem Fall aus der Achsel von
schuppenartigen Hochblättern, die bei Samolus auf die halbe Höhe des Blütenstiels hinaufgerückt sind, beieinzelnen Arten der Primula Sektion Farinosae an der Basis sack« oder spornförmig nach unten ausgezogen
erscheinen, am stärksten bei Primula involucrata und P. Sibirica.
O O
Das Verhalten der schaftlosen Primula vulgaris führt
/V~vV hinüber zu der Gattung Cyclamen, bei welcher die Blüten an kurzer
Voder verlängerter Laubsprossachse in der Achsel der Laubblätter
1 I |1 1 t(\CSmR\ Ol 1 entspringen. Bei der Gattung Hottonia (Fig. 2723) und bei einigen
v/ /I I Ii ostasiatischen Primeln trägt der Blütenschaft mehrere übereinander«
(vi yj V ß liegende Dolden, wobei gelegentlich den oberen Dolden die Hüll«
blätter fehlen. Bei wenigen ostasiatischen Primeln (z. B. P. Lit«
^ t - Q. U toniana, P. spicata) treten echte Trauben, resp. Aehren auf. Die
Blüten sind stets vorblattlos, normalerweise von 5«zähligem Bau
Fig. 2724. Blütendiagramme: a von Primula vul- (Fig. 2724 a); doch gibt es in bezug auf letzteres Ausnahmen,garis Huds., b von Lysimachia thyrsiflora L. 1 , , , . , , „ . „
So finden wir bei mentalis 5« bis 9®, in der Regel 7»zahhgeBlüten-, bei Centunculus sind sie oft 4«, bei Lysimachia thyrsiflora (Fig. 2724b) 6=zählig. Als Anomalien gibt esmehrzählige Blüten auch bei andern Arten ziemlich häufig (pag. 1731). Die Deckung der Kelch« wie der Kronblätter