1721
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Fig. 2720. a Längsschnitt durch das Blatt, b durch dieBlattspitze mit Wasserspalte von Androsace Helve-tica (L.) Gaud. c Querschnitt durch das Blatt von Pri-mula minima L. (schwarz der Schleim in den Inter-zellularräumen, hier in Form einer Schicht angeordnet),d desgl. von Hottonia palustris L. (Fig. a bis cnach Lazniewski, d nach Schenk).
im Mesophyll mancher Primeln der Auricula.Gruppe (besonders P. Auricula, P. Clusiana, P. Wulfeniana, P. gluti»nosa, P. viscosa, P. minima), in geringerem Grade auch bei Primula farinosa Schleimabsonderungen festgestellt,welche die Interzellularräume auskleiden (Fig. 2720 c und 2721). Dieser Schleim ist bei Primula Auricula, das im Meso»phyll grosse Interzellularräume besitzt, besonders im Frühling in den überwinterten Blättern in grosser Mengevorhanden. Lazniewski deutet ihn als Transpirationsschutz, Schellenberg (nach Schröter, PflanzenlebenS. 613) als Reservenahrung, wie die Hemizelluloseablagerung im Schwammgewebe der Blätter, da er im Frühlingwie diese letztere teilweise aufgelöst wird. Bei den Primeln derVernalesgruppe, ferner bei Androsace« und Soldanella«Arten,wurde kein solcher Schleim gefunden. Das Innere des Gewebesvieler Primulaceen enthält auch andere Absonderungen, sobei Anagallis und Centunculus Sekretzellen mit rotbraunemInhalte, bei Lysimachia, Samolus, Coris schizogen entstandeneRäume mit ähnlichem Inhalt („innere Drüsen").
Haarbildungen treten auf als Drüsenhaare, Glie«derhaare, Sternhaare. Bei Cyclamen und bei der Unterfamilieder Lysimachieae finden sich häufig kurze Köpfchenhaare mit2» oder 4»zelligen Köpfchen. Insbesondere sind Drüsenhaaresehr charakteristisch und verbreitet. Sie bestehen aus einem1« bis mehrzelligen Fuss, einer Trägerzelle und einer kuge.
Ilgen Endzelle (Fig. 2722). Letztere sondert zwischen Membranund Kutikula einen Stoff ab, der schliesslich die Kutikula sprengtund frei wird. Er ist in einem Fall klebrig, farblos oder röt«lieh gefärbt, häufig balsamisch oder harzig riechend und beieinzelnen Primeln der Sektion Sinenses hautieizend, vor allembei Primula obconica und in geringerem Grade bei P. cortu»soides. P. mollis, P. Sieboldü, P. Sinensis. Ferner gibt Nestler(1912) auch Cortusa Matthioli als stark hautreizend an. DieEmpfindlichkeit der Menschen gegen diesen Drüsenstoff ist sehrverschieden i während die meisten unempfindlich sind, ruft er bei einer kleinen Minderzahl lästige und lang»dauernde Hautentzündungen hervor. Der hautreizende Stoff ist nach den Untersuchungen von Nestler didc«
flüssig und gelblichgrün gefärbt,leicht monokline Kristalle bildend,unlöslich im Wasser und in ver»dünnter Salzsäure, löslich in Kali«lauge (10°/o), Alkohol (96 °/o), Aether,Chloroform, Terpentinöl, Benzol.Ferner ist er destillierbar.W.Bircher(Experimenteller Beitrag zur Fragedes Primelekzems. Diss. med. Zürich,1925) hat die Frage der Empfang»lichkeit an sich selber eingehend ge»prüft. Er benutzte dazu meist dasabdestillierte, gereinigte Sekret. SeineEmpfindlichkeit war schon seit früherJugend vorhanden und so stark, dasseine ganz vorübergehende Berüh«rung genügte, um eine stark juckende,warzig=blasige Entzündung an der Berührungsstelle hervorzurufen, die zu ihrer Heilung Wochen bedurfte. Vonseinem Geschwistern war nur noch ein Bruder mit der gleichen Ueberempfindlichkeit behaftet, während vonden Vorfahren nichts derartiges sicher bekannt war. Die Stärke der Entzündung zeigte sich dem Gehaltder aufgetupften Lösung an wirksamem Destillat proportional. Die Latenzzeit betrug zirka 6 Stunden 5 derHöhepunkt der Entzündung trat am 2. oder 3. Tage auf; aber die entzündete Hautstelle war noch nach7 Monaten kenntlich. Zarte Hautstellen (Beugeseiten der Extremitäten) zeigten sich stärker empfindlich. Inder Kegel ging die Entzündung nicht über den Umfang der bestrichenen Hautstelle hinaus. Beim Betupfender Mundschleimhaut, die auch stark empfindlich war, mit dem Sekret traten dagegen an den Beinen lokalisiertePrimelausschläge auf, die sich nur durch den Bluttransport der von der Mundschleimhaut aufgenommenen Gifteerklären lassen. Während des akuten Stadiums des Primelekzems ergab sich eine gesteigerte Ekzemsempfind»
Fig. 2721. Primula Auricula L., links: Querschnitt durch die Blattunterseite naheder Basis ( a Epidermis, b mit Schleim erfüllte Interzellarräume). — rechts: Stück desBlattmesophylls (a Interzellularraum, b Schleimtropfen). Nach Lazniewski.