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5,3 (1927) Dicotyledones : (IV. Teil), Sympetalae
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Fig.2717. Primula ob-conica Hance. Quer-schnitt durch den Blüten-schaft. Sklerenchymringu. Holzteil der Leitbündelschwarz, Bast gestrichelt(Orig. von W. Lüdi).

Der Bau der Laubblätter ist sehr vielgestaltig, vor allem auch innerhalb der grossen GattungPrimula. Hier lassen sich nach der Knospenlage zwei Typen unterscheiden. Beim ersten sind die Laubblätternach vorwärts eingerollt (Sektion Auricula und Floribundae), beim andern nach rückwärts (alle übrigenSektionen). Im allgemeinen dauern die Blätter eine Vegetationsperiode und sterben nach derselben ab; beiunsern Primeln (mit Ausnahme der Sektion Vernales), Androsace» und Soldanella*Arten entstehen die neuenBlätter im Sommer und überdauern wie bei immergrünen Pflanzen den Winter, vertrocknen aber meist baldnach Beginn der neuen Vegetationsperiode. Der Blattbau ist bifazial. Bemerkenswert ist die Tatsache, dassdie Endodermis bei allen Primulaceen die Leitbündel auch in den Blättern umschliesst.Bei den Arten feuchter Standorte wie Hottoma palustris (Fig. 2720 d), Glaux, Lysi»madiia thyrsiflora ist das Lüftungsgewebe stark entwickelt; seine Zellen sind verzweigt(Primula Auricula, Soldanella alpina) oder rundlich-polyedrisch (Primula hirsuta undP. minima, Androsace Hausmanni). Die Palisaden sind verschieden stark ausgebildet, dochmeist in mehreren Reihen. FürPrimulaAuricula hat Ad. W a g n e r(Zur Kenntnis des Blattbaus derAlpenpflanzen und dessen biolo-gische Bedeutung. Sitzungsber.der Akad. Wissensch. Wien. Math,naturw. Kl. 101 [1892]) eine geringeFähigkeit zur Palisadenbildungfestgestellt; die Palisadenzellensind rundlich; immerhin nahmdie Zahl der Lagen mit grössererHöhe zu (2 bis 4 gegenüber 1bis 2), wodurch die Blätter dicker werden, während beiAndrosace Hausmanni die einzelnen Palisadenzellen anHöhe zunahmen, die Zahl der Reihen dagegen abnahmen(von 5 auf 4 Reihen). Die Rosettenblätter von Andro-sace Helvetia sind dicht sternförmig aufeinander ge.presst und die Palisadenzellen schief gegen die Blatt-spitze geneigt (Fig. 2720 a, b). Diese Eigentümlichkeit, dieauch anderen alpinen Androsace.Arten, sowie der Gre»goria Vitaliana, alpinen Draba-Arten und verschie-denen ausseralpinen polsterbildenden Hochgebirgs-pflanzen zukommt, wird von Witold von Lazniewski(Beiträge zur Biologie der Alpenpflanzen. Flora, 1896)als Anpassung zur Förderung der Ausnutzung des Lichteserklärt. Je senkrechter das Licht auf die Palisadenzelleneinfällt, desto besser kann es durch die von Chloroplasten

freie Innenwand in das Blattinnere eintreten, und da bei den dachziegeligübereinanderliegenden Blättern das Licht stark seitlich von der Richtung derBlattspitze her auf das Blatt fällt, so wird durch die schiefe Stellung der Pali-saden der günstige Einfallswinkel wieder hergestellt. In Bezug auf die Ver-teilung der Spaltöffnungen finden sich alle Möglichkeiten verwirklicht. DieGattung Primula lässt, soweit es unsere einheimischen Arten anbetrifft, gewisseGesetzmässigkeiten erkennen, indem bei der Sektion Auricula (alpine Arten)die Spaltöffnungen überwiegend oder bei der Mehrzahl der Subsektionenausschliesslich auf die Oberseite beschränkt sind, bei den Sektionen Farinosaeund Vernales (mehr Pflanzen tieferer Standorte) sich vorwiegend auf der Blatt-unterseite finden (vgl. Widmer 1. c.). Androsace Helvetica und A. Hausmannibesitzen sie auf beiden Blattflächen in ungefähr gleicher Verteilung; bei Gre»goria Vitaliana sind sie vorwiegend auf der Oberseite, bei Soldanella alpina nur aufder Unterseite ausgebildet. Merkwürdig ist das Verhalten der Soldanella minima,indem bei der nordalpinen Unterart Austriaca die Spaltöffnungen auf beidenSeiten liegen, bei der südalpinen minima dagegen nur unterseits. An denBlattzähnen vieler Primulaceen liegen Wasserspalten (Fig. 2720b). Gewisse Primeln besitzen Knorpelränder oderKnorpelspitzchen, die durch chlorophyllfreie subepidermale Zellschichten gebildet werden. Lazniewski (1. c.) hat

Fig. 2718. Primula obconica Hance. Querschnitt durch denBlütenschaft, a Epidermis, b Rinde, c Sklerenchymring, (l Leit-bündel (Gefässe kräftiger ausgezogen), e Mark (Orig. vonDr. W. L U d i).

Fig. 2719. Schematischer Querschnittdurch den Stengelknoten von Lysi-machia NummulariaL. Holz undBast in je 4 Partien getrennt. AnderLängsachse die kleinlumigen Holzteileder Blattbündel. In den Lücken zwi-schen den Bastteilen treten aus demPerizykel die Nebenwurzeln aus. NachFriedrich Wettstein.