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5,3 (1927) Dicotyledones : (IV. Teil), Sympetalae
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die zahlreichen Nebenwurzeln mit Leitbündeln. Das Dickenwachstum des Wurzelstockes ist unbedeutend unddie primäre Rinde bleibt erhalten. Der zweite Haupttypus, dem die meisten unserer Primeln angehören(Sektion Auricula, Fig. 2715), ist durch den Besitz einer grösseren Zahl von kreisförmigen Leitbündeln (Blattspur»stränge) ausgezeichnet, die, jedes von besonderer Endodermis umgeben, regellos in einem parenchymatischenGrundgewebe zerstreut sind und miteinander anastomieren. Dieser Stengelbau schliesst also an den für dieMonokotylen charakteristischen an, oder besser gesagt, da jedes Bündel einem kleinen Zentralzylinder entspricht(kein Mark vorhanden), an die Gefässkryptogamen (Polystele). Die Keimpflanze enthält zuerst ein einziges,zentrales Leitbündel (markloser Zentralzylinder), das sich nach oben hin verzweigt. Adventivwurzeln mit beson-derem Leitbündelsystem sind vorhanden; die primäre Rinde bleibterhalten. Weitere Eigentümlichkeiten des Stengelbaues, die bei andernArten auftreten, lassen sich diesen Haupttypen unterordnen. Sobesitzt Primula reptans aus dem Westhimalaya ein einziges,zentrales, markloses Leitbündel, und bei Primula farinosa (Fig. 2716)sowie zahlreichen verwandten Arten (4. Typ von Kamienski) istim untersten Teil des kleinen, nach oben keulig verdickten Stäram»chens ein geschlossener Zentralzylinder vorhanden, der sich nachoben in einige hufeisenförmige Bündel mit nach innen gebogenenRändern auflöst, deren jedes von einer besonderen Endodermis um-schlossen ist. Sie verhält sich also zur Hauptsache wie PrimulaAuricula, nähert sich aber im unteren Stammteil dem Primula Sinensis.Typus. Die übrigen Gattungen der Primulaceen sdiliessen sich imBau des Stengels nach den Untersuchungen von Fr. Kamienski(Vergleichende Anatomie der Primulaceen. Abh. Naturf. Ges. HalleBd. 14, 1880) an den Primula Sinensis.Typ an. Nur Hottonia mit seinemmarkfreien Stengel macht eine Ausnahme (siehe dort). Betreff Cyclamensiehe die Gattung. Den einjährigen Arten fehlt meist das Kambium, unddie Leitbündel vereinigen sich nicht zu einem Ringe, sondern bleibenisoliert. Einfache Leitbündel besitzen auch Soldanella und Lysimachianemorum. Sie sind aber hier und bei Anagallis arvensis durch eingeschaltete Sklerenchymstücke verbunden.Bei Lysimachia Nummularia plattet sich der kreisrunde Zentralzylinder im Knoten elliptisch ab, und Bast- undHolzteil lösen sich in 4 Partien auf, die sich nicht völlig decken. Aus den Enden der Längsachse treten dieBlattstränge aus, an den vier Bastlücken bilden sich im einschichtigenPerizykel die Nebenwurzeln (siehe Fig. 2719) (Wettstein loc. cit.). DasMark enthält oft Gruppen von Sklerenchymzellen s bei den Primeln derSektionen Auricula und Vernales gibt es solche auch im Leitbündel.

Bemerkenswert ist ein Sklerenchymring in der Rinde, dem die Leit«bündel innen direkt anliegen. Er spielt die Rolle eines Festigungs»gewebes (mechanisches System im Sinne von Schwendener) undfindet sich in den Blütenschäften (nicht aber im Stämmchen) aller An»drosaceae (Fig. 2717) und bei den übrigen Unterfamilien im Stengel,soweit derselbe aufrechten Wuchs besitzt. Dieser Bastring wird vonWestermaier (cit. nach Pax und Knuth) als charakteristisches anatomi»sches Merkmal für die ganze Familie der Primulaceen betrachtet. DerBau der Wurzeln lässt zwei Typen unterscheiden. Im einen Fall stelltsich ein beträchtliches Dickenwachstum mittelst eines Kambiumringesein (Primula Sinensis und Verwandte, Androsace der Andraspis»Sektion,

Cortusa, Asterolinum, Anagallis), während die grosse Mehrzahl derPrimulaceen kein Dickenwachstum der Wurzel aufweist, oder doch nur ein sehr unbedeutendes, welches dieprimäre Struktur nicht verwischt (so z. B. bei Primula minima). Der Bau der Wurzelspitze entspricht demHelianthustypus von Janczewski. Die Wurzeln der Lysimachien enthalten in zahlreichen Zellen dunkel»rote, in Alkohol lösliche Sphaerokristalle. Während Kamienski die Frage, ob die natürliche Verwandt-schaft der 1 rimulaceae sich im anatomischen Bau ausdrücke, verneinte, wurde sie von van Tieghem, nachUntersuchung eines viel grösseren Materials für die Gattung Primula bejaht. Er stellte nach dem Bau desStammes zwei Gattungen auf, Primula (= Typus I) und Auricula (= Typus II) mit einer Anzahl Sektionen.Pax weist aber nadi, dass diese Gruppen der natürlichen Verwandtschaft keineswegs entsprechen. Dochkönnen nach ihm gewisse anatomische Merkmale, in geeigneter Kombination mit morphologischen Eigen»tümlichkeiten für die Diagnose der natürlichen Sektionen Verwendung finden, wobei diese anatomischen Merk»male in verschiedenen Sektionen wiederkehren.

Fig. 2715. Primula hirsuta All. Querschnittdurch das Stämmchen. Sklerenchym schwarz. Ge-fässe durch kleine Kreise bezw. grössere Punkte an-gedeutet, Bast durch feine Punkte. Um die einzel-nen Leitbündel die Endodermis. Grundgewebeunverholzt mit verdickten Wänden (Orig. vonW. Liidi).

schnitt durch das Stämmchen. Darstellungwie bei Fig. 2715. (Orig. von W. Lüdi).