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massig abstirbt. Die Erneuerungsknospe entwickelt sich entweder sogleich oder erst in der nächsten Vege»tationsperiode. In ersterem Falle wird durch die neue Blattrosette, in deren Zentrum auch der neue Blüten«spross schon vorgebildet ist, der erste Blütenstand zur Seite gedrängt, sodass es scheinbar lateral steht(Fig. 2710). Auch der zweite Spross kann bei einzelnen Arten noch in der gleichen Vegetationsperiode zurBlüte kommen j dann stehen die beiden Blütenstände nebeneinander, der erste scheinbar seitlich, der zweiteendständig. Entwickeln die Knospen in den Achseln der Laubblätterkeine neuen Blattrosetten (dagegen eventuell seitliche Blütenstände),so werden die Pflanzen 1 »jährig, was allerdings nur für einige asia»tische Primeln und für die Androsace» Arten der Sektion Andraspiszutrifft. Bei einigen asiatischen Primeln und bei Androsace • Artender Sektion Chamaejasme (z. B. A. Chamaejasme, A. villosa) treibeneine oder mehrere Knospen der Laubblattrosette einen verlängertenSpross, der mit einer Blattrosette abschliesst oder bei Wieder»holung des Vorganges auch mehrere Rosetten tragen kann.
Durch diese Ausläuferbildung kommt ein sehr lockerrasiger Wuchszustande (vgl. Fig. 2814). Andere Arten von Androsace (z. B. A.carnea, auch A. villosa) weisen seitliche Erneuerungssprosse vongedrungenem Bau auf, sodass ihr Wuchs didit.rasig wird. Diesist am ausgesprochensten bei Androsace Sektion Aretia und beiGregoria. Bei diesen hochalpinen Arten verbindet sich mit derVerzweigung eine sehr starke Verkürzung von Sprossen und Spross»gliedern, die ausserdem mit kleinen dachziegelartig gestelltenBlättchen dicht bedeckt sind. Dadurch entstehen polsterartige Ge»bilde (Fig. 2711). Tritt die Verzweigung zurück und wird durchausgesprochenes Spitzenwachstum der seitlich dicht aneinander»stossenden Sprosse ersetzt, so bilden sich Kugelpolster mit annähernd radialer Anordnung der Triebe. Esist am schönsten ausgeprägt, wenn die alteren Blätter nicht verwesen, sondern lange erhalten bleiben, wodurchdie Sprosse eine säulchenartige Gestalt annehmen. Die Gattung Androsace zeigt somit alle Uebergänge
vom lockerrasigen Wachstum bis zum dichten Polster. »Dieverschiedenen Arten bieten Uebergangsstadien von Pflanzen mitdeutlich geschiedenen Rosetten in kleiner Zahl und wenig erhal»tenen Blättern bis zu dem eigentlichen Säulenbau mit ganz konti»nuierlxchem Wachstum an der Spitze" (H a u r i, H. und Schröter,C. in Engler's Botan. Jahrb. Bd. 50, 1914, Supplementband). Seinenvollkommensten Ausdruck findet der Polsterwuchs bei AndrosaceHelvetica und A. multiflora, die von Hauri und Schröter als„Radialvollkugelpolster"(Fig.2712a) bezeichnet werden. A. alpina undA. pubescens zählen zu den „Vollhorstkugelpolstern" (Fig.2712b)oder „Flachhorstpolstern* („Horstpolster: keine Säulchen, dasPolster»innere gefüllt mit Humus und mineralischem Detritus.) und bildenden Uebergang zu den übrigen dichtrasigen Arten wie A. Wulfeniana,A. brevis, A. villosa, auch Gregoria, die nicht mehr zu deneigentlichen Polsterpflanzen gerechnet werden können, sondernvon den genannten Autoren zu einer besonderen Gruppe,den „Kissenpflanzen" vereinigt werden (vgl. A. alpina). Auchbei älteren Rhizomen einheimischer Primeln, besonders beiluxurierenden Bastarden, beobachtet man häufig Mehr» oder Viel«köpfigkeit, hervorgerufen durch das Austreiben mehrerer Achsel«knospen einer Rosette.
Eine besondere Stellung innerhalb der Androsaceae nimmtdie Gattung Hottonia („Wasserfeder") ein. Ihr Sprossbau ist in An»passung an das Wasserleben stark modifiziert und steht den Lysi»machieae näher. Sie besitzt als einzige Primulacee gefiederte Laub«blätter (Näheres bei der Gattung).
Wesentlich verschieden von den Androsaceae erscheinen die Sprossverhältnisse bei den Lysimachieae,indem es hier nicht zur Bildung eines richtigen Rhizoms kommt, wenigstens nicht bei den genauer bekannteneinheimischen Arten, dagegen ein oberirdischer, verlängerter und beblätterter Stengel auftritt. Centunculus und
Fig. 2711. Androsace Helvetica (L.) Gauel.,weissbliihende, hochalpine Polsterpflanze, Schiern(Südtirol). Phot. Dr. A. Eichinger, Pforten(Niederlausitz).
Fig. 2712. a Radial vollkugelpolster von AndrosaceHelvetica (L.) Gaud. b Flachhorstpolster von An-drosace alpina (L.) Latn. (nach Hauri undSchroeter).