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5,3 (1927) Dicotyledones : (IV. Teil), Sympetalae
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einzelne oder alle Kronblätter zu Staubblättern umgebildet; die letzteren (var. anändra) können auch vollständigfehlen oder, wie in gefüllten Blüten, durch kleine petaloide Blättchen ersetzt sein. Endlich ist eine Verwachsungder Staubblätter mit dem Fruchtknoten und deren gleichzeitige Umbildung in Fruchtblätter bekannt. DieKeimung der Samen am Licht erfolgt rasch und gut; aus der Lausitz stammende Samen waren nach 10 Monatenzu 98°/o aufgegangen, während im Dunkel nach 13 Monaten nur 21 °/o gekeimt hatten. An Brandstellenerneuert sich die Glockenheide vorzugsweise durch Samenanflug; vegetative Vermehrung durch Wiederaus«schlagen der abgebrannten Sträucher ist selten. Ein von Kanngiesser untersuchtes Stämmchen von5*/ mm Durchmesser am Wurzelhals zeigte 19 Jahrringe. Die Blätter enthalten Gerbstoff. Im Winter wirdbesonders in den Palisadenzellen reichlich Anthocyan ausgebildet. Stärke ist im Winter in den Laubblatternwenig vorhanden; dagegen sind diese im Januar sehr zuckerreich.

Die Glockenheide wird als lohnende Moorbeetpflanze seit langem kultiviert. Sie ist im Regierungs.bezirk Kassel und im Kreis Offenbach geschützt.

2159. Erica cinerea ( E. viridi=purpürea Gouan non L., = E. mutäbilis Salisb. non Andr.,= E. hümilis Necker, = E. tenuifölia Bubani). Graue Glockenheide. Franz.: Bruyerecendree, bruyere franche, bucane; engl.: Fine»leaved heath. Fig. 2704.

Bis 60 cm hoher, stark verästelter Zwergstrauch mit aufrechten, in der Jugend fein»behaarten Zweigen. Laubblätter meist zu 3 (Fig. 2704 b) wirtelig, gehäuft, lineal, nadeiförmig,spitz, etwa 5 bis 7 mm lang, kahl und glänzend, oberseits flach, unterseits längsfurchig, voneinem schmalen, weissen Rand umzogen, sehr kurz gestielt. Blütenstand vielblütig. Blüten4= (seltener 5=)zählig, am Ende der Zweige quirlig»traubig angeordnet. Blütenstiele meist auf»recht oder etwas zurückgekrümmt, so lang oder etwas kürzer als die Blüte, dicht feinflaumig.Tragblatt nahe der Blüte, die beiden Vorblätter an den Kelch anschliessend, kleiner als dieKelchblätter, sonst wie diese Kelchblätter grünlich oder rötlich, mit häutigem Rand, fast halbso lang als die Krone, bis zum Grunde 4=spaltig, mit lanzettlichen, spitzen Zipfeln, wie dieVorblätter und das Tragblatt kahl. Krone glockig=eiförmig, 5 bis 7 mm lang, fleisch» oderviolettrot, selten weiss oder bleichrosa, mit 4 kurzen (1 bis 1,2 mm langen) und stumpfenZipfeln, kahl. Staubblätter 8, eingeschlossen, kahl; Staubbeutel dunkelpurpurn, mit schiefemSpalt sich öffnend, am Grunde mit geschwänzten Anhängseln. Griffel die Antheren über»ragend, eingeschlossen oder vorragend, mit kopfig verdickter Narbe. Fruchtkapsel 4=fächerig,mehrsamig, fast kugelig, kahl und glatt. Samen dunkelbraun, 0,7 bis 0,9 mm lang, eiförmig;Samenschale rauh, grubig punktiert. VI, VII.

An trockenen, warmen Hängen, in lichten Wäldern, auf trockenen Ulex» und Calluna»heiden; auf eugeogenen, psammischen Böden, kalkfliehend. Nur im äussersten Nordwestendes Rheinlandes.

In der Rheinprovinz auf der Heide bei Wankum, einzeln bis zur Landstrasse Grefraths lerongen,westwärts häufiger bis zum Venloer Schiessplatz, nordwärts bis zu den Hinsbecker Höhen. Weiter südlichzwischen Haversloh und Amern, bei St. Georg und westlich von Brüggen, bei Diegardtshof, Straelen, Gangelt,Erkelenz, Dahlheim, Wassenberg im Gebiete der Roer. Isoliert in der Dottendorfer Heide bei Bonn. Fernerim angrenzenden Belgien und Holland.

Allgemeine Verbreitung: Atlantisches Europa: von Madeira und Portugal bisSüdwest»Norwegen (nur im Bezirk der atlantischen Küstenflora auf den äussersten Inseln derProvinz Bergen), Faer=Oer (fehlt in Dänemark). Mediterranes Europa: Südostfrankreich, Korsika,Ligurisches Küstengebirge (selten), jedoch nur in den Gebirgen (von 200 bis 1550 m), fehltden tieferen Lagen der Mediterranregion.

Die Art ist im ganzen zentralfranzösischen Bergland sehr verbreitet und tritt auf grössere Strecken als«espfece envahissante» herdenbildend fast rein oder mit Calluna und Sarothamnus gemischt auf, insbesonderein abgeholzten, starkem Weidgang unterworfenen Gebieten. Die Begleitflora der Erica cinerea«Heiden zeigteine grosse Uebereinstimmung mit jener der trockenen Calluna» und Sarothamnusbestände; es sind floristischschwach charakterisierte Typen, die aber landschaftlich durch ihre weite Ausdehnung hervortreten. Besondersgrosse Verbreitung erlangen die Erica cinerea.Heiden auf sauer reagierenden, nährstoffarmen Silikatböden mit