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5,3 (1927) Dicotyledones : (IV. Teil), Sympetalae
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1708
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1708

In den südlichen Tälern der kristallinischen Sevennen sind ganze Talgehänge, die ursprünglich vonQuercus Ilex.Wald bedeckt waren, mit der Baumheide bekleidet und gewähren zur Blütezeit im April einenwunderbaren Anblick. Beim Durchschreiten der Bestände erheben sich Wolken von Blütenstaub und werdenvon jedem Windzug fortgeführt. Es hat daher die Annahme von Fritsch (vgl. Sitzber. der Akademie derWissenschaften Wien. Bd. CXXIII 1. Abt. 1914), der Erica arborea als Uebergangsglied auffasst, das im Begriffsteht von der Entomophilie zur Anemophilie überzugehen, manches für sich. Von Blütenbewohnern sind

namentlich zahlreich kleine Dipteren und Hymenopteren (gute Bienenpflanze 1),jj auch Lepidopteren und Coleopteren; bei Pola wurden die Bienen Anthrcna1 W carbonäria L. und A. mörio Br., sowie die Vespide Polj'stes Gdllica

m , w L. häufig blütenbesuchend beobachtet.

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2158. Erica Teträlix 1 ) L. (= E. botuliförmis Salisb., = TeträlixJ ;# septentrionalis E. May.). Glockenheide. Franz.: Bruyere ä quatrefaces, darin, clasin; engl.: Cross=leaved heath. Taf. 207, Fig. 1;Fig. 2635/18 bis 20, 2702 und 2703.

In Nordwestdeutschland heisst die Art allgemein Topp», Doppheidesonst auch noch Boon(d)erheide (Oldenburg), Riisheide (Emsland), Bes«menheide (Westfalen! Rheine), Fastheide [First der Dächer oft mit dieserHeide gedeckt] (Oldenburg), Bultheide [Bult = Erdhaufen, kleine Erhebung,vgl. Bd. II, pag. 78], Moorheide (Hannover), Heidklöckskes (Westfalen).

Bis 70 cm hoher, dünnästiger Strauch, mit aufrechten, be=haarten, dichtbenadelten Zweigen. Laubblätter zu 3 bis 4 wirtel»ständig, lineal* lanzettlich, spitzlich, im Mittel etwa 4 bis 5 mm lang,mit stark nach unten umgerollten Rändern (Rollblatt»Typus), oberseitskurz»flaumig, am Rande lang und meist drüsig bewimpert, unten kahl,mit deutlichem Mittelnerv (Fig. 2635/18 bis 20). Blütenstand kopfig»doldig,5= bis 15»blütig. Blütenstiele etwas kürzer als die Blüten, weiss haarig»filzig. Vor» und Kelchblätter eiförmig, spitz, flaumhaarig»filzig, lang»und meist drüsig=bewimpert. Kelch 4=teilig, etwa 1 /n so lang als dieKrone. Krone fleischrot, selten weiss, krug»eiförmig mit 4 kurzen,stumpfen, aussen flaumigen Kelchzipfeln, 6 bis 7 mm lang. Staub»blätter 8, eingeschlossen; Staubfäden kahl; Antheren dunkelrot, amGrunde mit geschwänzten Anhängseln, an der Spitze mit schiefemSpalt sich öffnend. Fruchtknoten weiss=filzig, am Grunde von einerschwärzlichen Nektardrüse umschlossen ; Griffel länger als die Staubblätter, mit dunklem Narben»köpf. Narbe vorragend, kopfig verbreitert. Fruchtkapsel oben abgeflacht, 8»eckig, weiss»filzig, 4=fächerig. Samen zahlreich, hellbraun, eirundlich, 0,3 bis 0,4 mm lang, fein bekörnelt. VII, VIII.

Auf Torfmooren, in moorigen Wäldern, Zwischenmooren und Fleiden oft grosseFlächen bedeckend, im allgemeinen mehr Feuchtigkeit ertragend als Calluna. Nur im atlanti»sehen, nordwestlichen Deutschland und von dort bis Posen und Schlesien ausstrahlend.Fehlt in Oesterreich und in der Schweiz vollständig.

Im Gebiet sind ausgedehnte Tetralixheiden nur in den höher gelegenen Küstengebieten der Nordsee(Ostfriesland) vorhanden. Weiter östlich und binnenlandwärts erscheinen sie meist ± stark mit Calluna oderanderen Heidepflanzen gemischt. Ihre Verbreitung in Norddeutschland zeigt eine ziemliche Uebereinstimmungmit der Verbreitung von Myrica Gale. Beide Arten folgen der Ostseeküste bis zur Danziger Bucht (ehedemauch bei Pasewark auf der Danziger Binnennehrung). Ausserhalb des schmalen Küstenstreifens ist EricaTetralix im Osten nur noch von Czarnikau und an der Obra in Polen) angegeben. Die Ostgrenze ihres

') TLTouüt [teträlix] bei Theophrast (Hist. plant. 6, 4, 4) und P1 inius (Nat. hist. 21, 94) Name eineroffenbar windenden Pflanze, da wohl zu griech. tetqu [t6tra] = vier und e'Afl [h£lix] = Efeu (vgl. Bd. V/2,pag. 915) gehörig.

Fig. 2701. Erica arborea L.a Zweig mit Gallen (b eine Gallevergrössert).