1707
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ques vegötaux etc., Acad. sc., Lettres et Beaux Arts de Marseille, 1915) untersuchte die Zusammensetzung derWurzelerde von E. arborea bei Pilon.du-Roi nördlich Marseille und fand grobe Gesteinstrümmer 49,06%, feineGesteinstrümmer 5,82 °/°> Feinerde 45,02. Die chemische Analyse der feineren Gesteinstrümmer des Bodensergab s Kieseln und Tonerde 0,40 °/o, Eisenoxyd 0,05 °/o, Kalk 63,05%, Magnesia 36,30 %. Die Feinerde enthielt:Kieselsand 2,26 %, Magnesia IS,90%, Kali 0,30%, Tonerde 1,39%, Kalk 44,62%.
Diese Zahlen sprechen für einen ausserordentlich hohen Kalkgehalt j zudem werden die Sträucher vonkalkgesättigtem Rieselwasser befeuchtet. Die Nährlösung, die der Pflanze hier zu Gebote steht, ist zweifellosdauernd hochkonzentriert. Unweit davon fand Laurent Erica arborea auf relativ kalkarmem Boden, dessenFeinerde 50% Kieselerde, 1,17% Eisenoxyd, aber nur 0,58% kohlensauren Kalk enthielt. Die Wasserstoffionen.Konzentration, die hier vielleicht ausschlaggebend ist, wurde nicht untersucht. Ihr bestes Gedeihen findet diePflanze auf kalkarmen, schwachsauren bis neutralen Silikat,böden, daher ihre scheinbare Kalkfeindlichkeit. Die Aschen,bestandteile der Pflanze sind reich an Kalk. Sträucher vonobigem Standort auf Kalkboden enthielten:
Zweige und Wurzeln Laubblätter
Kieselerde 17,30% 3,24%
Kalk 33,17 , 45,77 ,
Kali 11,44 , 6,29 »
Magnesia 6,04 „ 17,50 „
In der weiteren Umgebung von Montpellier kommtdie Baumheide nur ganz vereinzelt und nur auf kalkfreiemDiluvialschotterboden vor, der eine schwachsaure Reaktionaufweist.
Während die Pflanze in Südfrankreich selten über3 bis 4 m hoch wird, erreicht sie in Südspanien eine Höhevon 10 bis 15 m, auf den Kanaren (von den Eingebornen„Brezo" geheissen) sogar 20 m bei einem Stammesumfangvon 1 m. Kanngiesser mass in den Pyrenäen beiCauterets, 1260 m, ein 34.jähriges Stämmchen von 34 mmDurchmesser und einer mittleren Jahrringbreite von 0,51 mm.
— Die Samenbildung ist reichlich und die Keimung geschiehtrasch und gut. Nach Grevillius keimten am 14. Maiangesetzte Samen an offenem Nordfenster zu 92 %; da.gegen keimten gleichzeitig im Dunkeln nur 20%.
Das rotbraune, feine Maserholz des Wurzelstocksder Baumheide liefert die sog. „racine de Bruyere", die zurHerstellung der „Bruyerepfeifen" (briarpipes) und andererSchnitzartikel dient. Das beste Material zu Pfeifenköpfen
liefern Spanien, Korsika und Südfrankreich, während die in Dalmatien und Südtirol wachsende Baumheideselten ein brauchbares Maserholz liefert. Seine Eignung für diesen Zweck verdankt das Holz nicht nur demstarken Maserwuchs, sondern vor allem seiner schweren Verbrennbarkeit. Diese schwere Verbrennbarkeit,also der Widerstand gegen die Wirkungen der heissen Tabakasche, beruht vor allem in dem hohen Kieselsäure,gehalt des Holzes. Seinem starken Maserwuchs verdankt das Holz noch den anderen wesentlichen Vorzug,dass die aus echtem Bruyereholz gefertigten Pfeifen in der Hitze äusserst selten springen. Das Holz der stärkerenStämmchen wird in neuerer Zeit vielfach in der Xylographie als Ersatz für das teure und nur schwer erhältlicheBuchsbaumholz verwendet. In den Seidenzucht treibenden Gegenden Südfrankreichs, insbesondere in denSevennen, werden die Zweige der Baumheide aufrecht in die Zuchtkammern hineingestellt. Die ausgewachsenenSeidenraupen klimmen daran empor, um sich zu verpuppen („ramer les vers ä soie"). Die Zweige werdenferner auch, obwohl in viel geringerem Masse als jene von Erica scoparia zu Besen gebunden. Ebenso ver»wendet man sie zur Herstellung der als »claies de bruyere" an der Riviera bekannten Schutzdecken für Pflanzen,kulturen. Erica arborea besitzt ein grosses Ausschlagsvermögen, sowohl nach Schlägen als nach Brand. — BeiGenua wurde der saprophytische Pilz Anthostome 11 a delit6scens (De Not.) Sacc. (Pyrenomyzet) auf derBaumheide nachgewiesen. Die tierischen Parasiten Dasineüra (Perrisia) er i clna (Gallmüdce) und Di p lösi smediterrdnea F. Loew, die äusserlich an der Stengelspitze leben, rufen eine Verkürzung und Verdickungder Endinternodien und eine Verknäuelung der Endblätter der Zweige hervor (Fig. 2701). Zuweilen treten dieseGallenbildungen so massenhaft auf, dass fast jeder Trieb mit einer solchen abschliesst.
Hegi, Flora. V, 3. 311
Fig. 2700. Erica arborea L., in der Macchie auf Corsika.Phot. Meta Lutz und Dr. G. Hegi, München.