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Stellen auf kalten Torfmooren zwischen 1000 und 1200 m und in den Walliser« (Lac de Champey 1465 m)und Bündneralpen (mehrfach zwischen 1400 und 1900 m, noch bei St. Moritz und Pontresina) beobachtet. Im Alpen#Vorland wird sie nur von einer Stelle bei Dübendorf im Kanton Zürich zirka 430 m angegeben, in einemGebiet, das auch andere Glazialrelikte (Carex chordorrhiza und C. Heieonastes, Andromeda u. a.) beherbergt.— Neuerdings ist sie auch in den Savoyeralpen im subalpinen Hochmoor von Gliferes (Haute»Savoie) auf»gefunden worden. In Skandinavien, Finnland, Nordrussland, Sibirien verbreitet.
In der Schweiz eine Charakterart (Treue) der Sphagnum fuscum.Hochmoore, die Bülten durch»spinnend in Gesellschaft von Leptoscyphus anomalus, Cephalozia spec., Polytrichum strictum, Calluna,Empetrum, Vaccinium uliginosum usw. Aehnlich ist ihr soziologisches Verhalten in Schweden und (nachWalo Koch) in Lithauen.
Oxycoccus quadripetalus zeigt in Bezug auf Blattform und »Grösse und hinsichtlich der Fruchtform, derSamenzahl und Grösse beträchtliche Unterschiede. Inwieweit hiebei aber Bastardierung zwischen den 2 Subspezies(und vielleicht mit O. macrocarpus) mitspielt, ist noch nicht näher untersucht. Auf ein» und demselben Moorfleckbei der Proskauer Lehranstalt für Obst» und Gartenbau fand Gleisberg 6 verschiedene konstante Typen,verschieden nach Wuchsform, Beblätterung, Fruchtform und »Grösse. Die einzelnen Typen zeigten auchbeträchtliche Unterschiede in der Samenproduktion. Während der kleinfrüchtige myrtenblätterige Typus proFrucht nur 2,8 Samen hervorbrachte, erzeugte der grosse apfelfrüchtige Typus in jeder Frucht 10,9 Samen. DieGewichtsverhältnisse der untersuchten Früchte ergaben ähnliche Unterschiede. Die kleinfrüchtigen Beeren wogenim Durchschnitt 0,2434 bis 0,3074 gr, die grossfrüchtigen 0,7824 bis 0,7852 gr. Der dazwischen liegende Mittel,typus trug Beeren von im Mittel 0,5459 gr. Da die ökologischen Bedingungen des kleinen Moorkomplexesüberall ungefähr dieselben sind, ist die Annahme, es könnte sich um Sonderanpassungen an verschiedeneLebenslagen handeln, ausgeschlossen. Am ehesten kommt als Ursache der Formenbildung „Aufspaltung" alsFolge von Bastardierung in Frage. Die herbstliche Anthocyanbildung der Oxycoccus=Blätter zeigt Unterschiedein der Farbenintensität der einzelnen Typen. Ebenso verhielten sich diese Typen verschieden bei künstlicherAnthocyanerzeugung an abgeschnittenen Zweigen. G1 e i s b e r g nimmt an, dass eine verschiedene Befähigungdes Plasmas der einzelnen Typen die Ursache der ungleichmässigen Anthocyanbildung sei.
Mit Andromeda polifolia zählt Oxycoccus zu den bezeichnenden Arten der mitteleuropäischenSphagnum »Moore. In Bezug auf die Bodennährsalze ist die Pflanze äusserst bedürfnislos und erscheint inhohem Masse dem eigenartigen Standort angepasst. Die primäre Rinde der weitkriedienden, zarten Stämmchenbesteht aus kompaktem Gewebe parenchymatischer Zellen mit schwach entwickelter Epidermis; das sekundäreRindengewebe erscheint im Juni und besteht aus regelmässig angeordneten Korkzellen. Die Laubblätter sindunterseits mit einer Wachsschicht bedeckt; die Epidermis der Ober» und Unterseite ist stark kutikularisiertund zeigt unterseits zahlreiche Spaltöffnungen. Dieser Umstand wird von Petersen in Verbindung gebrachtmit der geringen Anzahl der Laubblätter im Verhältnis zu der oft beträchtlichen Länge der Stämmchen, dieeine reichliche Luftversorgung benötigen. Da sich die Laubblätter in kohlensäurereicher Atmosphäre hart amErdboden befinden, ist der Sauerstoffbedarf eingeschränkt. Das Palisadengewebe besteht aus 1» bis 2 Zell»schichten von je zirka 80 u Höhe. Bei nordischen Exemplaren ist die untere Palisadenschicht besser entwickeltals bei solchen aus Dänemark. In den Palisadenzellen der Oberseite fand Petersen im Winter roten Zellsaft(Anthocyan ?), auch enthalten dieselben, wie übrigens auch die Mesophyllzellen, Tannin. Wenn sich, durch dienatürliche Entwicklung der Vegetation oder durch äussere Eingriffe bedingt, der Sphagnum«Moorcharakter ändert,geht Oxycoccus zurück und verschwindet mit dem Auftreten gesellschaftsvager Blütenpflanzen, die mit ihr inWettbewerb treten. Nur auf vegetationsfreien Torfausstichen, wo der Wettbewerb ausgeschaltet ist, vermagsich das Pflänzchen ausnahmsweise noch zu halten. Zu ihren getreuesten Begleitern zählen! Carex pauciflora,C. dioica, Eriophorum vaginatum, Viola palustris, Drosera rotundifolia, Andromeda polifolia; aber auch Carexpulicaris und C. stellulata, Rhynchospora spec., Betula nana, Parnassia palustris, Potentilla erecta, Ledum palustre(pag. 1623), Vaccinium uliginosum, Empetrum nigrum, im nördlichen Gebiet auch Rubus Chamaemorus undChamaedaphne calyculata u. a. Arten gesellen sich ihr öfter bei. Ihr eigentliches Substrat bilden die Polstervon Sphagnum angustifolium, Sph. fuscum, Sph. cymbifolium, Sph. medium, Sph. rubellum, Sph. squarrosumu. a. Sphagnum»Arten, seltener der Teppich von Drepanocladus»Arten und von Aulacomnium palustre.
Die Blüten sind proterandrisdi. Die Selbstbestäubung ist erschwert, weil der weit vorragende Griffeldie Staubblätter weit überragt und weil die kleine Narbe nach abwärts gerichtet ist. Da die Pflanze auch im hohenNorden reichlich fruchtet, dort aber Blütenbesucher nicht festgestellt werden konnten, vermutet Warming,die Selbstbestäubung könnte schon in der Knospe stattfinden, wie dies bei Chamaedaphne calyculata geschieht.Auch H. Müller gelang es nicht, blütenbesuchende Insekten zu beobachten, dagegen fand Knuth Muscidenblütenbesuchend und ebenso berichtet Stauffer (Notes sur quatre Ericacees indigenes, La Chaux de Fonds, 1911),am Katzensee bei Zürich mehrfach sowohl Bienen als Hummeln auf Oxycoccus saugend angetroffen zu haben.Die Hymenopteren hängen sich an die Blüte und führen ihren Rüssel zwischen Griffel und Antherentubus