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5,3 (1927) Dicotyledones : (IV. Teil), Sympetalae
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ein, um zum Nektar zu gelangen. Dabei bestäuben sie sich mit Pollen, den sie am Stempel einer benach»harten Blüte abstreifen. Unnützer Honigraub ist durch die dicht ineinander verflochtenen Haare der Staub»fäden verunmöglicht. Unter den Vaccinioideae zeigt nur Oxycoccus postflorale Bewegungen an den Blüten«stielen. Die zur Blütezeit aufgerichteten Sprosspitzen legen sich postfloral nieder und die apikale Krümmungder Blütenstiele gleicht sich aus. Die Samen von Oxycoccus keimen auschliesslich im Licht; die Keimung beginnterst nach 15 Monaten-, nach 40 Monaten hatten 23 °/o gekeimt (Kinzel).

Die Beeren absorbieren und speichern Wärme. Stündliche vergleichende Messungen im innerneines besonnten Beerenkorbs ergaben eine die Luftwärme erheblich übersteigende Temperatur. Die grössteDifferenz betrug + 6,5° (10 h Morgen im Beerenkorb 24°, an der Luft 17,5°). An bedeckten Tagen und inder Nacht war kein Temperaturunterschied wahrnehmbar.

Die Verbreitung geschieht wie bei unsern Vaccinien vegetativ durch die Kriechsprosse und übergrössere Entfernungen durch beerenfressende Vögel. Tannen»häher, Seidenschwanz und Heidepieper sind als Samenver»breiter beobachtet werden. Der auf unsern Vaccinien schma«rotzende, wirtwechselnde Rostpilz Thecöpsora Vaccini»örum Karst., dessen Aecidienwirt man nicht kennt, wurdeauch auf Oxycoccus (im Reutigenmoor bei Bern) nachgewiesen.

Exobasidium Oxycöcci Rostr., aus Nordamerika be=schrieben, fand sich auch an mehreren Stellen im KantonBern. Vaccinium Oxycoccus wird auch als Wirt von Exoba»sidium Vaccinii (Fuck.) Wor. angegeben. Von weiteren Pilz»parasiten der Art seien genannt: Sclerotinia OxycöcciWoron. (in den Früchten), Phacidium Oxycöccos Fr.,

Ramuläria multiplex Peck. Die Wurzeln beider Sub»spezies tragen Mykorrhiza. Oxycoccus quadripetalus wurdein Diluvialablagerungen Norddeutschlands, bei Lauenburg ander Elbe (letztes Interglazial) und bei Klinge in Brandenburgfossil nachgewiesen.

Die säuerlich schmeckenden, an Apfel» und Zitronen»säure reichen Beeren werden hie und da nach Frostein»

Wirkung gegessen. In Nordrussland und Finnland, wo diePflanze in gewaltigen Mengen vorkommt, werden sie gesam»melt und zur Herstellung eines angenehm erfrischenden,schwach alkoholischen Getränkes („Kwass") verwendet, dasfrüher in Petersburg überall zu billigem Preise ausgeschenktwurde. Zur Zubereitung werden Mehl oder Buchweizenmehlverwendet; oft wird noch Zucker oder Obst, wie Aepfel undHimbeeren, zugesetzt. Das spezifische Gewicht des Getränks ist 1,006 bis 1,016, der Alkoholgehalt 0,7 bis2,2 °/o, der Milchsäuregehalt 0,1 bis 0,5 °/o. An der Gärung sind besonders Hefe, und Milchsäurebakterienbeteiligt. Der Säuregehalt nimmt mit dem Alter des Getränks, hauptsächlich unter Einwirkung von Essig»bakterien stark zu. Unter dem Namen „Bäccae Oxycöccos" waren die Beeren früher als Heilmittelgegen Entzündungen und gegen Skorbut offizinell. Die zusammenziehend wirkenden Laubblätter finden als TeeVerwendung. — Die Art wird 1577 aus dem Harz als Oxycöccon Cördi (Thal, Harzflora) angeführt.Camerarius (1588) nennt sie Oxycöccus val^rii cördi.

DLXIX. Callüna') Salisb. Besenheide.

Unsere Calluna vulgaris ist der einzige Vertreter dieser alten, zweifellos schon im Tertiär vomEricoideenstamm abgetrennten Gattung, die keine nähern Verwandten besitzt. Die Pflanze ist in glazialenAblagerungen von Norddeutschland und Dänemark fossil nachgewiesen.

2155. Calluna vulgaris (L.) Hull (= C. Erica DC., = C. sagittaefölia Gray, = Ericavulgaris L. und schon Thal in Harzflora 1577). Heidekraut, Besenheide. Franz.: Bruyerecommune, brande, beruee, beruere, breuvee; engl.: Common Heather, ling; ital.: Erica minore,brughiera, brentoli, grecchia, cecchia, sorcelli, im Tessin: brüg. Taf. 207. Fig. 5; Fig. 2692 bis 2696.

') Soll zu griech. xa'A'/.vvto [kallyno] = reinige, fege gehören; wegen der Verwendung der Pflanze zu Besen.

Fig. 2691. Oxycoccus quadripetalus Gilib. (nebenAndromeda) mit reifen Früchten in einem Hochmoor.Phot. Dr. G. Hegi, München.