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5,3 (1927) Dicotyledones : (IV. Teil), Sympetalae
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1680
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1680

Beeren abgestreift werden. Die Tagesleistung des Sammlers kann auf diese Weise auf das Dreifachegesteigert werden. Namentlich aus der Südschweiz und auch aus Süddeutschland gelangen grosse MengenHeidelbeeren auf den Markt von Zürich und anderer Schweizer Städte, ebenso in die Konservenfabriken.In den Schulen der Dörfer in der Brandtsheide bei Beizig (Provinz Brandenburg) werden zur Reifezeitbesondere Heidelbeerferien gemacht. In den Kriegsjahren wurden in Deutschland für die HeidelbeerenHöchstpreise angesetzt und zwar für 1918 in Sachsen und Hessen 60 Pfg., in den norddeutschen Sammelebezirken 55 Pfg., in Baden, Unterfranken, der Pfalz 50 Pfg., in Bayern 40 Pfg., in Württemberg 35 Pfg. pro

Pfund. Es war jedoch schwierig zudiesen Preisen die Früchte auf demMarkt zu bringen. Wo es anging,reisten die Städter selbst in die Wald«beerengebiete und kauften dort bei denSammlern weit über dem Höchstpreis.Im Herbst 1918 bezahlte man auf denMünchener Markt für 1 /io Pfund getrock«nete Heidelbeeren Mk. 1.50. In Bayernerntet man in guten Jahren 22 795 tHeidelbeeren; ein Hektar Fläche liefertin guten Jahren etwa 300 kg Beeren.Durch alljährliches Zuschneiden derPflanze auf den Stock konnte der Er»trag gesteigert werden. Von den rund14 Millionen Hektaren Wald Deutsch»latids tragen etwa 10°/o Heidelbeeren»Unterwuchs. In Bayern sind 245 467 haWaldland (= etwa '/ I0 der Gesamt-waldfläche) mit Heidelbeeren bestockt. —Dem Förster ist die Heidelbeere wegender Verschlechterung des Waldbodens,den sie durch Wucherung und Bildungfeuchten, sauren Humus verursacht,verhasst-, ihre gründliche Ausrottungsoll im allgemeinen eine Steigerungder Holzproduktion bewirken. Voll,düngung mit Thomasmehl, Kalisalzund Salpeter, wie auch reine Stickstoffdüngung mit Salpeter wirken nachteilig auf die Heidelbeerbestände. Vomforstwirtschaftlichen Standpunkt aus gehören die Wälder mit IIeidelbeer»Unterwuchs in eine untere Bonitäts»klasse. Während z.B. nach Björkenheim der mittlere Jahresflächenzuwachs der Fichten pro Jahr und proBaum im Wald mit Oxalis Acetosella.Unterwuchs 15 cm 8 , in jenem mit Deschampsia flexuosa 11 cm'ausmachte,erreichte er in Heidelbeerwäldern bloss 8 cm 8 . Gleichzeitig betrug der mittlere Durchmesser 36 resp. 41 und32 m und die mittlere Höhe 29,24 und 19 m. Im Forstrevier Nassau gehörten von 15 heidelbeerreichen Wäldern12 zur dritten Bonitätsklasse.

Die ungemein weite Verbreitung der Heidelbeere ist nicht zum wenigsten auf die häufige endo»zoische Verbreitung durch Vögel zurückzuführen. Die Beeren werden u. a. von folgenden Vögeln gefressen:Schneehuhn, Steinhuhn, Birkhuhn, Ringamsel, Kohlamsel, Wacholderdrossel, Singdrossel, Misteldrossel, Elster,Nebelkrähe, Kolkrabe, Alpendohle, Tann« und Eichelhäher, Rotkehlchen, Rotschwanz, Mönchsgrasmücke, Seiden«schwänz, Brachvogel, Heidepieper, Rohrhuhn.

Während heute die Heidelbeeren in der Heilkunde (bei Mensch und Vieh) bei leichteren Durch»fällen (infolge des Gerbstoffgehaltes) ein allgemein beliebtes Volksmittel sind und getrocknet oder in Form einesMuses, Saftes, Weines oder Schnapses in keiner Hausapotheke fehlen sollten, scheinen sie den Alten nichtbekannt gewesen zu sein (übrigens fehlt die Heidelbeere in Griechenland). Immerhin erwähnt sie die heiligeHildegard im 12. Jahrhundert als „Waltbeere", während die Kräuterbücher von ihrer Anwendung in derHeilkunde wenig zu berichten wissen. Thal (Harzflora, 1577) nennt die Heidelbeere Vitis idaea minor. Aussergegen Diarrhöen werden die Beeren bezw. der Saft (letzterer oft mit Zusatz von Zimmt oder Gewürznelken)kalt oder heiss getrunken bei akutem oder chronischem Bronchialkatarrh, Ruhr, bei verschiedenen ansteckendenKrankheiten, gegen Typhus abdominalis, bei Rachitis, Malaria.Kachexie, Skrofeln, bei Leukoplakie der Zunge,