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5,3 (1927) Dicotyledones : (IV. Teil), Sympetalae
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1608
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1608

den Schweizer» und Savoyeralpen ausschliesslich zwitterig. In Schweden überwiegen schon im mittleren Dalarnedie polygamen und monoezischen Pflanzen. Die Zwitterblüten sind protandrisch.

In den Alpen fand Müller»Lippstadt auf Empetrumblüten Fliegen, Bienen (besonders Hummeln),Ameisen und Falter als Bestäuber. Der anlockende Nektar wird von dem fletschigen Diskus am Grunde desFruchtknotens in reichlicher Menge ausgeschieden. Während langrüsselige Schmetterlinge (wie der Distelfalter)den Honig leicht wegsaugen können, ohne dass der Rüssel mit Narbe und Staubgefässen in Berührung kommt,müssen Fliegen und Bienen den Kopf in den honighaltenden Becher stecken und wirken so bestäubungs»vermittelnd. Windbestäubung dürfte aber die Regel sein.

Wie bei den meisten unserer Ericaceen findet auch bei Empetrum nigrum eine weitgehende Vorbereitungder Blütenteile schon im Vorjahr statt und schon kurz nach der Blüte sind die Anlagen der nächstjährigenBlüten nachweisbar. Bereits einen Monat nach der Blüte (am 23. Juni) konnte Samuelsson in Mittelschwedenbereits nahezu fertiggebildete Kelch» und Kronblätter fürs nächste Jahr nachweisen. Von den Staub» undFruchtblättern waren nur die ersten Anlagen sichtbar; doch schreitet die Entwicklung rasch fort, am raschestenin den eingeschlechtigen Blüten. Ende Juni zeigten die Staubblätter bereits abgesetzte Anthcren ; die Archesporenwaren deutlich ausgebildet. Am 23. Juli waren Pollenmutterzellen zu sehen und am 28. Juli hatte in denAntheren einiger Blüten die Tetradenteilung bereits stattgefunden, während schon am 8. Juli alle Teile desGynäceums in den rein weiblichen Blüten fertig angelegt waren. Schon Anfangs August sind achtkernige

Embryosäcke anzutreffen. Die Blüteüberwintert also vollständig fertiggebildet, sodass im nächsten Früh»jähr nur eine Vergrösserung dervorhandenen Zellen zu erfolgen hat.

Der Zuwachs der Kriech«sprosse von Empetrum beträgt imdänischen Heidegebiet oft 10, seltener15 cm jährlich, in der Arktis dagegenmeist bloss 3 bis 4 cm, oft nur 1bis 2 cm. Die Kurztriebe zeigen dortjährlich einen Zuwachs von wenigerals 1 cm. Der Sprossbau ist race»mos, die Blattstellung ist sehr variabel ;denn es kommen sowohl gegenstän«dige (quirlige) als spiralige Anordnungder Blätter vor. Bei letzterer tretenUebergänge von 2 /s zu 8 /t Stellung auf.

Die Empetrum»Sträucherkönnen ein recht beträchtliches Altererreichen. Kihlman erwähnt ein80=jähriges Stämmchen von der Halb«insel Kola bei 67° 11' nördl. Breite,das 0,08 mm mittlere Jahrringbreite

Fig.2629. Empetrum nigrumL. mit Früchten, auf Gneisfelsais Pionierim Oberengadin. besass ein 73=iährißes StämmchpnPhot. Dr. G. Hegi, München. ' °

zeigte nur 0,05 mm Jahreszuwachs;die Länge der Jahrestriebe betrug

meist nur 1 bis 2 cm, selten bis 5 cm. Schröter sammelte an der Berniaa bei 2450 m ein Exemplar, dessenStämmchen bei einem Durchmesser von 5 mm einen grössten Wachstumsradius von 4 mm und auf demselben50 Jahrringe zählte, also eine mittlere Jahrringbreite von 0,08 mm besass. Die Jahrringe sind deutlichabgegrenzt. Die jüngeren Korkzellen enthalten Stärke, die älteren Gerbstoff.

Mit Loiseleuria gehört Empetrum zu den Arten von ausgeprägt xerophilem Bau. Die nadel»förmigen Laubblätter sind von typischem Rollblattypus mit nach unten umgerollter Spreite, deren Ränder sichnahezu berühren (Taf. 179, Fig. 1 c, d). Während die glänzende, stark kutikularisierte Oberseite keine Spalt«Öffnungen aufweist, sind jene der Unterseite in der geschützten Höhlung geborgen und ausserdem noch vonbraunen Trichomen überdeckt. Da sie nur durch einen schmalen Spalt mit der Aussenluft in Verbindungstehen, muss die Einrichtung als vorzüglicher Verdunstungsschutz gelten. Nach Jungner gehören die Blätterzum Typus der .Kälteblätter". Ausser der starken Verdickung der Epidermisaussenwand sind die Epidermis,zellen der Oberseite durch eine Verschleimung der Innenmembran ausgezeichnet und dienen so als Wasser»