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5,3 (1927) Dicotyledones : (IV. Teil), Sympetalae
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1607
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dürften zur gleichen Gesellschaft gehören (vgl. namentlich Wangerin's Arbeiten); auch aus Mecklenburgerwähnt Stahl die Krähenbeere im Sphagnum»Moor mit Oxycoccus, Ledum, Andromeda, Vaccinium uligi.nosum, V. Vitis idaea und Drosera rotundifolia. In ähnlicher Gesellschaft findet sich die Art auf subalpinen Hoch«mooren. Alpwirtschaftlich nützt Empetrum nigrutn durch seine bodenbindende, berasende Fähigkeit. Anderseitsschadet die Pflanze durch Ueberwuchern der Weideflächen und durch Bildung von Trockentorf. Vom Vieh wirdsie nicht berührt, ist aber unschädlich. Sie kann durch Ausreissen leicht vertilgt werden; auch verschwindet sie beiDüngung. In einzelnen Teilen Grönlands, wo sie häufig vorkommt, dient sie den Eskimo als Heizmaterial. Dieunangenehm bitterlich schmedeenden Beeren sind unschädlich, sollen aber in grösserer Menge genossen, Schwindelund Kopfschmerz erregen. Die Früchte werden im Norden grösser und saftiger als in Mitteleuropa ; sie gehörenz.B. im nördlichen Skandinavien und in Nordrussland zu den wenigen einheimischen Beerenfrüchten, die inMenge sowohl frisch als zubereitet genossen werden. Die gefrorenen Beeren sind besonders wohlschmeckend.Nach Schübeier werden sie von den Lappländern mit Milch gemischt für den Winter aufbewahrt. Im Winterlässt man die Mischung gefrieren und isst dann das zerriebene Eis mit dem Löffel.Um ein nach ihremGeschmack sehr feines Gericht zu bereiten, schlagen die an der Küste wohnenden Lappen Dorschleber zu einerbreiartigen Masse, um während des Kochens so viel frische Rauschbeeren als möglich dazwischen zu rühren.In Island werden die Beeren entweder frisch mit saurer Milch gegessen oder in dieser zum Winterbedarf auf»bewahrt; oder man trinkt ein wässeriges Extrakt der Beeren, für sich oder mit saurer Milch als allgemeinbeliebtes Getränk. Die Rauschbeere wird auch in Grönland in grosser Menge verzehrt, mit Seehundspeckgemischt; es sollen nach Rink jährlich über 139000 Liter davon gesammelt werden" (Schübeier). InNorwegen wurde im Mittelalter (in Sibirien und Grönland angeblich noch heute) aus den Beeren von Empetrumauch ein Wein bereitet. König Sverre (12. Jahrh.) suchte durch solchen Rauschbeerwein den eingeführtenTrauben wein zu verdrängen. Auf Island soll der Rauschbeerwein sogar beim Abendmahl benützt worden sein.In Mitteleuropa finden die Rauschbeeren keine Verwendung. In Pommern werden aus der Pflanze Besengebunden. Ascherson sah in den Gebirgsgegenden Norwegens Empetrum (ebenso Rubus Cbamaemorus)auf den mit Rasen bedeckten Dächern wachsen.

Die Laubblätter enthalten neben einer Wachsart, die ganz oder doch hauptsächlich aus Ceratinsäure undCerylester besteht, Urson, Benzoesäure, Gerbstoff, Fruktose (und wahrscheinlich Rutin). Dagegen sind wederAlkaloide, noch Andromedotoxin oder durch Emulsin zerlegbare Glukoside vorhanden. Blätter und Samen (II e r b ae t Simen Empetri) wurden früher medizinisch als Antiscorbulicum und Diureticum angewendet. Hallerberichtet 1768, dass die Alten die gekochten Empetrumblätter zu heilenden Umschlägen verwendeten; auf derHalbinsel Kamtschatka sind die Beeren gegen Skorbut in Gebrauch. Die gekochten Beeren färben mit Alaunbehandelte Lein» und Wollgewebe braunschwarz.

Die Frucht reift gegen den Herbst, in alpinen Lagen im September bis Oktober und selbst unter derSchneedecke; sie wurde öfter, in den Alpen und in der Arktis, als Wintersteher beobachtet. Samen aus denKarpaten keimten nach Kinzel erst nach 3 1 /» Jahren mit 17°/o, frisch geerntete und angesetzte von der InselRöm dagegen sdion nach 4 Monaten, um nach 2 Jahren 50°/o und nach 4 Jahren 85°/o zu erreichen. DieKeimversuche fanden am Licht statt; im Dunkel erreichte die Keimfähigkeit nur 33°/o. Frost bewirkte erstnach 3 Jahren Begünstigung der Keimung.

Die Verbreitung der Samen geschieht durch Vögel und zwar in den Alpen namentlich durch Schneehühner.Das Vorkommen isolierter steriler Sträuchlein noch weit über der klimatischen Schneegrenze in warmengeschützten Felsspalten und auf Gesimsen ist auf die Schneehühner zurückzuführen. Ganz ähnlich verhält es sichmit den äussersten arktischen Vorposten, die nach H. Simmons stets steril bleiben. Im arktisch=amerikanischenArchipel, wo die Pflanze trotzdem sehr verbreitet ist, dürfte der Pta.migan als wichtigster Samenverbreiterzu betrachten sein. Während heute auf Spitzbergen eine Fruchtbildung nicht beobachtet werden kann, sind dortsubfossile Fruchtsteine gefunden worden. Auf der Nordseeinsel Röm soll Empetrum neuerdings durch Mövenstark verschleppt und verbreitet worden sein. Nach Holmboe fressen viele Vogelarten die Beeren vonEmpetrum, ausser dem Schneehuhn, dem Birkhuhn und ihrem Bastard z. B. auch Lagopus mutus, Corvus corax,Perisoreus infaustus, Stercorarius crepidatus, S. parasiticus u.a. In Schweden fand Sernander Samen undFrüchte reichlich in einem Lemmingnest. Endozoisch können die Früchte auch durch Füchse, Bären, Renntiere,Elche, Eichhörnchen verbreitet werden. Gelegentlich erfolgt die Verbreitung auch durch Schneegestöber(chinochor) oder durch die Meeresdrift.

Blütenbiologisch bildet Empetrum nigrum ein Zwischenglied zwischen Insekten, und Windblütigkeit. Wederdie Bestäubungsart noch die Geschlechtsverhältnisse scheinen fest fixiert zu sein. Alle Uebergänge von zwitterigenzu eingeschlechtigen Blüten kommen vor und sind sogar am gleichen Stock zu beobachten. In Uppsala beobachteteSamuel sson an einer Empetrumpflanze 1908 nur männliche Blüten, 1910 blühte sie polygam, die meistenBlüten waren rein weiblich. In manchen Gegenden der Alpen, besonders aber In der Arktis und in Nord«Skandinavien, ist Empetrum häufiger zwitterig oder polygam als dioezisch. Beauverd fand Empetrum in