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5,3 (1927) Dicotyledones : (IV. Teil), Sympetalae
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geschlossen erscheint. Die Fremdbestäubung erfolgt dadurch, dass die Insekten (Hummeln, kleine Käfer usw.)mit dem Kopfe die Narbe berühren, wobei die von anderen Blüten anhaftenden, nach Warnstorf weissen,kugeligen, glatten, etwa 25 Durchmesser besitzenden Pollen an der kleberigen Scheibe haften bleiben.Gleichzeitig machen sie sich den Kopf dabei kleberig, so dass der Pollen der besuchten Blüte, den sieunmittelbar nach der Berührung der Narbe streifen, dort haften bleibt. Die Zahl der Blütenglieder zeigtbisweilen auffallende Unregelmässigkeiten, indem neben 4« und 5.gliederigen auch 6«, ausnahmsweise auch7« oder 3>gliederige vorkommen. Andere Bildungsabweichungen werden von Domin beschrieben. Auch einTeil der unter den Varietäten beschriebenen Formen gehört sicher zu den teratologischen Abweichungen. Ueberdie Keimung der Pflanze ist nichts bekannt; doch dürfte wie bei den anderen Pirolaceen ein Procaulom gebildetwerden. Durch Destillation lässt sich aus der Pflanze ein ätherisches, namentlich aus Methylsalicylat bestehendesOel gewinnen, dass vermutlich als Spaltungsprodukt eines Glykosids (vermutlich Gaultherin) entsteht. Möglicher»weise beruht auf der Anwesenheit dieses Oeles der starke vanilleartige Duft, der sich bei der frischen Pflanzefindet und sich auch bei getrockneten Exemplaren jahrelang hält (näheres vgl. Gildemeister und Hoff«mann, Die ätherischen Oele). In Deutschland, Frankreich und Schweden wurde die Pflanze früher (ob nochgegenwärtig?) von den Bauern gegen den Husten bei Schafen und Rindern angewandt. H. Schacht(Beiträge zur Anatomie und Fhysiolcgie der Gewechse, 1854) schlug Monotrcpa Hypopitys als Gerbmittelund als mutmasslich kräftiges Abführmittel vor. Sie soll auch gekocht als Würze benützt werden. Als Parasitwurde auf der Pflanze Urocystis Monötropae (Fr.) beobachtet.

102. Familie. Empeträceae. Krähenbeergewächse.

Bearbeitet von Dozent Dr. ). Braun = Blanquet, Zürich (1926).

Kleine, immergrüne Sträucher vom ericaähnlidiem Aussehen. Laubblätter erikoid, mittiefer Längsfurche auf der Unterseite (Fig. 2627 i), wediselständig oder fast wirtelig gedrängt,ohne Nebenblätter. Blüten klein, endständig oder an seitlidien Kurztrieben, eingeschlechtig,hie und da mit zwitterigen untermischt, selten alle zwitterig, 3» oder 2= (selten mehr=)zählig,aktinomorph (Fig. 2627 i). Staubblätter frei (in den weiblichen Blüten öfter rudimentär vor*handen), episepal; Antheren extrors, zweifächerig. Weibliche Blüten mit einem dem Diskusaufsitzenden, oberständigen 2= bis 3» oder 6= bis 9=fächerigen Fruchtknoten. Griffel kurz;Narbe ästig zerteilt (Fig. 2627), Abschnitte gestutzt, eingeschnitten oder gelappt. Frucht einerundliche, beerenartige Steinfrucht mit 2 bis 9 Steinkernen; Steinkerne l=samig. Samenanlagenaufrecht, apotrop, an zentralwinkelständiger Plazenta, mit ventraler Raphe und einem Integu»ment. Embryo gerade, im reichlichen, fleischigen Nährgewebe. Kotyledonen klein.

Die kleine Familie, umfassend die Gattungen Cordma Don mit 2 Arten, Empetrum L. mit2 Arten und C e r a t io 1 a Michx. mit einer Art, muss nach den grundlegenden Untersuchungen von G.Samuels«son den Ericaceae eng angeschlossen werden. In der Bildung des Endosperms wie im Bau der Samenanlagestimmen die Empetraceen weitgehend mit den Ericaceae überein (siehe dort pag. 1611); von denselben sindsie namentlich durch die eigenartige schildförmige, bei Empelrum tief zerschlitzte Narbe und durch dieDioecie 1 ) verschieden. Der Bau des Griffels deutet gegen die Pirolaceen-, das Blütendiagramm stimmt nachO. Hagerup völlig mit manchen Ericaceae (z.B. mit Tripetaleia Sieb, et Zucc.) überein. Die Stellung derEmpetraceen zwischen den Pirolaceen und den Ericaceen entspricht somit durchaus den natürlichen Verwandt«Schaftsverhältnissen. Bisher wurde die Familie meistens der Reihe der Sapindales zugezählt und als besondereUnterreihe (Empetrin^ae) zwischen die Buxin^ae und Coriariariin^ae (vgl. Bd. V/1 pag. 213) eingeordnet.

DLVIII. Empetrum 2 ) L. Krähenbeere. Franz.: Camarine; engl.: Crow berry.

Ausser unserer Art kommt im westlichen Südamerika etwa vom 35 '/2° südl. Breite südlich bis zum Feuerlandund zu den Falkland.Inseln, sowie auf Tristan da Cunha das nahestehende E. rubrum Willd. vor, das sich nach

') Bei Empetrum nigrum kommen allerdings sowohl in den Alpen als im Norden häufigzwitterige Blüten vor.

*) Vom griechischen er [en] = am und neiget [p^tra] = Fels; nach dem felsigen Standort. DerName ist nur bedingt richtig.