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röhrig. Kronblätter meist ganz kahl. Griffel kurz, gewöhnlich höchstens so lang wie der Fruchtknoten. Narbetrichterförmig. Kapsel rundlich, mit erhabenen Punkten. Zerfällt in 2 durch die Behaarung unschwer zutrennende Formen; subvar. ätricha Domin. Pflanze in allen Teilen völlig kahl. Hierzu gehören: f. typicaAndr. Blütenstiele etwa so lang wie die Schuppe. — f. subuniflöra Domin. Traube 2= bis 3-blütig oderdie ganze Pflanze nur 1 »blutig. Vielfach mit der vorigen und in der Regel wohl eine Kümmerform. NachMoriere (Bulletin de la Soci6t6 Botanique de France, 1862) scheint es aber auch eine im Herbste (September,Oktober) blühende (saison.dimorphe) Form (f. serötina [Rouy]) zu geben, die durch Armblütigkeit (1 bis3 Blüten) ausgezeichnet ist. Eine sehr niedrige Form mit 4 Blüten am Stengel sammelte Schustler in denVorläufern des Riesengebirges in Böhmen. Die Seitenblüten dieser Form waren sehr klein, sassen fast undwaren durch die Brakteen vollständig verdeckt. Die unterste Seitenblüte war 8 mm lang und 4,5 mm breit,ihr Stempel vermutlich rudimentär 5 die Gipfelblüte war breit offen, fast 1 cm breit und ebenso lang und zeigteneben etwa 7 Hochblättern (Sepalen) 5 Kronblätter. — f. ramösa (Rouy). Pflanze mit stark verlängerten,oft mehrere Schuppen tragenden unteren Blütenstielen•, letztere meist 1», selten 2« bis 3-blütig. —f. glomerätaH. Andres. Blütenstand kolbig. Blütenstiele sehr kurz. Blüten fast sitzend. So z. B. im Rheinland bei Hetzhofund Altenhof bei Trier. — f. sanguinea Hausskn. Ganze Pflanze schön blutrot, nur die Narbe und derGriffel wachsgelb und die Staubblätter dunkelviolett. So am Emberge bei Dermbach und Martinrode inThüringen. — var. vineösa Andr. Pflanze weinrot. Kaum davon abweichend ist f. rösea Siegel. Pflanzerosarot. Meilschnitz bei Coburg. — subvar. piligera Domin (= var. gläbra Roth s. Str., = var. Hypoph6gosAndr.). Staubblätter, Griffel und bisweilen auch die Kronblätter behaart. Hierzu gehören; f. pauciflöraHausskn. Pflanze arm. (1. bis 4»)blütig. Nicht selten. — f. ramösa Domin. Pflanze mit stark verlängerten,oft mehrere Schuppen tragenden unteren Blütenstielen, letztere meist 1», seltener 2« bis 3=blütig. — 3. var.gracil6scens Domin. Pflanze völlig kahl und wie var. glabra mit rundlichem Fruchtknoten, aber vielzierlicher. Stengel dünn, steif. Schuppenblätter und Hochblätter schmäler. Blüten kleiner, 11 bis 12 mm lang,röhrig. Kronblätter fast lineal, etwa 3 mm breit, am Grunde etwas sackartig ausgehöhlt, aber die genäherteninneren Ränder der Aushöhlung nicht zu einem Sporn verwachsen, sondern frei. So bisher nur aus einemschattigen Fichtenwalde bei Srbsko unweit Karlstein in Böhmen bekannt. Diese auffallende Varietät stellt nachDomin vielleicht eine an den warmen Silurkalkboden angepasste Rasse dar.
Monotropa Hypopitys besitzt eine zirkumboreale Verbreitung, überschreitet aber nur selten den 60.°nördl. Breite. Ihre ursprüngliche Heimat ist wahrscheinlich in Zentralasien zu suchen, wo sie zusammen mitM. uniflora auftritt. Nach Ad. Engler dürfte sie bereits im Tertiär nach Europa gelangt sein, verschwandaber während der Eiszeit aus Mitteleuropa und wanderte später wieder ein. Die Pflanze ist ein chlorophylloserHumusbewohner und tritt, scheinbar auf Baumwurzeln schmarotzend, meist in schattigen Wäldern auf. WelcheAbhängigkeit dabei von der Baumart besteht, ist vielfach untersucht, aber auch in oft völlig widersprechendemSinne beantwortet worden. Domin, der neben eigenen Beobachtungen auch die Literatur hinsichtlich dieserFrage durchgangen hat, kommt zu dem Schlüsse, dass eine strenge Gebundenheit an eine bestimmte Holzartnicht besteht, dass aber immerhin die Varietät hirsuta vorwiegend in Kiefernwäldern (seltener unter Fichtenoder Tannen), die Varietät glabra vorwiegend in Buchenwäldern oder mitunter auch unter anderen Laubbäumenvorkommt. Drude aber z. B. (Biologie der Monotropa Hypopitys L. und Neottia Nidus avis L. Göttingen, 1873)vertritt im Gegensatz zu fast allen Autoren die Anschauung, dass die letztgenannte Form für Nadelwälder, dievar. hirsuta für Buchenwälder bezeichnend sei. In Nordwest.Deutschland ist die var. glabra bedeutend seltener alsdie in der Regel viel üppigere var. hirsuta, findet sich aber z. B. auf den Ostfriesischen Inseln in Dickichten von Salixrepens und Hippophae rhamnoides oder auch, bisweilen in grosser Menge, in ganz schattenlosen Dünentälern. Hin«sichtlich der Bodenansprüche ist diese Sippe ausserordentlich genügsam und scheint in gewissen Gebieten (Böhmen)sogar lockere, nährstoffarme Unterlagen zu bevorzugen. Auch ihr Wärmebedürfnis ist gering, so dass sie bis in diesubalpine Stufe (meist in Fichtenwäldern) steigt und andererseits nordwärts in Norwegen bis zum 68° 7' reicht.In Böhmen z. B. ist sie auch unter Hainbuchen und Eichen anzutreffen. Die var. hirsuta gilt im allgemeinenals eine gut bezeichnende Pflanze der Kielernwälder und ist zweifellos wärmebedürftiger als die var. glabra.Nordwärts reicht sie in Norwegen bis nur 58° 27'nördlicher Breite. In Böhmen, Baden, Sachsen, Schlesien usw.ist sie bei weitem häufiger als die var. glabra, in den österreichischen Alpenländern und in der Schweiz hingegen vielseltener. Der eigentliche Vegetationskörper der Pllanze besteht aus einem bald loserem Geflecht dünnerer, längererWurzeln, bald aus einem dichteren, korallenstock artigen Wurzelneste, das unter der Erde ein verborgenes Daseinführt und scheinbar den Wurzeln von Bäumen aufsitzt. Drude glaubte daher der Pflanze eine parasitäreLebensweise 1 ) zuschreiben zu müssen; doch haben (wie ursprünglich Graves [um 1820]), P. Duchartre,H Schacht, Solms.Laubach, Fr. Kamienski, C. Queva u. a. gezeigt, dass die Verbindung
*) In Dänemark führt die Pflanze aus demselben Grunde den bezeichnenden Namen Snylterod,d. h. parasitisches Wurzelwerk.