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geschmackloser Stoff), Polyterpne, Urson, Tannin, Gallussäure (?). Andromedotoxin und Chinasäure fehlen. Alspharmazeutisches Mittel (Fölia Chimäphilae) sind sie namentl:ch in Nordamerika in Eenützurg. In Deutsch»land werden sie seit 1810 verwendet, neuerdings vielfach aber durch die Laubblätter von P. secunda ersetzt.Die Bedeutung der Folia Chimaphilae beruht besonders in der Beschleunigung der Harnabsonderung und derAuflösung von Harnsteinen (Ersatz für Bärentraubenblätter). Ferner werden sie bei Skrophulose, Rheuma»tismus, Zuckerkrankheiten, im Volksgebraudi auch gegen Epilepsie, als abführendes Mittel und äusserlich beiWunden verwendet. Auch ein Exträctum Pirolae umbellätae fluidum wird daraus bereitet. Anfangs schmeckendie Laubblätter süsslich, später herb und bitter. Paula Schrank gibt an, dass der Saft der Pflanze gegenRotzkrankheiten der Pferde wirksam sein könne. Nach Th. Holm (Merk's Repertorium, 1909) sind dieWurzeln nicht verpilzt, während Stahl und andere eine Verpilzung nachgewiesen haben. Die Pflanze istseit 1920 in ganz Preussen, seit 1925 bei Lübeck und seit 1926 in Oldenburg geschützt.
DLVII. Monötropa 1 ) L. Ohnblatt. Franz.: Monotrope; engl.: Indian pipe.
Ausdauernde, nach Vanille duftende Saprophyten, ohne Laubblätter und ohne Chlorophyll,beim Trocknen sich schwärzend, mit reichlich verästeltem, nestartig verflochtenem, glasig=sprödem
Wurzellager. Stengel bleich, meist gelblich«braun, beschuppt. Blüten in endständigen,anfangs nickenden, später aufrechten Trau»ben, die Gipfelblüte 5=, die Seitenblüten(typisch) 4=zählig (Fig. 2626 k, 1). Kelchblätterfehlend, durch Hochblätter ersetzt. Kronblät=ter glockig zusammenschliessend, am Grundsackartig = höckerig (Fig. 2622 b, c). Staub»blätter nieren» oder hufeisenförmig, obenverbunden, mit einer halbmondförmigenSpalte aufspringend. Fruchtknoten unvoll»kommen 4= bis 5=fächerig, am Grundemit 10 Diskusdrüsen; Griffel 1, gerade,mit trichterförmiger Narbe. Frucht mit2 ungleichen Klappen aufspringend. Samensehr klein, langspindelförmig, mit sehrlockerer, dünnwandiger, an beiden Endenlang ausgezogener Schale (Fig. 2623 d);Testazellen nicht netzig.
Die Gattung besitzt nach Andres 6, nach Dom in 2 Arten. Nach ersterem sind 4 Arten nur inNordamerika heimisch, während Monotropa uniflora L. und M. Hypopitys L. auch in Asien auftretenund die letztgenannte Art als einzige bis nach Europa reicht. Durch Einbeziehung der 4 amerikanischen Altenzu M. uniflora bezw. M. Hypopitys reicht M. uniflora nach Dom in von Nordamerika bis Kolumbienund findet sich in Japan, China und im Himalaya.Gebiete wieder, während M. Hypopitys zirkumboreal ist.Die systematisch eingehendste Arbeit über die Gattung stammt von K. Domin. (Vergleichende Studien überden Fichtenspargel .... Sitzungsberichte der K. Böhmischen Gesellschaft der Wissenschaften, 1915.) Unteranderem beschäftigt sich dieser Forscher darin mit der Frage über die Bewertung der vielfach als Kelch an«gesprochenen Blütenteile. Dabei wird hervorgehoben, dass in vielen neueren floristischen Werken der MonotropaHypopitys ein 4» oder 5»blättriger Kelch zugeschrieben wird, obgleich, wie bereits Th. Irmisch (BotanischeZeitung, 1856) hervorgehoben hat, viele seitliche Blüten sehr häufig, ja oft sämtliche einer Traube, nur 3oder 2 „Kelchblätter" besitzen. Gelegentlich können die „Kelchblätter" auch fehlen. Diese Gebilde habenausserdem die Eigentümlichkeit, dass sie nicht selten von der Blüte wegrücken und dass aus den Achseln eineroder mehrerer dieser Blättchen Blüten entspringen. Eichler tritt trotzdem für die Kelchnatur ein und betrachtet„die Zerstreuung der Blättchen und ihre gelegentliche Fertilität als eine, anderwärts nur ausnahmsweise, bei
*) Abgeleitet von /t lovozqonos [monötropos] = einsam, das aus y .ovog [mönos] — allein und xquhos[tröpos] = die Lebensart gebildet ist. Die Bezeichnung ist wohl darauf zurückzuführen, dass die Arten derGattung in sehr schattigen Wäldern oft die einzigen (phanerogamen) Bewohner sind.
Fig. 2622. Monotropa Hypopitys L. a Aus dem Wurzellager aus-treibende BlUtensprosse. b Blute von aussen, c desgl. aufgeschnitten.d Blüteneingang, e Fruchtknoten mit längsdurchschnittenem Griffel./ Staubblatt von der Seite, g desgl. von aussen, h desgl. aufgesprungen( a nach Kamienski, b bis h nach O.Kirchner).