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5,3 (1927) Dicotyledones : (IV. Teil), Sympetalae
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West= und Nordwestdeutschland, Seeland, Südost=Nor wegen (von Tvedestrand und Swinesundbis zum Randsfjord), Schweden (bis Südnorrland), Satakunta Nortawastehus Nordsavo,Petersburg, Nowgorod, Kostroma, Vjatka, Perm (59° nördliche Breite); südlich bis Mittel»frankreich, Norditalien, Kärnten, Ungarn, Transsilvanien, südlicheres Mittelrussland, Krim;Zentralasien vom Altai bis zum Amurgebiet und Japan; Nordamerika vom borealen Kanadaund Alaska bis Alabama und bis zur Sierra Nevada, ferner in Mexiko und auf den Antillen(San Domingo) (in letzteren 2 Gebieten in besonderen Rassen).

Chimaphila umbellata gehört dem zirkumborealen Elemente an, besitzt aber in Mitteleuropa einenkontinentalen Charakter und sdiliesst mit einer sehr charakteristischen westlichen Verbreitungsgrenze ab, die grosseUebereinstimmung mit derjenigen von P. chlo»rantha aufweist (Fig. 2611). Die zierliche, ent»fernt an Vaccinium Vitis idaea erinnernde Artist ein ausgesprochener Kiefernbegleiter, wenn,gleich sie ähnlich wie andere i eng mit derKiefer verknüpfte Pirolaceen das Verbreitungs»gebiet dieses Baumes nadi Osten weit über»schreitet. Sie erscheint in diesen Wäldern fastimmer mit demselben Grundstode von Arten,zu denen vor allem Pteridium aquilinum, Lyco.podium Chamaecyparissus, Goodyera repens,

Cephalanthera rubra, Potentilla erecta, Pirolachlorantha, Vaccinium Myrtillus und V. Vitisidaea, Arctostaphylos uva ursi, Veronica offi»cinalis, Galium rotundifolium usw. zählen. DieKiefernwälder der Diluvialsande bei Mainzzeigen dazu noch ihre lokale Färbung durchdas Auftreten von Onosma arenarium, ost»deutsche Wälder die ihre durch das Erscheinenvon Dianthus arenarius. Die Annäherung andie Alpenkette drückt sich etwa durch das Auf«tauchen von Erica carnea und Polygala Chamaebuxus aus. In den pannonischen Kiefernwäldern wächst Chima.phila umbellata gemeinsam mit Daphne Cneorum und verschiedenen östlichen Cytisus.Arten. Funde in Buchen»Wäldern (nach Andres) und in Laubgebüschen (nach Preuss) dürften in Mitteleuropa zu den Ausnahmengehören. Andererseits hebt aber auch C. v. Hormuzaki (Oesterreichische Botanische Zeitschrift, 1911) einderartiges Vorkommen von Chicera (Kreis C.zernowitz) in der Bukowina hervor, wo Chimaphila umbellatain Juniperus« und Betula.Dickichten im Laubwalde steht. In Nordamerika gehört die Art mit Gauitheriaprocumbens und Pirola rotundifolia zu den Leitpflanzen der Pinus Strobus.Wälder im Maritim und im NorthAppalachian«District; in den Tsuga-Wäldern ist sie mit Viola rotundifolia, Kalmia latifolia und Lycopodium»Arten vereint, in der Black Hills Flora findet sie sich unter Laub« und Nadelhölzern (Abies balsamea, LarixAmericana), im Southern Park Mts. District mit Pirola chlorantha unter Larix Occidentalis, in der LowlandFormation in Carpinus Caroliniana« und Ostrya virgata»Wäldern. Gegen stärkere Beeinflussung ihrer stand»örtlichen Verhältnisse, wie sie durch die Forstkultur bedingt sind, ist die Art ziemlich empfindlich und daherauch von einer Reihe von Orten verschwunden, an denen sie früher (vgl. oben) beobachtet worden ist (hemero»phobe Art). Vor allem wird der Pflanze durch das Streurechen vielfach der Untergang bereitet. Ausserdemwird sie teils für medizinische Zwecke (siehe unten), teils als Volksmittel gegen Epilepsie oder als Wundmittelgesammelt. Nach P a c h e r kommt sie in Kärnten zusammen mit den grünen Trieben von Rhododendron hirsutum,Arctostaphylos uva ursi und Pirola secunda zu Allerseelen auf den Markt. In Norddeutschland wird sie bisweilenihrer immergrünen Blätter wegen in Kränze eingebunden. Blütenbiologische Untersuchungen über Chimaphilaumbellata liegen gegenwärtig noch nicht vor. Die xeromorph gebauten Laubblätter, die 3 bis 5 Winter über,dauern können, sind bifazial und besitzen unter einer derben und glatten, bisweilen gestrichelten KutikulaEpidermiszellen mit flach vorgewölbten Aussenwänden und wellig verbogenen, derben, knotig getüpfeltenSeitenwänden. Die Atemöffnungen finden sich mit Ausnahme einer über den Blattzähnen der Oberseitestehenden Zellgruppe nur auf der unteren Spreitenfläche. Das Palisadengewebe setzt sich aus 2 bis 3 Reihenkurzer Zellen, das Schwammgewebe aus sehr lockeren, ästigen Zellen zusammen. In beiden Geweben ist reichlichein eisenbläuender Gerbstoff eingelagert. Ausserdem sind in den bitter schmedeenden Laubblättern nach»gewiesen worden die Glykoside Ericolin und Arbutin, sowie Chimaphilin (ein gelber, kristalliner, geruch« undH e g i, Flora. V, 3. 304

Fig. 2621. Chimaphila umbellata (L.) DC. a Grundachse mit Boden-ausläufer. b Spross mit Gipfelknospe, c desgl. im Herbste mit dem unterenTeile des Fruchtstengels (nach E. Warming).