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endogene Sprossungen (multipolar) zu einem horizontal liegenden, ausserordentlich feinem, zartem undbleichem Fadenlager heranwächst. Aus diesem gehen durch endogene Knospung die oberirdischen,beblätterten und blühbaren Sprosse hervor, die nach der Fruchtbildung bis zum Grunde absterben, sodassdie neuen Lichtsprosse ihren Ausgang wiederum aus dem Fadenlager nehmen müssen. Diese eigenartigeLebensführung, bei welcher das Fadenlager das unterirdisch»saprophytisch«ausdauernde (vegetative) Stadium,das Licht« oder Luftspross das oberirdisch »assimilierend, vergängliche (generative) Stadium darstellt, erinnerteinigermassen an das Mycel der Pilze, bezw. an die alljährlich aus dem Boden heraustretenden Frucht«körper, immerhin mit dem Unterschiede, dass die letzteren überhaupt nicht assimilationsfähig sind, während dieLuftsprosse von Pirola uniflora assimilieren und dem Faden«lager höchstwahrscheinlich Umsatzstoffe zuleiten. Vele«no vsky hat, der Eigentümlichkeit des Fadenlagers Rechnungtragend, diesem die Bezeichnung „Procaulom" verliehen, einName, der zwar gegenwärtig fast allgemein angenommenworden ist, doch immerhin nur mit gewisser Vorsicht benutztwerden sollte, da es sich, wie bereits Irmisch festgestellthat und Goebel neuerdings hervorhebt, bei dem Faden»lager zweifellos um ein von der echten Wurzel abgeleitetesVerhalten handelt (anatomischer Aufbau, Anwesenheit vonWurzelhauben an allen Verzweigungen, Fehlen von Blatt«organen usw.). Bei Pirola secunda, deren Entwicklungebenfalls ziemlich gut bekannt ist, entsteht anfangs eben«falls ein walzenförmiges, kurzes Procaulom, das aber nuran einem Ende ein Wurzelhaube entwickelt, während derandere Pol durch eine endogene Knospung zu einemschneeweissen Rhizom auswächst. Dieses verzweigt sich,bildet Schuppenblätter und treibt die Lichtsprosse. DasProcaulom stellt demnach bei Pirola secunda nur ein kurz«lebiges Anfangsstadium dar. Aus den Achseln der spiraligangeordneten Schuppenblätter sprossen Rhizomzweige, andenen Adventivknospen entstehen können, sowie die wenigverzweigten Wurzeln hervor. Ein wichtiger Unterschiedzwischen den Wurzeln von Pirola uniflora und denen der an«deren Pirola«Arten besteht nach Fürth darin, dass diejenigender letzteren niemals Wurzelhaare aufweisen, während beiPirola uniflora an den noch nicht mit dem Pilze in Sym«biose getretenen Wurzeln Wurzelhaare bisweilen in reichlicher Menge zu finden sind. Im letzteren Falledürfte es sich um solche Wurzeln handeln, die im Frühling gebildet werden, längere Zeit steril im Bodenleben und erst nach und nach von dem Pilze befallen werden, sodass sie genug Zeit zur Entwicklung vonWurzelhaaren haben. Wurzeln hingegen, die erst im Sommer und im Herbste erscheinen, werden sofortbei ihrem Entstehen vom Pilze befallen und bringen niemals Wurzelhaare hervor. Es scheint demnach, alsob sich Wurzelhaare und Mykorrhiza ausschliessen.
1. Kleine Halbsträucher oder Kräuter mit immergrünen Laubblättern. Blüten weiss oder rötlich.Staubbeutel zurückgebogen, beim Aufblühen aufrecht, mit Gipfelporen aufspringend. Pollen meist in Tetraden(P i r o 1 o l d e a e) 2.
1*. Bleiche, gelbliche oder rötliche Kräuter ohne grüne Laubblätter, aber mit Schuppenblättern. Staub»beutel aufrecht, mit ring« oder hufeisenförmigem Spalt. Pollen einfach (Monotropoideae). Monotropa DCVII.
2. Blüten in Dolden oder einzeln. Kapsel von der Spitze aus aufspringend. Chimaphila DCVI.
2*. Blüten in Doldentrauben. Kapsel vom Grunde aus aufspringend Pirola DCV.
DLV. Pirola 1 ) (= Py'rola) L. Wintergrün. Franz.: Pyrole, verdure d'hiver;
engl.: Wintergreen; ital.: Pirola.
Ausdauernde Kräuter, seltener kleine Halbsträucher mit rundlichen, ganzrandigen odersdiwachgekerbten, immer» oder wintergrünen Laubblättern. Blüten einzeln oder in endständigen,
*) Der Name findet sich zuerst bei de l'Ecluse und ist die Verkleinerungsform von pirus = Birn»bäum (wegen der Aehnlidikeit der Laubblätter). Die Schreibweise Pyrola ist spätlateinisdi.
Fig. 2604. a Mittlerer Teil eines Pirola-Samens. b GanzerPirola-Samen, etwas schematisiert, c Querschnitt durch dasLaubblatt von Pirola minor L. d Querschnitt durch dasLaubblatt von Chimaphila umbellata (L.) DC. e Spalt-öffnungen auf der Laubblatt-Unterseite ( a und b nachPel-trisot, c bis e nach Petersen).