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5,3 (1927) Dicotyledones : (IV. Teil), Sympetalae
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allseits» oder einseitswendigen, in der Regel vielblütigen, aus von Niederblättern umgebenen,endständigen Knospen hervorgehenden Doldentrauben, mit Tragblättern, zwitterig, strahlig(Fig. 2614f) oder schwach zygomorph. Kronblätter 5, kugelig zusammengeneigt oder flachglockig.Staubblätter mit oder ohne Hörner, durch Gipfelporen sidi öffnend (Fig. 2608 c), kürzer als derFruchtknoten; Pollen einfadi oder in Tetraden. Fruchtknoten auf einem runden Drüsendiskusmit ± langem, oft gebogenem, rundem, glattem, nach oben zu einer 5=höckerigen Narben»Scheibe verbreitertem Griffel, seltener ohne Diskus. Kapsel mit 5 tiefen Einschnürungen, vomGrunde aus in der Mitte der Fächer aufspringend; Samenleisten bleibend und mit den Klappen ver»

bunden. Samen sehr klein; Zellen der Samen»schale porös oder netzig verdidct (Fig. 2604 a, b).

Die Gattung umfasst etwa 35 Arten und erstrecktsich über die ganze nördliche gemässigte Zone; in Asienund Amerika ist sie auch in den subtropischen und inden hohen Lagen der tropischen Gebirge vertreten. Dieeuropäischen Arten weisen auffällige Verbreitungs.grenzen im Westen, bezw. Nordwesten auf. BereitsK. O. E. Stenström (Flora. Bd. 80, 1895) hat her«vorgehoben, dass Pirola rotundifolia im norwegischenStift Bergen das extrem ozeanische Klima flieht, eineErscheinung, die deshalb bemerkenswert ist, weildie Pflanze Winter» bis immergrüne Laubblätterbesitzt und gerade einzelne der charakteristischeneuropäisch»ozeanischen Arten wie Ilex Aquifo.lium, Hedera Helix, Arbutus Unedo usw. durchDauerblätter ausgezeichnet sind. Diese für die Ver»hältnisse Norwegens hervorgehobene Tatsache lässtsich für alle Pirola-Arten, sowie auch für Chimaphilaumbellata verallgemeinern, wenngleich gerade P. ro»tundifolia am wenigsten als kennzeichnend gelten kann.Dennoch tritt aber auch sie, ähnlich wie P. minor,in Westeuropa ziemlich zurück und fehlt strichweiseganz. Viel auffälliger sind die Westgrenzen von P.secunda, P. media, P. uniflora (Fig. 2605), P. chlo»rantha, sowie auch die von Chimaphila umbellata (Fig.2611), die alle in einer z. T. sehr bezeichnenden Liniedie Nordwestdeutsche Tiefebene meiden, in HollandFig. 2605. Westliche und nordwestliche Verbreitungsgrenzen einiger und Belgien (wenigstens ursprünglich) völlig fehlen

Pirola-Arten in Mitteleuropa: P. uniflora L. ; ß vorgescho- und Frankreich nur in den südlichen Teilen erreichen.

bene Punkte. P. media Sw. ; " vorgeschobene Punkte. P. ,, . ,. , ,

secunda L Original von H. Beger. Als reln klimatisch bedingt kann dieses Ausweichen

aus den ozeanischen Gebieten des europäischenKontinentes nicht erklärt werden, da einzelne Arten wieder in England und Irland auftreten und auchim nordwestlichen Tiefland weit vorgeschobene Standorte besitzen (Fig. 2605). Vielmehr spielen noch andereökologische und höchstwahrscheinlich auch genetische (historische) Faktoren eine bedeutende Rolle in der Aus.formung der gegenwärtigen Verbreitungsgebiete. Für P. rotundifolia ist Stenström der Ansicht, dass dieFlucht vor dem extremen ozeanischen Klima in einer mangelnden Anpassungsfähigkeit hinsichtlich der verändertenTranspirationsverhältnisse beruht. Trotzdem lässt sich in jüngerer historischer Zeit die Ausbreitung einzelner Artenwest. und nordwärts nachweisen, bezw. eine örtliche Mengenzunahme feststellen (letzteres nach F. Buchenauz. B. für P. uniflora auf den Friesischen Inseln). Die Wanderung scheint vielfach im Zusammenhang mit der(künstlichen) Aufforstung, namentlich der Erziehung von Nadelholz zu stehen. So betrachtet Gradmann,von soziologischen Grundlagen ausgehend (viele Pirola«Arten sind ausgeprägte Kiefern» und Fichtenbegleiter),die Siedlungen von P. uniflora, P. secunda, Chimaphila umbellata (auch die von Coralliorrhiza innata) inWürttemberg als neueren Datums, da sie in ehemaligen Laubholzgebieten liegen. Klarer liegen die Verhältnissein Nordwestdeutschland, wo Pirola uniflora, P. rotundifolia, Chimaphila umbellata (auch Goodyera repens,Listera cordata und Lycopodium annotinum) als Neuansiedler in den sog.Fuhrenkämpen" auftreten, die nachW. O. Focke (Festschrift zur Feier des 70. Geburtstags des Herrn Prof. Paul Ascherson. Leipzig, 1904) erst