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5,2 (1926) Dicotyledones : (III. Teil)
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oder mit Zucker oder Essig zu Kompott verarbeitet. Audi Marmeladen, Gallerten und Fruchtsäfte lassensich daraus bereiten. Letztere sind unter dem Namen Scherbet besonders im südöstlichen Europa, namentlichbei den Türken, beliebt. Im Altertum legte man sie auch unreif mit Salzwasser wie die Oliven ein. Ueberähnliche Konservierungsarten wird aus Russland, sowie im Altertum von Dioskurides und Columellaberichtet. Als Volksmittel dienen sie gegen chronischen Darmkatarrh, früher auch als stärkendes undkühlendes Mittel bei hitzigen Fiebern. Die Blätter können als Tee verwendet werden. Bereits Hippo»krates empfiehlt sie als Stopfmittel. In gewissen Teilen Süddeutschlands werden die Burschen am Fasten«sonntag (Invocavit),dem Chüchlisunntig", mit den Früchtenbewirtet. Ausser Gebrauch gfekommen ist derChüchli.strauss", d. h. ein feiner Zweig (dürre Blütenzweig) derKornelkirsche, der in Teig getaucht und in kochendesFett zum Backen gehalten wurde. Auch als Fischköderwerden reife Früchte benützt. Aus den Kernen ver»fertigt man billige Rosenkränze. Die in eine feste Stein»schale eingeschlossenen Samen keimen erst nach 2 bis3 Jahren. Geröstet können sie als Kaffee»Ersatz dienenund sollen sich dann durch einen vanilleartigen Geruchauszeichnen. Das Holz ist sehr dicht, ziemlich feinfaserig,sehr fest, zäh und hart, schwer spaltbar, politurfähig,aber stark schwindend. Es dient in der Drechslerei undWagnerei zur Herstellung von Werkzeugen, Radkämmen,

Radspeichen, Sdiuhstiften, Instrumenten, sowie zur Erzeu»gung von Holzkohle. Rinde, Zweige und Blätter ent»halten Gerbstoffe; auch färben sie wie das Holz gelb.

Aus den geschälten, braunfleckigen Zweigen wurdenwie noch heute im Tessin von den Bauern des DorfesZiegenhain bei Jena ehedem dauerhafte Knotenstöckehergestellt, die zunächst von den Studenten Jena's, späterunter dem NamenZiegenhainer" in ganz Deutschlandgetragen wurden. Die alten Griechen und Römer stelltenaus dem Holze Lanzenschäfte her. Die Samenbestän»digkeit der gelbfarbenen Früchte ist nach den Fest.

Stellungen von Darwin gering und beschränkte sichbei seinen Untersuchungen auf l / 12 der Aussaat. Pfropftman nach T ü m p e ein panaschiertes Reis auf einegrüne Unterlage oder umgekehrt, so erfolgt die Ver«einigung sehr schwer-, gelingt sie aber, so treiben diegrünen Reiser freudig aus, während die bunten schwäch»lieh bleiben und kränkeln. Cornus mas zeigt in dieserBeziehung das umgekehrte Verhalten wie Weigelia.

Von Feinden, die allerdings keinen grossenSchaden anrichten, sind bekannt i Verschiedene Schmetter«lingsraupen (Vanessa polydilöros F., Selcnia lunäria S. V.,

Törtrix Americäna Tr., Exapäte salicella Hb., Grapholithaderasäna Hb., Teras umbräna Hb., Gelechia humerälisZell., Antispila Pfeifferella Hb. und A. Treischkiella St.),

Zweiflüglerlarven (Phytomyza cörni Kalt, und Th. agro»myzina Meig. [beide Blattminierer], Cecidomyi corniGiraud [erzeugt erbsengrosse Gallen an den Blättern],verschiedene Zirpen», Blatt» und Schildläuse (Typhlo»

cyba Rösae L. [saugt an den Blättern], Schizoneüra cörni F., Vacüna dryöphila Schk., Lecänium cörni Be.)und ein Käfer (Cryptocöphalus 12=punctätus F.). Die Zahl der namentlich die Zweige bewohnendenAscomyceten ist ziemlich bedeutend. Genannt seien Clithris cörni (Kze. et Schm.), Diapörthe cörni(Fuck.), Massäria Ötthii Jacz., Peziz6lla xylita (Karst.), Stictophacidium Carniölicum Rehm usw. An Bildungs»abweichungen wurden beobachtet: 3-gliederige Laubblattwirtel, verdoppelte oder verdreifachte Hüllen derBlütenstände, verwachsene Blüten oder Früchte, 3«, 5= oder 6»zählige oder 1 »geschlechtige Blüten undgegabelte Staubblätter.

Fig. 2599. Cornus Suecica L. a Fruchtende Pilanze.b und c Rhizome. d Kräitige Stengelknospe im Herbste.e Grund zweier diesjähriger Blütenstengel, zwischen sichden vertrockneten Rest des vorjährigen Stengels tragend(b bis e nach Buchenau).