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5,2 (1926) Dicotyledones : (III. Teil)
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des aufwachsenden Waldes wieder verdrängt. Im Gebiete der Mittelmeerflora kommt der Straudi in denz. T. aus immergrünen Arten gebildeten Buschwäldern vor. Soziologisch ist er als eurysynusisdi zu bezeichnen ;im Alnus incana«Auenwald und im Quercus sessiliflora.Busch ist er Konstante. Die Pflanze ist ein altesGlied der europäischen Flora. Ihr nah verwandten Formen sind schon aus den oberen Miozän von Oeningennachgewiesen worden. Diluviale Funde haben in ganz Europa reichlich festgestellt werden können, so z. B.voreiszeitlich im Waldbett von Cromer an der Küste von Norfolk, in der 1. Interglazialzeit bei Honerdingen,Beizig, Taubach, Tonna, Mühlhausen und Tennstett in Thüringen, in der 2. Interglazialzeit bei Höttingen,Lauenburg, Cannstadt, Flurlingen, Resson (französisches Departement Aube), während der Würmeiszeit beiSt. Jakob a. d. Birs bei Basel (an letzterem Orte zusammen mit Carpinus Betulus, Corylus Avellana, Salixaurita und S. cinerea, Frangula Alnus, Ligustrum vulgare, Frangula Alnus und Viburnum Lantana), postglazialin Sdiweden in den Sedimenten von Gotland und Schonen in den Litorinaablagerungen, in den Lagern der Eichen«zone und in den oberen Lagen der Kiefernstufe (hiergemeinschaftlich mit Ulmus montana, Alnus gluti»nosa, Corylus, Tilia cordata, Crataegus monogyna).

Für Nordeuropa ist nach G. Andersson einEinwandern im letzten Abschnitt der Kiefern«periode anzunehmen. Beachtenswert ist, dassder Strauch in Skandinavien zur Ancyluszeit einegrössere Verbreitung als gegenwärtig erreichte,

Fruchtkerne wurden auch in fast allen schweize«

Tischen (z. B. in denen von Moosseedorf, Burgäschi,

Mörigen im Kanton Bern, Wauwil im KantonLuzern) und vielen oberitalienischen Pfahlbautenund in etwa gleichalterigen Torfmooren fzr B. imLebertorf des Krutzelriedes bei Zürich) nach»gewiesen. Im Altertum war der Strauch gutbekannt und wurde z. B. von Plinius im Gegen»satz zu C. mas als C. femina bezeichnet. InMitteleuropa wird er z. B. von Thal 1577 unterden Pflanzen des Harzes aufgeführt. Auch vonC. Gesner, Dodonaeus, Lobelius (als C.femina), Tabern aemo n t anus, Bauhin u. a.wird er erwähnt. In der franzcisischen Schweizlässt sich nachH.Jaccard der Ortsname Sa vougnybei Bex vom Namen des Strauches ableiten. Seitdem IS. Jahrhundert wird die Pflanze, die nachKanngiesser bis 80 Jahre alt werden kann,als Ziergehölz in Gärten und Anlagen oft angepflanzt. Die nach Trimethylamin (ähnlich wie Crataegus)riechenden Blüten sind homogam. Die Staubbeutel springen nach innen auf und stehen in gleicher Höhe mitder Narbe. Die grösseren der zahlreichen besuchenden Insekten berühren mit der einen Seite des Kopfesdie Narbe, mit der anderen die Staubbeutel und vollziehen auf diese Weise, von Blüte zu Blüte fliegend,meist Fremdbestäubung. Kleinere Insekten können beim Herumkriechen in den Blüten Selbst« und Fremd«bestäubung vollführen. Letztere kann auch selbsttätig durch das Zusammenstossen der Narbe mit Staub«blättern benachbarter Blüten erfolgen (Geitonogamie). Die Früchte werden durch Vögel (Elstern, Seidenschwänzen,Drosseln) aufgenommen und verbreitet. Sie enthalten in der fleischigen Hülle einen Farbstoff, derin Wasserausgezogen Glacehandschuhe taubengrau färbt, sowie 19 bis 35 %, nach Barbi sogar 55% eines nichttrocknen«den, grünlichen Oeles (Hartriegelöl), das ebenso wie das Oel der Samen (40 bis 45%) zu Brennzweckenbenutzt werden kann. Die ältesten Nachrichten über derartige Anwendungen stammen von Mattioli undZwinger. In Frankreich ist die Benützung nach Neger heute noch üblich. In Deutschland, wo die Ver«wendung im 18. Jahrhundert noch bekannt war 1 ), wurden während des Weltkrieges Versuche zur Gewinnungdes Oeles unternommen. Auch zur Bereitung von Seife, sowie als Kaffee« und Schokolade=Ersatz lässt es sichverwenden. Als Speiseöl könnte es nach Di eis, vielleicht bei genügender Verfeinerung der technischen

') A r d u i n o z.B. liess die Beeren einige Zeit auf dem Boden etwas trocknen, sie dann stampfenund in einem Sacke kurze Zeit in siedendes Wasser legen, worauf er durch blossen Händedrude so viel Oelherauspresste, dass er von einer Metze ein Pfund erhielt. Der Geschmack wird mit dem des Baumölesverglichen (Leipziger Intelligenzblatt, 1769).