Druckschrift 
5,2 (1926) Dicotyledones : (III. Teil)
Entstehung
Seite
1546
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spitzt, bis 10 cm lang, oberseits hellgrün, angedrückt kurzhaarig, unterseits wenig lichter, reich»licher und länger abstehend behaart, mit 3 bis 4 (5) Paar erhabenen, gebogenen Seitennerven,ohne Domatien. Blüten in schirmförmigen, 2,5 bis 3,5 cm lang gestielten, kurz angedrücktbehaarten Blütenständen, nach dem Laubausbruch erscheinend. Kelchblätter sehr kurz, spitz,viel kürzer als der Diskus. Kronblätter lineaWanzettlich, 4,5 bis 6 mm lang, weiss, unterseitsangedrückt behaart, oberseits kahl. Staubblätter mit 4 bis 4,5 mm langen Staubfäden und1,8 bis 2,5 mm langen Staubbeuteln. Fruchtknoten 1,5 bis 2 mm lang, angedrückt behaart;

Griffel gegen die Spitze zu keulig verdickt,fast so lang wie die Staubblätter; Narbe flach«kopfig. Frucht kugelig, 5 bis 8 mm lang, glattoder undeutlich gerippt, schwarzblau mit weiss«liehen Punkten; Steinkern kugelig, etwa 5 mmlang, glatt. V, VI; häufig im Herbste noch»mals blühend.

Gesellig, seltener vereinzelt, in Laub»und Laubnadel=MischWäldern, seltener in reinenNadelwäldern, in Gebüschen, Auen, an Ufern,auf trockenen Hängen, in Hecken, Mooren. Vonder Ebene bis an die obere Grenze der montanenStufe (besonders verbreitet in der unteren Berg»stufe): im sächsischen Vogtland bis 560 m,in den Bayrischen Alpen bis 900 m, imoberen Donautal bis 1010 m, in Tirol bis1350 m (Oberinntal bei Landeck), in Grau»bünden bis 1400 m, im Tessin bis 1160 m, imWallis bis 1550 m, im Kaukasus bis 1500 m.Auf kalkreichen und kalkarmen Unterlagen.Fig. 2590. Cornus sanguinea L., mit Früchten. Phot. Dr. G. ' 11 tieferen Lagen des ganzen Gebietes meist

Hegi, München. häufig, nach Norden etwas seltener werdend und z. B.

im Nordostdeutschen Flachland nur zerstreut, aber inOstpreussen wieder häufiger; in manchen zentralalpinen Tälern (z. B. im Engadin und im Münstertal) nurvereinzelt oder ganz fehlend. Vielfach auch angepflanzt.

Allgemeine Verbreitung: Europa: nördlich bis Irland, England (Westmooreland),Dänemark (Südfünen, Lolland, Falster, Südseeland, Bornholm), Südostnorwegen, Bolus,Oestergoetland, Oeland, Gotland, Oesel, Dagoe, Estland, Pleskau, südliches GouvernementMoskau, Gouvernemente Rjasan und Tambow, östlich bis zum Gebiete der Donkosaken,südlich bis zum Peloponnes, Süditalien, Sizilien, Südost» und ZentrahSpanien und Nordportugal;Kurdistan (nach Wang er in).

Aendert wenig abi var. yariegäta Dippel. Laubblätter weisslich gefleckt. Hierzu als besondereGartenformens f. aur e o v a ri e g ä t a Purpus. Alle Laubblätter der jüngsten Triebe hell »gelblich, dünn,marmoriert und gestrichelt. f. Mietschii Purpus. Zeidinung wie die vorige Form, aber weisslich.var. viridissima Dieck. Zweige auch im Winter grün. Früchte deutlich grün.

Cornus sanguinea gehört dem europäischen Elemente an und tritt infolge der blutroten Färbung derZweige besonders im Winter deutlich in Erscheinung. Der mesophytische Strauch findet sich gern als Unterholzin etwas lichteren und feuchteren Laubwäldern und Laub.Nadelmeng Wäldern, seltener in reinen Nadelwäldern,wie z. B. in feuchteren Kiefernwäldern. Vielfach vereinigt er sich auch mit Strauchgesellschaften, so z. B. mitden Saliceten der See» und Flussufer und den hauptsächlich aus Rosaceen zusammengesetzten Buschgehölzensonniger, trockener Hügel, die wie die Mutschnahügel des Bündner Oberlandes (vgl. Euvonymus Europaea)und die Kratts der Jütländischen Halbinsel z. T. anthropo.zoogenen Ursprungs sind. Nicht selten tritt Cornussanguinea auch in grösserer Menge auf Waldschlagflächen auf, wird dort später aber durch die Lichtabdämmung