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5,2 (1926) Dicotyledones : (III. Teil)
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Reinigung dienen. Die Rinde des Strauches soll hie und da als Bast benützt werden. Das Holz ist sehrhart Härtezahl: 1001 bis 1500 kg/cm 2, fest und zähe, schwer spaltbar, stark schwindend und besitzt einspezifisches Trockengewicht von 0,77 bis 0,81 °/o. Es findet ähnliche Verwendung wie das von C. mas.Die Zweigewerden neuerdings (vgl. U1 br ic h, E. Die Stammpflanzen der im Korb» und Flechtwarengewerbeverwendeten Rohstoffe, 1925) zur Anfertigung von Zier» und Gebraudisflechtereien (ähnlich denen vonC. alba und C. asperifolia) empfohlen. Der sich reichlich durch Wurzelsprosse vermehrende Strauch besitzteine autotrophe Mycorrhiza. Der Anthocyangehalt der Sprosse ist nach Gertz in den Laubblättern nur inden subepidermalen Geweben, in den Blattstielen und in den Epidermiszellen eingelagert. Bei der Rotfärbungreichert sich der Farbstoff besonders im Palisadengewebe an. Lokale Rötungsstellen werden durch Insekten»Stiche, Pilzinfektionen und mechanische Reizungen bedingt. In den Zweigen lagert sich besonders im Herbsteund Winter das Anthocyan im hypodermalen Gewebe und in der äusseren Rinde ab. Die Laubblätterbesitzen namentlich längs des Mittelnerves l=zellige, 2=spitzige Haare, die nadi A. Nestler (Die hautreizendeWirkung des roten Hartriegels und der Kornelkirsche. Umschau, 1913) durch kräftiges Reiben auf der HautRötungen, Brenngefühl oder bisweilen sogar nesselartige Aussdiläge hervorrufen können. Da in den Haarennur Kalkeinlagerungen vorhanden sind, so kann nach Matouschek (Botanisches Zentralblatt, 1915) nur einevorwiegend mechanische Wirkung diese Erscheinungen hervorrufen. Sie ist übrigens nur bei empfindlichenPersonen festzustellen. Der Strauch besitzt eine grosse Ausschlagfähigkeit, ist trägwüdisig und wird kaum über30 (angeblich gelegentlich bis 80) Jahre alt.

Bildungsabweidlungen sind nicht selten und beziehen sich auf Verbänderung von Zweigen, 3. bis4»gliederige Laubblattquirle (f. verticiUät a Bolzon?), Verwachsung von 2 oder mehreren Blüten, Ver-wachsungen von Krön»blättern, _ Umwandlungvon Staubblättern in krön»blattartige Bildungen, Ver»wachsungen von Staub»blättern untereinanderund mit den Kronblätternund Vergrünung derFruchtblätter, sowie zah»lenmässige Unregelmäs»sigkeiten im Blütenbau(vgl. WinkI er, H. Tera»tologische Notizen III.Oesterreichische Botani»sehe Zeitschrift. Bd. 73,1924). Die Zahl der aufCornus sanguinea fest«

gestellten Ascomyceten ist sehr bedeutend. Sie gehören den Gattungen Calophaeria, C1 y peosphaeria ,Cryptospheeria, Diapörthe, Didym6lla, Erysibe, Lophiotr6ma, Massaria, Melanömma,Välsa u. a. an. Zoocecidien werden durch Anthocöptes platynötus, Phyllocöptes depr6ssus,Tenuipälpus Geisenheynöri und Oligotröphus cörni hervorgerufen.

2130. Cornus mas 1 ) L. Dirlitze, Herlitze, Kornelkirsche, Gelber Hornstrauch. Franz.: Cornouillermale, cornier, corniolay, fuselier, in der Waadt und im Wallis corniolai; engl.: Cornel»tree, maledogwood-, ital.: Corniolo, crognolo, im Tessin: cornaa. Taf. 204, Fig. 3; Fig. 2593 bis 2597.

Der Name Kornelkirsche (althochdeutsch cornulbeeri, churnelbeere) geht zurück auf das lat.corn6olus = hornartig (hartes Holz!): Kornillen (plattdeutsch), Körlesbeer (Thüringen), Kur», Kurrli«Beri (Schweiz). Die Herkunft der Bezeichnung Dirlitze, die oft weitgehend volksetymologisch entstellt ist[Anlehnung andürr",Tier", im bayerisch-österreichischenDirndl"], steht nicht fest: Terling (Bremen), Dirli,»bäum (Baden), Di er Ii (Basel, Zürich), Tiarli»,Turnetzla.Bomm (St. Gallen), Dirndl, D ean dl, Dirnl»beere (bayerisch»österrei<hisch). H er Ii tze begegnet uns im Althochdeutschen als arliz», erlizbaum, vgl.auch Arlesbaum (Sorbus Aria): Herlitzchen (Naumburg), Horlsche (obersächsisch). Das fränkischeZisserle (z.B. bei Nürnberg) scheint slavisch zu sein (vgl. russ. kisil = Kornelkirsche). Judenkirsche(z.B.Thüringen, Braunschweig), Juddechirsi (Baden), Jude»Chir s e (Aargau), Wälschkirsche (Elsass)

*) Der Name mas (Männchen) steht bei dieser Art im Gegensatz zu Cornus femina des Plinius,welch' letzgenannte Art weicheres Holz als C. mas besitzt.