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5,2 (1926) Dicotyledones : (III. Teil)
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Nürnberg, ferner bei Bonn, am Rheinufer zwischen Plittersdorf und Mehlem, im Heisterbachertal, mehrlachin Westfalen, in Thüringen bei Weimar, am Ilmufer zwischen Tannrode und Berka, zwischen Ohrdruf undSchwabhausen, am Seeberg bei Siebleben, in Sachsen im Hartensteiner Walde, in Schlesien bei Gleiwitz,Görlitz, Neumarkt, Hirschberg und Lublinitz, in Posen bei Czarnikau, in Brandenburg völlig verwildertz. B. bei Fehrbellin, Frankfurt a. O. und vielfach um Berlin (z. T. in Laubwäldern ein dichtes Buschgehölz bildend),in der Niederlausitz bei Küstrin, am Neisseufer zwischen Zelz bis Scheuno, in Nordwestdeutschland beiStade, in Schleswig am Elbeufer, Langsee bei Kiel, in Mecklenburg bei Güstrow, Schwerin, bei Lübeck, inWestpreussen bei Könitz (verwildert?), in der Danziger Niederung usw. In Oesterreich nur in Böhmenbei Prag an der Elbe bei Stefansüberfuhr, an der Adler bei Tynisteund in Mähren; sonst anscheinend in keinem der früheren Krön»länder verwildert angetroffen. In der Schweiz bei Zürich. Cornusalba ist seiner unterirdischen Ausläufer wegen zur Festlegung loserErdmassen an Böschungen sehr geeignet. Die schlanken Zweigelassen sich sehr gut zum Anheften an Stelle von Bindeweiden ver-wenden. Der Strauch kann daher auf trockenen Böden die Weiden,heger ersetzen. Die subsp. Tatarica kommt in der Mark hie undda verwildert vor, hält sich aber im Gegensatz zur subsp. stoloni»fera mehr an Wiesengelände (Gr aeb ner). Auf dieser Sippe wurdeBefall durch Misteln festgestellt.

2129. Cornus sanguinea L. Roter Hartriegel, RoterHornstrauch, Hundsbeerstrauch, Blutrute. Franz.: Cor»nouiller sauvage, fussaine, bois dur, bois fusain, im Waadt»land savignon, salvignon, saovugnon; engl.: Common dog=wood, dogberry, bloody twig, femal corneltree, gatter,gatten, gaitreberry, gadrise, gaddridge, prickwood; ital.:

Sanguina, verga sanguigna, im Tessin: Sanguignöo, san»guinella; roman.: Curnal, grödn.=ladin.: Kameles. Taf.204,

Fig. 3 ; Fig. 2589 bis 2592.

Der Name Hartriegel (althochdeutsch hart(t)rugil) beziehtsich auf das harte Holz des Strauches, im zweiten Bestandteil (hart,trug!)) steckt das indogermanische dru.Eiche, Baum (vgl. griech. cfpJj,engl, tree), ebenso wie im franz. troene (Hartriegel). Hartboom(Mecklenburg), Härtel», Hartjebäm (Göttingen), Hartem(Braunschweig), Hartrüetle (Elsass). Ebenso gehen Ise(n)»

Baum, .Holz (Zürich), rotes Beinholz (Schwäbische Alb),

Beinwida (St. Gallen) auf das harte Holz. Die rote Farbe derZweige veranlassten Namen wie rote Wilge [Weide] (Oldenburg),

Eothmännchesholz (Nahegebiet), Bluatruata (Schweiz, Vor.arlberg), Rotrüetle (Vorarlberg). Die dunkle Farbe der reifenBeeren riefen die Benennungen Dintebeer (Schwäbische Alb) Totentraube [vermeintliche Giftigkeit?](Eifel) hervor. Haserüetle heissen auf der Schwäbischen Alb die jungen Zweige deshalb, weil die Kinderam Osterfest (Osterhase 1) Nestchen daraus flechten. Im übrigen teilt der Strauch bezw. seine Beeren vieleBenennungen mit Lonicera xylosteum (Bd. VI, pag. 252), Viburnum Lantana (Bd. VI, pag. 242) und Ligustrumvulgares Geisehecke, »holz (Nahegebiet), Geishasla (St. Gallen), Hulftere, Hülftere, rot!Halftere (Thurgau), C h o r n g e r t, Cho 11 g er t, (roti) Chinggerte,Herragertä (Schweiz), Hundsbeer,Hundsbam (bayrisch.österreichisch), Schietbeere (Braunschweig), Deufelsbeer (Schwäbische Alb),Chrotte-beri (Schweiz).

2 bis 4 m hoher Strauch mit aufstrebenden und überneigenden Aesten und durchLängs» und Querrisse kleingefelderter Borke. Einjährige Zweige angedrückt kurzhaarig,glänzend rot oder braunrot, seltener grünlich, die 2=jährigen kahl, olivenbraun. Knospen alleeinheitlich beschaffen, länglich, bis über 6 mm lang, behaart (Fig. 2589). Laubblätter gegenständig,auf oberseits rinnigen, zerstreut kurzhaarigen oder fast kahlen, 8 bis 15 mm langen Stielen,i breit elliptisch, am Grunde abgerundet, seltener keilförmig, ziemlich rasch und kurz zuge»

Fig. 2589. Cornus sanguinea L. a Spross imWinter, b Knospe mit Laubblattkissen, c Knospen-schuppe.