Druckschrift 
5,2 (1926) Dicotyledones : (III. Teil)
Entstehung
Seite
1538
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

100. Fam. Cornäceae. Hornstrauchgewächse.

Sträucher oder Bäume, seltener ausdauernde Kräuter mit gegen* oder wedisels tändigen,ganzrandigen oder gezähnten, seltener i lappigen Laubblättern und fast stets fehlenden Neben*blättern. Blüten in dichotom, verzweigten Rispen oder Trauben oder in aus Trauben zusammen»gesetzten Rispen, seltener in Dolden oder Köpfchen und dann mit Involukralblättern, zwitterigoder (2=häusig*) 1 »geschlechtig, strahlig; Blütenadise dem Fruchtknoten angewachsen. Kelchmeist undeutlich, 4* bis 5=lappig oder saumartig, bisweilen ganz fehlend. Kronblätter frei,oberständig, abfällig, mit den Keldizipfeln zu 4 oder 5 abwechselnd und mit klappiger oder

dachiger, rechts gedrehter Knospen*läge, selten ganz fehlend. Staub*blätter meist so viele wie Kronblätter,mit kurzen bis langen, meist pfriem*liehen Staubfäden und mit einwärts*gekehrten, elliptischen Staubbeuteln,mit den Kronblättern abwechselndund einem epigynen oder in denmännlichen Blüten zentralen, kissen*förmigen, kantigen, gekerbten odergelappten, selten ringförmigen oderfast unentwickelten Diskus eingefügt.Pollen kugelig oder elliptisch, mit3 Furchen. Fruchtknoten unterständig(Fig. 2585 e), 1* bis 5=(mehr=)fächerig;Griffel ± tief, bisweilen fast bis zumGrunde geteilt oder mehrere freieGriffel. Samenanlagen in jedemFadie 1, hängend, anatrop, mit1 Integument und mit dorsaler oderventraler Raphe. Frucht eine Stein*frucht, seltener eine Beere, mit 1* bis4=fächerigem Steinkern oder 2 bis 41 »sämigen Pyrenen. Samen länglich*verkehrt*eiförmig, dreh* oder halb»rund, mit häutiger Schale, axiläremKeimling und reichlichem Nähr*gewebe.

Nach der Ausscheidung der Gar.ryaeeen, Nyssaceen (pag. 769) und Alan,giaeeen (pag. 770) aus dem Familienverbande, deren phylogenetische Zugehörigkeit bereits Harms in Abredegestellt, aber doch noch als Unterfamilien bei den Cornaceen belassen und die erst W angerin (Das Pflanzen,reich. Heft 41, 1910) endgültig abgetrennt hat, umfasst die Familie der Cornaceen 10 Gattungen mit rund70 Arten, die vorwiegend auf der nördlichen Halbkugel, besonders im östlichen Asien und im Himalaya,z. T. aber auch in den eigentlichen Tropen, sowie auf der südlichen Halbkugel auf Neuseeland, auf Madagaskar,in Südafrika und mit 2 Gattungen in Südbrasilien und Chile anzutreffen sind. In diesem weiteren Verbreitungs-gebiete tritt die Unterfamilie der Mastixioideae (mit 1 «fächerigem Fruchtknoten) mit ihrer einzigen GattungMastixia Bl. (12 Arten) im Indomalayischen Gebiete und die Unterfamilie der Curtisoideae (mit 2» bis 5»bis mehrfächerigem Fruchtknoten und nach aussen gekehrter Mikropyle) mit der monotypischen Gattung CurtisiaAit. in Südamerika auf. Beide Unterfamilien besitzen kaum wirtschaftlichen Wert. Mastixia tetrandraClarke, ein kleiner Baum mit länglichen Laubblättern und in Rispen stehenden kleinen Blüten liefert in Ceylon

Fig. 2585. Aucuba Japonica Thunb. a Blühender, männlicher Spross.b Männliche Blüte, c Weiblicher Spross mit Blüten und unreifen Früchten.d Teilstück aus dem Blütenstand, e Weibliche Blüte. / Längsschnitt durchdie weibliche Blüte, g Längsschnitt durch die Frucht, h Sprossknospe.i Knospenschuppe. (Fig./und g nach Engler-Prantl).