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dürfte. Diese sdieint überhaupt als eine andere »Art" des Efeus gegolten zu haben. Die altgriediisdie Bezeichnungxiaaog [kissös] war der allgemeine Name für Efeu überhaupt oder für die Altersform (Tobler). Dioskurides(Mat. med. II, 179) erwähnt auch den gelbfrüchtigen Efeu (offenbar H. poetarum L.), der auch der „dionysische"genannt werde. Cato (De re rustica, cap. 111) gibt an, dass man, um zu erkennen, ob der Wein mit Wassergemischt sei, jenen in ein Gefäss aus Efeuholz giessen müsse. Der Wein fliesse dann durch die Poren eines solchenGefässes hindurch, das Wasser aber bleibe zurück. Plinius (Hist. nat. XVI, 144) wundert sich, dass mandem Efeu soviel Ehre erweise •, denn er schade den Bäumen, sprenge Grabmäler und Mauern und biete denSchlangen einen kühlen Zufluchtsort. Auch im Mittelalter sind noch viele ungereimte Ansichten über den Efeuzu finden. Nach Albertus Magnus (13. Jahrhundert), dem berühmten Bischof von Regensburg, trägt derEfeu weder Blüten noch Früchte, auch sauge er die Bäume aus (De Vegetab. VI, 97). Etwa 100 Jahre späterschreibt Konrad von Megenberg in seinem „Buch der Natur" (IV, 15) vom „Epaum", dass er nur selten(also schon ein Fortschritt gegenüber Albertus Magnus) Frucht und Blüte trage, aber auch er behauptet nochi„der paum verderbt all ander paum, den er sich zuogesellt, wan [= denn] er seuget all fauchten [= Feuchtigkeit)darauz und derret si". Dass der Efeu ein Schmarotzer sei und die Bäume aussauge, wird übrigens heute noch
vielfach im Volke geglaubt. Bauhin bezeichnet denEfeu als Hedera arborea, Thal als Hederae speciessecunda et tertia, F e h r als Hedera terrestris (als letzteregilt sonst Glechoma hederacea).
Bereits im klassischen Altertum fanden Efeu»kränze und Blätter im Kultus (vor allem in jenem desDionysos oder Bacchus) und auf ornamentalen Dar.Stellungen reichliche Verwendung. Im alten Aegyptenknüpft sich die Symbolik an die Person des Osiris,dessen Verbindung mit dem Wein gleichfalls sehr altist. Deshalb erhielt die Pflanze die Bezeichnung he»n«usure, d. h. Holz (Baum) des Osiris, griechisch /evoaiQis[chenösiris]. Gleichwie die Weinrebe war bei denGriechen der Efeu dem Dionysos heilig. Er, sowie seinGefolge, Bacchen, Thyiaden, Mänaden, Satyrn und Silene,schmückten sich mit Kränzen von Efeu und Weinlaub.Ebenso war der mit einem Pinienzapfen gekrönte Thyrsos»stab, das Attribut des Dionysos und seiner Begleiter,mit Efeu und Weinranken umflochten. Die Gewohnheitdes Bacchus Bildsäulen mit Efeu zu schmücken, trugdiesem dann auch den Beinamen Kisseus [Kiaaev ?] oderKissophoros (der Efeutragende) ein. Der Efeu erregtedaher bacchische Ausgelassenheit, wie dies in dem Chorbei Sophokles zum Ausdruck kommt: .O sehet, eserregt mir den Geist der Efeu, der zum bacchischenLusttaumel mich entrückt." In Verbindung mit Dionysosoder als Umrahmung finden wir den Efeu auf vielengriechischen Münzen, hauptsächlich bei den sog. „Cisto»phoren" (Münzen der Provincia Asia nach 133 vor Chr.).Bacchische Typen zeigen auch die Münzen der Griechen«Fig. 2295 Hedera Colchica C. Koch und H.Helix L kulti- k l . d , j N An Altären, Bildsäulen,
viert in Hertenstein am Vierwaldstattersee. Phot. Dr. G. Hegi, ' '
München. auf Mischkrügen, Trinkgefässen war das Efeublatt kein
seltener Schmuck. Wahrscheinlich gehört es auch wie dasWeinblatt, die Eicheln sowie der Pinienzapfen neben Acanthus und Arum zu den ersten stilisierten Ornamenten ;Efeu, und Weinblatt erscheinen auch nicht selten an gotischen Bauwerken. Ebenso zierte bei den Alten derEfeukranz die Dichterstirn; so singt Horatius (Ode 1,1): „me doctarum hederae praemia frontium dis miscentsuperis (Mich gesellet Efeu, der Kranz des Dichterhauptes, den Göttern). Im alten Rom spielte Efeu beimBacchusdienst der Liberalien (17. März) eine grosse Rolle. Efeu ist auch in den Wandgemälden von Pompejivertreten. Die ersten Christen pflegten die Leichen auf die immergrünen Efeublätter zu legen als Zeichen derUnsterblichkeit. Noch heute gilt Efeu als Symbol der Heiterkeit und Geselligkeit, wie auch der Freundschaft.Aus dem ziemlich weichen und porösen Holze drehte man Becher zum Filtrieren des Weines; diese solltenauch den Milchsüchtigen dienlich sein. Ebenso war das — allerdings nur in südlichen Gegenden — ausfliessendeHarz (Gummiresina hederae) offizineil; letzteres findet noch heute gelegentlich als Zusatz zu Räucherpulver